Regierungsmaßnahmen anlässlich der Covid19-Pandemie für besonders gefährdete Menschen unzureichend

Wien (OTS) - Wir, die Plattform behinderter, chronisch kranker und alter Menschen sind sehr besorgt um unsere Lage in der gegenwärtigen Situation der Covid19-Pandemie. Wir erleben und befürchten weiter eine massive Verschlechterung unserer Lebensbedingungen und auch Überlebenschancen, wenn die Politik keine auf unsere konkreten Lebensrealitäten abgestimmten Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen einleitet. Um das erklärte Ziel der österreichischen Bundesregierung: das SARS-Cov-2-Virus einzudämmen und vor allem die besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen - das sind vor allem alte, chronisch kranke und behinderte (so genannt "vorerkrankte") Menschen - zu schützen, reichen die derzeitigen gesamtgesellschaftlichen Maßahmen (Stichwort Ausgangsbeschränkungen) nicht aus. Es bedarf dringend weiterer konkreter Schutz- und Unterstützungsmaßnahmen, die auf die unterschiedlichen Lebenssituationen besonders gefährdeter Menschen abgestimmt sind. Die betroffenen Personengruppen müssen in den Beratungsprozess maßgeblich einbezogen werden, um treffsichere Maßnahmen zu entwickeln, die unser Leben zugleich nicht unnötig einschränken und belasten oder schlimmer noch, gefährden. Wir wollen die politischen Entscheidungsträger*innen dabei unterstützen, dieses gemeinsame Ziel zu gewährleisten. Daher präsentiert die Plattform behinderter, chronisch kranker und alter Menschen als Zusammenschluss verschiedener Expert*innen und Aktivist*innen der Behindertenbewegung in Österreich sowie als selbst Betroffene einen detailierten Maßnahmenkatalog. Dieser wird auch der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Für Rückfragen sind wir unter der Email-Adresse plattform.office@gmail.com erreichbar.

Aktion statt Isolation - gegen einen Backlash in unserer Gesellschaft!

"Gerade in Krisenzeiten darf der Grundsatz 'Ambulant vor Stationär' nicht vergessen werden!", sagt Dorothea Brozek in Bezug auf den Maßnahmenkatalog der Plattform behinderter, chronisch kranker und alter Menschen. Die Gruppe der behinderten, chronisch kranken und alten Menschen braucht genau auf die diversen Lebenssituationen abgestimmte Maßnahmen. Nur so kann die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und weitestmögliche Selbstbestimmung dieser besonders verletzlichen Personengruppen gewährleistet und ihr Überleben angesichts der aktuellen Covid19-Pandemie gesichert werden. Dies bedarf einer breiten Palette an Maßnahmen:

* Sicherstellung von Sauerstoffversorgung und weitestmöglicher mobiler (nicht-invasiver) Beatmung

* finanzielle und rechtliche Aufwertung aller hier relevanten Berufsgruppen (Persönliche Assistenz, Betreuung, Pflege)

* Regelmäßige Tests des Pflegepersonals (wenn diese bei mehreren Klient*innen arbeiten) und bedarfsorientierte Bereitstellung von Tests für besonders gefährdete Personen sowie die Abdeckung steigender Hilfsbedarfe.

* Zugang zu medizinischer und therapeutischer Versorgung aufrecht erhalten, staatliche Sicherstellung von Dauermedikation und die Ermöglichung des sicheren Ambulanzen- Ärzt*innen- und Therapeut*innenbesuchs durch Schutzausrüstung und Hausbesuche sowie den Ausbau von Telemedizin.

"Behinderungen und chronische Krankheiten vermindern nicht automatisch Überlebenschancen, aber unzureichende Rahmenbedingungen sehr wohl!", fügt Dorothea Brozek hinzu.

Den vollständigen Maßnahmenkatalog entnehmen Sie bitte unserer Facebook-Seite: https://www.facebook.com/plattform.office/

Rückfragen & Kontakt:

Für Rückfragen und weitere Informationen erreichen Sie uns unter:
e-mail: plattform.office@gmail.com
Telefonisch: +43 (0)699 / 190 928 48 - Dorothea Brozek

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