Corona-Einsamkeit bei Pflegebedürftigen und Demenzpatienten

Verein Jung & Alt stellt auf telefonischen Besuchsdienst um

Wien (OTS) - Der Mensch ist ein soziales Wesen und mittlerweile zeigt sich der zweischneidige Charakter der Corona-Maßnahmen: Die Abschirmung vulnerabler Gruppen ist nötig, um sie vor den Gefahren einer Infektion zu schützen. Gleichzeitig hat fehlender Sozialkontakt negative Effekte auf die Psyche und damit wiederum die allgemeine Gesundheit und Widerstandskraft.

Menschen in der Langzeitbetreuung aber auch allein lebende Hochbetagte erfahren durch die Kontakteinschränkungen nun den schwerwiegenden Verlust ihrer engen Bezugspersonen – jeglicher Besuch von Verwandten und auch externen Besuchsdiensten bleibt aus. Das Pflegepersonal ist coronabedingt ohnehin bereits zusätzlich belastet und vermag den weggefallenen, aber für die Gesundheit unbedingt nötigen sozialen Bezug nicht zu kompensieren. Viele können sich damit ein entscheidendes menschliches Grundbedürfnis, das Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Nähe, nicht mehr erfüllen. Zusätzlich zu den psychischen Gefahren von Einsamkeit steigt der Gesprächsbedarf bedingt durch die Corona-Krise selbst: Vor dem Hintergrund der eigenen Vergangenheit, etwa der realen Erfahrung von Lebensmittelknappheit, sind die Sorgen und Ängste groß und können ein bedrohliches Ausmaß annehmen.

Um KlientInnen wieder an die Außenwelt anzubinden, hat sich der Verein Jung&Alt angepasst und bietet statt des regulären Besuchsdienstes eine Begleitung per Telefon an, auch wo das Telefonieren schon schwer fällt. Der reguläre Stundensatz beträgt 21€; um den veränderten Gesprächsbedingungen gerecht zu werden, wird nun in 5 Minuten Intervallen abgerechnet. Jung&Alt verfügt derzeit noch über freie Kapazitäten,sucht aber aufgrund des wachsenden Bedarfs auch weiterhin nach Mitarbeitenden. Das Angebot umfasst die kompetente psychosoziale Begleitung von Hochbetagten bzw. von Pflegebedürftigen und Demenzpatienten. Des Weiteren qualifiziert der Verein seit über 20 Jahren in diesem Bereich, lehrt Methoden der Begleitung und wertschätzenden Kommunikation und sensibilisiert für das Thema Demenz. Bei Jung&Alt handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein, der seinen Lehr- und Regelbetrieb ausschließlich durch Einnahmen aus den Dienstleistungen im Bereich psychosozialer Begleitung deckt.

Rückfragen & Kontakt:

Verein Jung & Alt, MMag. Alexander Popper
Tel. 0699/10340372, info@jungundalt.at, www.jungundalt.at

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