„Schutzlos können wir nicht schützen!“

Alten- und Pflegeheime fordern dringend geeignete COVID-Unterstützung

Wien (OTS) - Ohne Schutzausrüstungen, dringend benötigte COVID-19 Tests, entsprechende Personalressourcen für immer mehr zu pflegende ältere Menschen in unseren Alten- und Pflegeheimen, steuert unser Pflegesystem in der COVID-Krise auf ein Systemversagen zu. Der Bundesverband Lebenswelt Heim fordert umgehende, massive Unterstützung.

Nach wie vor fehlen in Österreichs Alten- und Pflegeheimen COVID-Schutzausrüstungen. Auch COVID-Tests fehlen, bevor alte Menschen, die bisher in Spitälern untergebracht waren, nun in die Pflegeheime überstellt werden, um Krankenhausbetten frei zu bekommen. „Wir müssen alles daran setzen, Situationen, wie wir sie aus Spanien, Italien und Frankreich kennen, zu vermeiden! Die Pflegeeinrichtungen schöpfen dabei ihre Möglichkeiten bereits voll aus und unternehmen alles, um unsere älteren Menschen bestmöglich zu schützen. Es bedarf jedoch der umfassenden Unterstützung seitens der Länder – diese fehlt aktuell noch zu weiten Teilen!“, warnt Markus Mattersberger, Präsident des Bundesverbandes Lebenswelt Heim.

Kommen Bewohner aus Alten- und Pflegeheimen, teilweise mit geistigen Beeinträchtigungen, mit oder ohne COVID-19 in eine Krankenanstalt, führt allein dies – durch den Wegfall der gewohnten Umgebung, das Fehlen der emotional und pflegerisch zugeordneten Bezugspersonen – sehr häufig zu Entgleisungen, zu Verwirrtheits- und Aggressionszuständen, zu komatösen Zuständen. Eine Versorgung nach Kriterien und Qualifikationssystemen wie in Pflegeheimen Standard, ist in Spitälern jedoch schwer bis gar nicht aufrecht zu erhalten. Um das dadurch ausgelöste menschliche Leid wie auch die völlige Überforderung der Spitäler weitgehend zu vermeiden, ist die COVID-19 Infektionsrate in den Alten- und Pflegeheimen durch geeignete Maßnahmen möglichst gering zu halten.

Schwerpunktmäßig scheinen Schutzausrüstungen aktuell überwiegend an die Spitäler zu gehen, nicht jedoch an die Alten- und Pflegeheime. So berichtete der ORF am 5.4.2020 (www.vorarlberg.orf.at) von 200.000 Schutzmasken für die Spitäler und 70.000 für die niedergelassenen Ärzte und den Pflegebereich. „Wir haben in Österreichs Heimen in Summe ähnlich viele Betreuungsplätze wie die Klinken und verstehen dieses krasse Ungleichgewicht der Lieferungen von Schutzausrüstung an Spitäler und Heime nicht. Denn ein großer Teil der COVID-19 Hochrisikogruppe lebt in unseren Heimen. Es ist unser gesellschaftlicher Auftrag, ja unsere Verantwortung, besonders auf die Schutzbedürftigsten in unserem Land zu achten – den zahlreichen Worten der Politik müssen nun auch Taten folgen!“, so Mattersberger abschließend.

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