Volkshilfe: „Dürfen arbeitslose Menschen nicht alleine lassen“

Fenninger fordert Erhöhung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld

Wien (OTS) - Die Corona-Pandemie hat für sehr traurige Rekorde am Arbeitsmarkt gesorgt. Wir müssen den größten Anstieg und die höchste Zahl an arbeitslosen Menschen in der 2. Republik verzeichnen. Derzeit sind 562.000 Menschen beim AMS vorgemerkt, und die Tendenz ist weiter steigend.

Hinter diesen Zahlen stecken Schicksale, sind Familien mitbetroffen, sind viele Menschen massiv gefährdet in Armut abzurutschen. Daher braucht es umfassende sozialpolitische Maßnahmen, um aus der Gesundheitskrise nicht eine Existenzkrise für die Betroffenen zu machen.

Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Für den Direktor der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger geht das heute im Parlament diskutierte Paket der Regierung nicht weit genug. „Wir dürfen die Betroffenen mit ihren Sorgen nicht alleine lassen. Die wichtigste Maßnahme ist eine Erhöhung des Arbeitslosengelds auf mindestens 70%, vor allem niedrige EinkommensbezieherInnen kommen mit der niedrigen Nettoersatzrate nicht über die Runden“, so Fenninger. Weiters wäre ein Aussetzen des Übergangs von Arbeitslosengeld in die Notstandshilfe auch eine sehr einfache, aber effektive Maßnahme, um viel Not zu vermeiden.

Besonders vulnerabel am Arbeitsmarkt und damit besonders häufig vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen sind Menschen mit Pflichtschul- und Lehrabschluss mit einem Zuwachs von 46% bzw. 68%. Bei dieser Gruppe wirken sich Sanktionen oder Streichungen des AMS-Bezuges dramatisch aus. Diese Maßnahmen sind schon in Normalzeiten umstritten, in Zeiten der Krise sollten sie ganz ausgesetzt werden.

Erhöhung der Mindestsicherung und Mietzuschuss

„Eine weitere Maßnahme, die rasch getroffen werden sollte, ist die Erhöhung der Mindestsicherung für Familien mit Kindern um 100€. Die Pandemie in kleinen, überbelegten Wohnungen überstehen zu müssen ist eine enorme Belastung, daher sollten wir die existenziellen Sorgen etwas lindern“, so Fenninger.
Die geplanten Maßnahmen der Regierung im Bereich Wohnen begrüßt Fenninger, fordert aber weitere Maßnahmen. „Menschen, die jetzt ihre Wohnung nicht bezahlen können, ist mit einer Stundung nicht wirklich gedient, sie werden nach der Krise nicht die doppelte Miete bezahlen können, um den Rückstand wieder aufzuholen. Es braucht einen unbürokratischen Zugang zu einem einmaligen staatlichen Mietzuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss“, so Fenninger.

„Die Krise zeigt auch, dass wir längerfristig über soziale Sicherungssysteme reden müssen, die existenzielle Not von Menschen zuverlässig verhindert. Jetzt gilt es, den betroffenen Menschen rasch beizustehen und sie mit ihren Sorgen nicht alleine zu lassen“, so Fenninger abschließend.

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