Der Arbeitsklima Index zeigt:

Die Beschäftigten blicken derzeit noch optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft in Österreich

  • Wir haben mit der Vereinbarung zur Kurzarbeit und der Empfehlung zum Homeoffice zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen angestoßen
    AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer
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  • Diese Zahlen und Fakten zeigen, dass die Sozialpartner mit der Einigung über die Kurzarbeit und der Empfehlung zum Homeoffice Vieles richtig gemacht haben
    AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer
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Linz (OTS) - Die Coronakrise hat das Arbeitsleben von einem Tag auf den anderen quasi auf den Kopf gestellt. Ein großer Teil der Beschäftigten ist von Homeoffice, Kurzarbeit oder Kündigung betroffen. Das spiegelt auch eine erste Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich wider. Sie zeigt aber auch, dass die Beschäftigten nach wie vor zuversichtlich in Bezug auf die Krisenbewältigung und die wirtschaftliche Entwicklung nach der Krise sind. „Wir haben mit der Vereinbarung zur Kurzarbeit und der Empfehlung zum Homeoffice zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Maßnahmen angestoßen“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Deutlich mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Österreich meint, dass die Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsplätze genau richtig seien. Ein Drittel erwartet sich noch mehr und effektivere Maßnahmen von der Bundesregierung. Knapp die Hälfte ist mit dem Schutz der Beschäftigten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zufrieden – vier von zehn Arbeitnehmern/-innen wünschen sich aber weitreichendere Initiativen zum Erhalt der Gesundheit.

Seit Ausbruch der Coronakrise sind laut den Erhebungen zum Österreichischen Arbeitsklima Index 40 Prozent ausschließlich oder zumindest teilweise im Homeoffice tätig – zuvor waren es knapp 20 Prozent, die zumindest hin und wieder von zuhause aus arbeiteten. Frauen sind deutlich häufiger im Homeoffice als Männer. In Kurzarbeit waren zum Zeitpunkt der Befragung (Ende März) elf Prozent der Befragten, arbeitslos sieben Prozent – die Hälfte davon mit einer Wiedereinstellungszusage ihres Arbeitgebers.

Fast vier von zehn Beschäftigten im Homeoffice arbeiten jetzt zu Tageszeiten, an denen sie früher nicht gearbeitet haben z.B. nachts oder am Wochenende). Das betrifft insbesondere Eltern von schulpflichtigen Kindern. Bei ihnen sind die Arbeitsbelastungen teilweise deutlich gestiegen, etwa Stress (von 41 auf 53 Prozent), Zeitdruck, Überlastung, Isolation am Arbeitsplatz oder ständige Wechsel der Arbeitsabläufe. Bei Beschäftigten ohne Kinder stellt sich der Arbeitsalltag hingegen derzeit weniger belastend dar als vor der Krise.

Beinahe zwei Drittel der Beschäftigten, die derzeit von zuhause aus arbeiten, sehen im Homeoffice auch Vorteile, die der Betrieb auch nach der Krise nutzen sollte. Hier sprechen sich überwiegend Frauen (nämlich zu drei Viertel) für die Vorzüge der Heimarbeit aus. Bei den Männern befinden „nur“ 46 Prozent, dass Heimarbeit auch etwas Gutes an sich hat. Jedenfalls erleichtert Homeoffice die Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben. Zumal ein knappes Viertel aller Beschäftigten mit betreuungspflichtigen Kindern beklagt, dass es Schwierigkeiten im Betrieb gab, für die benötigte Betreuungszeit frei zu bekommen.

Jeweils knapp über 40 Prozent der Personen in Kurzarbeit, der Beschäftigten mit Kindern und der Arbeitslosen sehen sich durch die Coronakrise in der persönlichen und beruflichen Existenz gefährdet. Insgesamt bangt ein Viertel der Beschäftigten um die eigene Existenz – das heißt aber umgekehrt: Drei Viertel fühlen sich kaum oder gar nicht existenzbedroht.

Acht von zehn Arbeitnehmer/-innen meinen, dass Österreich die Krise bisher gut bewältigt hat. Drei Viertel sind optimistisch für ihr Unternehmen, sechs von zehn blicken (noch) positiv in die Zukunft der österreichischen Wirtschaft. „Diese Zahlen und Fakten zeigen, dass die Sozialpartner mit der Einigung über die Kurzarbeit und der Empfehlung zum Homeoffice Vieles richtig gemacht haben“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Das wissen auch die Beschäftigten zu schätzen: Drei Viertel sagen, dass die Krise zeigt, wie wichtig die Sozialpartnerschaft in Österreich ist.

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 23 Jahren die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Beschäftigten. Zu diesem Zweck werden jährlich rund 4.000 Arbeitnehmer/-innen befragt, großteils persönlich. Seit Ausbruch der Coronakrise wurden 500 Interviews ausschließlich online durchgeführt. Alle Infos zum Arbeitsklima Index, der von SORA und IFES im Auftrag der AK Oberösterreich erhoben wird, finden Sie unter ooe.arbeiterkammer.at/arbeitsklima


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