Miete während der Krise aussetzen!

Die Pressekonferenz am 27.3. versammelte Stimmen aus der Praxis zum Thema Miete, Wohnungslosigkeit und prekären Unterkünften in Zeiten der Covid_19 Krise.

Wien (OTS) - Einig waren sich die Teilnehmer_innen: Die Krise muss solidarisch bewältigt werden und nicht auf dem Rücken der am meisten Betroffenen. Die Immobilienwirtschaft muss ihren Teil beitragen: indem sie auf ihre Profite durch Mieteinnahmen verzichtet.

Annika Rauchberger von der Bettelloby berichtet von der äußerst prekären Situation von Bettler_innen. Zum Teil würden vier Generationen in einer 1-Zimmer-Wohnung wohnen und dafür 750 Euro Euro bezahlen."Jetzt fehlt ihnen die Haupteinnahmequelle, weil sie sich im öffentlichen Raum nicht mehr aufhalten dürfen, die Reisen nach Hause werden dazu noch immer schwieriger. Sie sind jetzt gefangen und drohen obdachlos zu werden, auch Familien mit Kindern." Viele Notquartiere seien heillos überfüllt.

Diese Wahrnehmung teilt ein Aktivist der Initiative Sommerpaket. Kapazitäten in den einzelnen Einrichtungen werden heruntergefahren, um die dichte Belegung der Notquartiere und Tageszentren zu reduzieren. Dennoch können Maßnahmen und die soziale Distanz sowohl für Nutzer_innen als auch für die Mitarbeiter_innen kaum eingehalten werden. "Wir haben gesundheitlich eine sehr vulnerable Gruppe, die vom Corona-Virus sehr stark gefährdet ist, die zusätzlich unter den extrem ungünstigsten Bedingungen nächtigen muss." Daraus folgert er als praktischen Schritt: "Leere Hotelzimmer müssen zu Wohnungen für Obdachlose umgewandelt werden. Ein Recht auf Gesundheit ist unter den jetzigen Umständen extrem gefährdet."

coview.cat - Aktivist_in bei coview.info (social and political Covid 19 Watchgroup) "Es muss sich radikal etwas ändern, jetzt nicht mehr nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch aus gesundheitlichen Gründen." "Beteiligt euch an dem transnationalen Aktionstag, im Internet und von den Fenstern und Balkonen der Stadt, mit der Musik Aktion, am 28.03. um 18h"

"Die anfallenden Mietkosten müssen durch die Immobilienwirtschaft getragen werden", nennt Gabu Heindl, Architektin, Stadtplanerin und Aktivistin, die zentrale Forderung, mit der dem strukturellen Problem und der Ungerechtigkeit, gerade im Bereich Wohnen, zu begegnen sei. "Die Mieten können nicht nur gestundet werden, das Problem ist ja nach der Krise für viele nicht kleiner." Sie fordert, dass nicht weiter Gewinne privatisiert und Verluste von der Öffentlichkeit getragen werden. "Mit dieser Logik muss gebrochen werden, während Corona und auch danach! Für Vermieter_innen kann ein Hilfs-Fonds eingerichtet werden, an den sie sich in der Not wenden können." Abschließend fordert sie:"Es braucht sofort ein Moratorium für Kündigungen, Zwangsräumungen und Mieterhöhungen und generell eine Stärkung des Mieter_innenschutzes. Auch nach der Krise darf niemand mit der Wohnungsnot anderer Profite machen."

"Als ÖH aber auch im Kulturbereich erreichen uns zahllose Nachrichten von Menschen, die sich die Miete nicht mehr leisten können. Dafür braucht es großteilige Lösungen" und "die politschen Entscheidungsträger, allen voran Sebastian Kurz, tragen jetzt volle Veranwortung wenn im Lager Moria auf Lesbos oder hier Wohnungslose auf der Straße sterben", so _willi Hejda prekäre Kulturarbeiter_in und Teil der ÖH.Akbild abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Die heute eröffnete Petition: https://mein.aufstehn.at/petitions/mietenstopp-in-corona-krise

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