Initiative Sommerpaket fordert Transparenz und adäquate Angebote für Obdachlose

Angestellte der Wohnungslosenhilfe wenden sich aufgrund der aktuellen Corona-Krise in einem Offenen Brief an die Verantwortlichen.

Wien (OTS) - "Hinter den schönen Worten der Verantwortlichen stecken viel Beschönigung und Planlosigkeit im Bereich der Wohnungslosenhilfe Wien", fasst Jürgen Zumer*, Basismitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe und Aktivist bei der Initiative Sommerpaket, die Lage zusammen. Entgegen der medienwirksamen Beteuerungen hat sich die Situation für Wohnungslose in Wien seit Beginn der Corona-Krise nur geringfügig gebessert. Beispielsweise konnte sich die Lage mit der ganztägigen Öffnung vieler Notschlafstellen entspannen, was bereits seit letztem Jahr von der Initiative Sommerpaket gefordert worden war.

"In manchen Bereichen gab es aber substanzielle Verschlechterungen. Wir bemerken eine steigende Nachfrage nach Schlafplätzen - die Gesamtzahl der Betten ist unserer Zählung nach sogar gesenkt worden", erklärt Jürgen. "Es ist absurd, wie viele Menschen wir bisher abweisen und zurück auf die Straße schicken mussten, obwohl die Hotels leerstehen. Doch darüber wollen die Verantwortlichen nicht sprechen." In der Krise merken wir Basismitarbeiter*innen: Menschen, die ohnehin um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen oder in prekären Wohnverhältnissen leben, werden als erstes und besonders hart getroffen. Auch die in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen verstärkte häusliche Gewalt führt zu einem Anstieg an akutem Unterbringungsbedarf.

Noch immer sind Wohnungslose in Massenquartieren untergebracht, wo es für sie wie für die Mitarbeiter*innen oft unmöglich ist, die empfohlenen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen einzuhalten. Vor dem Hintergrund des hohen Ansteckungsrisikos kämpfen wir Basismitarbeiter*innen mit mangelnder Schutzausrüstung und oft fehlenden Informationen, unklaren Plänen und Vorgangsweisen. "In den Supermarkt und in die öffentlichen Verkehrsmittel dürfen wir nur mit Mund-Nasen-Schutz. An unserem Arbeitsplatz haben wir viel zu wenig Schutzausrüstung. Dabei ist es z.B. im Supermarkt viel eher möglich, die notwendigen Abstandsregeln einzuhalten. Diese Situation ist untragbar."

Aus diesen Gründen haben wir uns in einem Brief an die Verantwortlichen der Wiener Wohnungslosenhilfe gewandt, in dem wir unsere Situation darlegen und um dringend benötigte Informationen, Transparenz und die notwendigen Schritte bitten.

Der offene Brief findet sich hier

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