Kein Schutz vor Corona-Virus in Syrien: „Die Menschen haben nicht einmal Seife oder Wasser“

CARE: Für 4 Millionen Menschen im Nordwesten Syriens gibt es nur 150 Beatmungsgeräte / Neun von zehn Flüchtlingscamps haben keine sanitären Einrichtungen

Wien (OTS) - Kein WC, kein sauberes Wasser und erst recht keine Seife: Die Lage in den Flüchtlingslagern in Syrien ist katastrophal. Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, wären Hygienemaßnahmen wichtig, doch den meisten Vertriebenen fehlt sogar Wasser. Eine Bestandsaufnahme von CARE an 78 Standorten in Idlib und Aleppo zeigt das erschreckende Ausmaß dieses Mangels.

So haben neun von zehn Flüchtlingscamps keine angemessenen sanitären Einrichtungen. „Würde das Virus hier ausbrechen, würde es sich wie ein Lauffeuer verbreiten“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.

240 Menschen müssen sich eine Latrine teilen – 91 Prozent der Vertriebenen haben keine Seife
Die Voraussetzungen für die Eindämmung des Corona-Virus sind denkbar schlecht. Fast die Hälfte der Geflüchteten haben keine Latrine (45 Prozent). Ist eine Latrine vorhanden, müssen sie sich 240 Personen teilen. 83 Prozent der Vertriebenen haben keinen Ort, an dem sie sich regelmäßig die Hände waschen können und 91 Prozent der Menschen haben keine Seife.

Im Norden von Syrien drängen sich in den Regionen Idlib und Aleppo mehr als eine Million Menschen in Notunterkünften und Zeltlagern. Wenn man so leben muss, ist selbst ein Stück Seife ein Luxusgut“, so Barschdorf-Hager. Weniger als die Hälfte der Befragten in den Flüchtlingslagern geben an, in den letzten zwei Monaten überhaupt kein sauberes Wasser und Hygieneprodukte erhalten zu haben.

Für vier Millionen Menschen gibt es nur 150 Beatmungsgeräte
Für den Ausbruch der Lungenkrankheit COVID-19 ist Syrien im zehnten Jahr des Krieges nicht gerüstet. „Für 4 Millionen Menschen im Nordwesten Syriens gibt es gerade einmal 150 Beatmungsgeräte“, sagt Barschdorf-Hager. „An vielen Orten in Syrien ist die Messung der Körpertemperatur die einzige mögliche Bestimmung einer Infektion mit dem Coronavirus.“Landesweit gibt es viel zu wenige Testmöglichkeiten. In den Gebieten in der Nähe der türkischen Grenze wurde zwischen dem 24. und 31. März insgesamt nur 20 Mal auf das Virus getestet. Derzeit gibt es nur ein Labor, das pro Tag 20 Tests durchführen kann.

So hilft CARE:
CARE leistet in Syrien Nothilfe: Für den Einsatz in der Region sind Schutzvorkehrungen für die Mitarbeiter und die Menschen in Kraft, die Unterstützung brauchen. Die Verteilung von Hilfsgütern und Nahrung findet nicht mehr in großen Gruppen statt. CARE informiert die Menschen in der Region über das Coronavirus und verteilt Seife und andere Hygieneprodukte. CARE repariert Wasserstationen und sanitäre Einrichtungen. CARE bietet auch psychosoziale Unterstützung an, insbesondere für Frauen und Mädchen, die jetzt einem höheren Risiko von häuslicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind.

Helfen Sie mit einem CARE-Hygienepaket um 40 € das Corona-Virus einzudämmen!
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