• 17.04.2020, 11:09:02
  • /
  • OTS0087

„Orientierung“ über „Wandlung“ und „Verbuntung“ der Religion

Am 19. April um 12.30 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 19. April um 12.30 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin
„Orientierung“ am Sonntag, dem 19. April 2020, um 12.30 Uhr in ORF 2
folgende Beiträge:

Corona-Krise: Moscheen in Finanznot
Die Islamische Glaubensgemeinschaft hat als erste
Religionsgemeinschaft in Österreich Vorsichtsmaßnahmen gegen die
Verbreitung der Corona-Pandemie ergriffen; die Freitagsgebete sind
seit sechs Wochen ausgesetzt. Im Adan, dem Gebetsruf, heißt es
derzeit: „Betet in Euren Häusern“ anstatt wie üblich: „Kommt zum
Gebet“. Nun sind aber vor allem kleinere Moscheen in finanzielle Not
geraten, denn sie sind von Spenden abhängig, die Gläubige im Zuge des
Freitagsgebets leisten. Mieten und Betriebskosten können nicht
bezahlt, Kreditraten nicht beglichen werden. Imame warten auf ihre
Gehälter. Darum wurde unter dem Titel „Rettet unsere Moscheen“ ein
Spendenaufruf im Internet gestartet. Ein Team der „Orientierung“ hat
mit dem Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural,
gesprochen. Bericht: Klaus Ther.

Pakistan: Religiöses Miteinander und Angst vor Zukunft
Diskriminierung, Verfolgung und Benachteiligung von Nicht-Muslimen
stehen in vielen Regionen Pakistans auf der Tagesordnung. 200
Millionen Menschen leben in dem Land, 96 Prozent bekennen sich zum
Islam. Durch die pakistanische Verfassung wird einerseits allen
Menschen gleichermaßen das Recht auf Religionsfreiheit zugesprochen.
Andererseits erleben Menschen, die einer religiösen Minderheit
angehören, das sogenannte Blasphemiegesetz als reale Bedrohung. In
Khamisa Goth, einem Vorort der Stadt Karachi, bemüht man sich jedoch
um ein gutes Miteinander der Religionen. Auch mit Hilfe aus
Österreich, etwa der Caritas St. Pölten, werden besonders arme
Menschen unterstützt. Muslime, Christen und Hindus arbeiten dabei
Hand in Hand. Seit einigen Wochen hat auch hier die Corona-Pandemie
das Leben grundlegend verändert. Viele arme Menschen, die ohne
soziale Absicherung sind, stehen vor dem Nichts. Bericht: Marcus
Marschalek.

Neue Studie: „Wandlung“ und „Verbuntung“ der Religion
Der katholische Theologe und Religionssoziologe Paul Michael Zulehner
hat – unter dem Titel „Wandlung“ – eine neue Studie vorgelegt. Seit
50 Jahren erforscht er die Religion der Österreicher/innen. Sein
Befund: Die Gesellschaft wird nicht säkularer, sondern bunter.
Menschen würden sich ihren eigenen religiösen Kosmos basteln, mit den
jeweils dazu passenden Jenseits- und Gottesvorstellungen. Aus den
Umfragedaten liest Zulehner, dass der Anteil eindeutig atheistisch
denkender Menschen seit 1970 nicht gestiegen ist. Er liege bei etwa
20 Prozent. Atheisten nehmen in der Regel auch an, dass nach dem Tod
alles aus ist, dass es also keinerlei Weiterexistenz oder
Auferstehung gibt. Zulehner nennt dieses Fünftel die „Sterblichen“
und stellt sie der großen Mehrheit der „Unsterblichen“ gegenüber.
Kirchen und andere große Religionsgemeinschaften verlieren ihre
Gläubigen also nicht an den Atheismus, sondern an eine bunte oder
„verbuntete“ Religiosität. Die römisch-katholische Kirche als größte
Religionsgemeinschaft des Landes werde von derzeit 58 Prozent auf das
„biblische Normalmaß“ schrumpfen, prognostiziert Zulehner – also zu
einer Minderheit. Bericht: Peter Beringer.

Caritas: Gottesdienst durch die Glasscheibe
„Das ist natürlich nicht lustig, wenn man nur per Telefon mit seinen
Familienangehörigen sprechen kann. Ich hätte gerne, dass mich einer
meiner Freunde oder jemand aus der Familie besucht, aber wir können
es nicht ändern“, sagt der 95-jährige Friedrich Schadauer. Seit
zweieinhalb Jahren wohnt er im Senioren- und Pflegehaus St.
Bernadette der Caritas in Breitenfurt bei Wien. Insgesamt 108 ältere
Menschen und 45 Pflegekräfte müssen dort mit den Sicherheitsmaßnahmen
gegen das Coronavirus leben. Eine besonders schwierige Situation für
alte und betagte Menschen, die den Kontakt mit Angehörigen brauchen.
Angesichts dieser Umstände hat Caritas-Präsident Michael Landau am
vergangenen Dienstag im Hof des Hauses St. Bernadette Gottesdienst
gefeiert, gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und dem
Personal des Seniorenhauses. „Einsamkeit ist ein Tabuthema, zum Leid
der Betroffenen. Sie macht krank. Wir brauchen so etwas wie einen
Pakt gegen Einsamkeit“, sagt Landau. Den Gottesdienst feierten viele
Menschen mit. Jene, die im Haus St. Bernadette leben, saßen hinter
Fensterscheiben. Via Internet wurde die Feier außerdem –
österreichweit – in alle anderen Seniorenheime der Caritas
übertragen. Bericht: Zoran Dobrić.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel