Personenbetreuung: Wien und NÖ starten Initiative, um BetreuerInnen schneller zu Familien zu bringen

Drive-in-Tests und Unterbringung in Wiener Hotels, damit Pflegesystem stabil bleibt

Wien (OTS) - Hoch-Risikogruppe Nr. 1 sind bei Corona vor allem ältere Menschen. Daher ist für jene, die eine Betreuung brauchen, die 24-Stunden-Betreuung am sichersten und risikoärmsten. Denn mit dieser Form der Betreuung werden die sozialen Kontakte auf ein Minimum beschränkt, nämlich für zumindest 14 Tage immer nur auf ein und dieselbe Person. Aktuell gibt es noch keinen Betreuungsnotstand, da zahlreiche BetreuerInnen ihre Turnusdienste verlängert haben. Es wird jedoch dringend ein Transitkorridor auf dem Landweg durch Ungarn bzw. eine Genehmigung der Einreise per Flugzeug benötigt, damit der regelmäßige Austausch der BetreuerInnen gewährleistet ist. Um das weiterhin zu schaffen, starten die Vertreter der PersonenbetreuerInnen und Agenturen in Wien und Niederösterreich diese beispiellose Initiative.

Bisher war es so, dass jene 24-Stunden-Betreuerinnen, die wieder aus dem Ausland nach Österreich kommen, vielfach in eine 14-tägige Quarantäne mussten. Das führt bei der durchgehenden Betreuung zu großen Problemen. Nunmehr organisieren die zuständigen Fachgruppen der Wirtschaftskammern in Wien und Niederösterreich ab kommender Woche testweise ein „Drive in-Verfahren“. Um die Unterbringung sicherzustellen, werden die PCR-Tests in einem Wiener Hotel durchgeführt, Ärzte und diplomierte Fachkräfte nehmen die Abstriche. Die PersonenbetreuerInnen werden dann 24 Stunden bis zum Eintreffen der Testergebnisse in Einzelzimmern in Quarantäne untergebracht. Die Kosten der Tests inklusive Unterbringung im Hotel werden sich zwischen 130 und 150 Euro bewegen. Damit kann gewährleistet werden, dass die Personenbetreuerinnen, die zu ihren KlientInnen kommen, auch tatsächlich keine Corona-Infektion aufweisen. Die Fachgruppe, so Fachgruppenobmann-Stv. Mario Tasotti, versucht mit dieser Initiative im Interesse der Bevölkerung die Entstehung von zusätzlichen Engpässen zu verhindern.

Der Interessenvertreter weist auch auf die Benachteiligung der 24-Stunden-Betreuung gegenüber stationären Pflegeeinrichtungen hin. Momentan stellt das Ministerium pro betreuter Person und Monat 550 Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Der Landesrechnungshof Niederösterreich hat 2016 ausgerechnet, dass die 24-Stunden-Betreuung gegenüber einem Pflegeheimplatz dem Land 1.400,– EUR pro Förderfall und Monat erspart. Tasotti: „Da rede ich gar nicht davon, dass die Errichtung eines Pflegeplatzes in einem Heim ab 85.000 Euro kostet. Damit in Corona Zeiten möglichst viele betreuungsbedürftige Personen, die zur Hochrisikogruppe gehören, die Möglichkeit einer „Corona-sicheren“ 24-Stunden-Betreuung haben, würden wir uns von Seiten der öffentlichen Hand wünschen, eine Aufstockung der Mittel zu prüfen!“

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