„Orientierung“ über „Wandlung“ und „Verbuntung“ der Religion

Am 19. April um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 19. April 2020, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Corona-Krise: Moscheen in Finanznot
Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat als erste Religionsgemeinschaft in Österreich Vorsichtsmaßnahmen gegen die Verbreitung der Corona-Pandemie ergriffen; die Freitagsgebete sind seit sechs Wochen ausgesetzt. Im Adan, dem Gebetsruf, heißt es derzeit: „Betet in Euren Häusern“ anstatt wie üblich: „Kommt zum Gebet“. Nun sind aber vor allem kleinere Moscheen in finanzielle Not geraten, denn sie sind von Spenden abhängig, die Gläubige im Zuge des Freitagsgebets leisten. Mieten und Betriebskosten können nicht bezahlt, Kreditraten nicht beglichen werden. Imame warten auf ihre Gehälter. Darum wurde unter dem Titel „Rettet unsere Moscheen“ ein Spendenaufruf im Internet gestartet. Ein Team der „Orientierung“ hat mit dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural, gesprochen. Bericht: Klaus Ther.

Pakistan: Religiöses Miteinander und Angst vor Zukunft Diskriminierung, Verfolgung und Benachteiligung von Nicht-Muslimen stehen in vielen Regionen Pakistans auf der Tagesordnung. 200 Millionen Menschen leben in dem Land, 96 Prozent bekennen sich zum Islam. Durch die pakistanische Verfassung wird einerseits allen Menschen gleichermaßen das Recht auf Religionsfreiheit zugesprochen. Andererseits erleben Menschen, die einer religiösen Minderheit angehören, das sogenannte Blasphemiegesetz als reale Bedrohung. In Khamisa Goth, einem Vorort der Stadt Karachi, bemüht man sich jedoch um ein gutes Miteinander der Religionen. Auch mit Hilfe aus Österreich, etwa der Caritas St. Pölten, werden besonders arme Menschen unterstützt. Muslime, Christen und Hindus arbeiten dabei Hand in Hand. Seit einigen Wochen hat auch hier die Corona-Pandemie das Leben grundlegend verändert. Viele arme Menschen, die ohne soziale Absicherung sind, stehen vor dem Nichts. Bericht: Marcus Marschalek.

Neue Studie: „Wandlung“ und „Verbuntung“ der Religion
Der katholische Theologe und Religionssoziologe Paul Michael Zulehner hat – unter dem Titel „Wandlung“ – eine neue Studie vorgelegt. Seit 50 Jahren erforscht er die Religion der Österreicher/innen. Sein Befund: Die Gesellschaft wird nicht säkularer, sondern bunter. Menschen würden sich ihren eigenen religiösen Kosmos basteln, mit den jeweils dazu passenden Jenseits- und Gottesvorstellungen. Aus den Umfragedaten liest Zulehner, dass der Anteil eindeutig atheistisch denkender Menschen seit 1970 nicht gestiegen ist. Er liege bei etwa 20 Prozent. Atheisten nehmen in der Regel auch an, dass nach dem Tod alles aus ist, dass es also keinerlei Weiterexistenz oder Auferstehung gibt. Zulehner nennt dieses Fünftel die „Sterblichen“ und stellt sie der großen Mehrheit der „Unsterblichen“ gegenüber. Kirchen und andere große Religionsgemeinschaften verlieren ihre Gläubigen also nicht an den Atheismus, sondern an eine bunte oder „verbuntete“ Religiosität. Die römisch-katholische Kirche als größte Religionsgemeinschaft des Landes werde von derzeit 58 Prozent auf das „biblische Normalmaß“ schrumpfen, prognostiziert Zulehner – also zu einer Minderheit. Bericht: Peter Beringer.

Caritas: Gottesdienst durch die Glasscheibe
„Das ist natürlich nicht lustig, wenn man nur per Telefon mit seinen Familienangehörigen sprechen kann. Ich hätte gerne, dass mich einer meiner Freunde oder jemand aus der Familie besucht, aber wir können es nicht ändern“, sagt der 95-jährige Friedrich Schadauer. Seit zweieinhalb Jahren wohnt er im Senioren- und Pflegehaus St. Bernadette der Caritas in Breitenfurt bei Wien. Insgesamt 108 ältere Menschen und 45 Pflegekräfte müssen dort mit den Sicherheitsmaßnahmen gegen das Coronavirus leben. Eine besonders schwierige Situation für alte und betagte Menschen, die den Kontakt mit Angehörigen brauchen. Angesichts dieser Umstände hat Caritas-Präsident Michael Landau am vergangenen Dienstag im Hof des Hauses St. Bernadette Gottesdienst gefeiert, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und dem Personal des Seniorenhauses. „Einsamkeit ist ein Tabuthema, zum Leid der Betroffenen. Sie macht krank. Wir brauchen so etwas wie einen Pakt gegen Einsamkeit“, sagt Landau. Den Gottesdienst feierten viele Menschen mit. Jene, die im Haus St. Bernadette leben, saßen hinter Fensterscheiben. Via Internet wurde die Feier außerdem – österreichweit – in alle anderen Seniorenheime der Caritas übertragen. Bericht: Zoran Dobrić.

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