AK Klein: Für Risikogruppen muss rasch eine Lösung her

ÄrztInnen müssen für schwere Risikofälle Dienstfreistellungen sicherstellen können

Wien (OTS) - Bei der Hotline der AK, die sofort nach Ausbruch der Corona-Krise in Österreich ein-gerichtet wurde, häufen sich Anfragen von besorgten Menschen, die entweder selbst zu einer Risikogruppe gehören könnten, oder mit solchen Menschen zusammenle-ben. „Die zentralen Fragen dabei lauten: Bin ich oder mein mit mir lebendes Famili-enmitglied gefährdet? Muss ich arbeiten gehen oder zumindest größeren Abstand halten? Es fehlt derzeit aber die Klarstellung, wer zu einer Risikogruppe gehört und wer nicht. Daher muss die Politik hier rasch eine Lösung finden“, fordert AK Wien Direktor Christoph Klein.

„Ich habe gerade eine Chemotherapie hinter mir. Ich leide unter Bluthochdruck. Mein Mann hat eine schwere Autoimmunerkrankung. Muss ich arbeiten gehen?“ Fragen dieser Art häufen sich derzeit bei der Hotline der AK – neben den immer noch aktuellen Fragen zur Kurzarbeit. „Es muss rasch eine Klarstellung geben, wer einer Risikogruppe angehört und wer nicht“, fordert AK Direktor Klein. Er weist aber auch darauf hin, dass diese Grenze nicht zu eng gezogen werden darf: „Denn das würde zum Zusammenbruch der Versor-gung und aller wirtschaftlicher Strukturen führen. Es geht darum, schweren Risikofällen Klarheit und damit Schutz zu verschaffen.“

Klein ist der Ansicht, dass eine solche Abgrenzung gut von den behandelnden ÄrztInnen (HausärztInnen bzw. ÄrztInnen in Krankenanstalten), die die Krankengeschichte kennen und Einblick in ELGA haben, vorgenommen werden könnten. Sie könnten dann eine ent-sprechende Bescheinigung ausstellen – sei es im Rahmen einer erweiterten „Krankschrei-bung“ oder durch ein spezielles Attest „Risikofall“. Sollten für die Beurteilung Kenntnisse der Verhältnisse des Arbeitsplatzes nötig sein, könnte auch die arbeitsmedizinische Be-treuung des jeweiligen Betriebes einbezogen werden. „Grundlage der Risikobeurteilung durch die Ärztinnen und Ärzte werden sinnvollerweise Richtlinien des Gesundheitsministe-riums sein, mit welchen Vorerkrankungen Menschen zur Risikogruppe gehören.“

Weiters ist laut AK Direktor Klein klarzustellen, dass diese betroffenen Beschäftigten Anspruch auf Entgeltfortzahlung haben. Ähnliches gilt für Menschen, die wegen Rückkehr aus Quarantänegebieten, von einer Flugreise oder wegen Kontakt mit Corona-Positiven als sogenannte Verdachtsfälle gelten und denen deswegen eine Heimquarantäne vorge-schrieben wird. In vielen Fällen erhalten diese Menschen keinen Bescheid und können damit ihrem Arbeitgeber nicht nachweisen, dass sie zu Recht und mit Entgeltfortzah-lungsanspruch dem Dienst fernbleiben.

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