Corona-Krise: Kinder in einkommensarmen Haushalten besonders betroffen

Diakonie fordert Erhöhung der Sozialhilfe und Unterstützung beim Lernen zu Hause

Wien (OTS) - „Probleme, mit denen einkommensarme Familien kämpfen, verschärfen sich in der Corona-Krise“, betont Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser. Das zeige sich besonders deutlich am Thema Wohnen und bei der Bildung. 58% der Kinder in Haushalten, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, leben in Wohnungen mit krasser Überbelegung. „Es ist für keine Familie einfach, wenn alle zu Hause sind, die Eltern im Homeoffice arbeiten sich gleichzeitig um die Kinder kümmern müssen. Je beengter die Wohnverhältnisse, desto höher der Druck und angespannter die Situation. Die schulpsychologische Beratung empfiehlt, dass jedes Kind einen Platz in der Wohnung haben soll, wo es ein Buch hinlegen und in Ruhe und aufmerksam lernen kann. Ein Ding der Unmöglichkeit, wenn sich fünf Personen 50 m2 teilen müssen.“ Dazu kämen praktische Fragen wie der „Kampf um den Laptop“, wenn es im Haushalt nur ein Gerät gebe, das sowohl die Mutter fürs Homeoffice als auch drei Kinder für die Arbeitsaufträge der Schule brauchen.

Die Diakonie fordert eine Erhöhung der Sozialhilfe für Familien mit Kindern, auch unbürokratische Verlängerung bzw. Möglichkeiten zur unbürokratischen Neuantragsstellung, sowie Soforthilfe seien erforderlich, denn „Geldsorgen verschärfen die Problematik zusätzlich“. Man dürfe Familien in dieser Situation der Isolation nicht alleine lassen, hier könne telefonische Sozial- und Familienberatung helfen.

Bildungschancen dürfen nicht sinken in der Corona-Krise

„Sollten die Ausgangsbeschränkungen und Schließung der Schulen über die Osterferien hinaus dauern, müssen wir uns dringend Gedanken machen, wie Kinder in einkommensarmen Haushalten beim Lernen unterstützt werden können, damit ihre ohnedies geringeren Bildungschancen in der Krise nicht noch weiter sinken“, verweist die Diakonie-Direktorin auf die starke Hebelwirkung von Bildung zum Durchbrechen des Teufelskreises der Vererbung von Armut – oder eben seiner Verfestigung. „Viel hängt davon ab, ob Eltern oder andere Kinder beim Lernen unterstützen können. Wenig Möglichkeiten der Unterstützung kommt zusammen mit der beengten Wohnsituation, die konzentriertes Lernen verhindert.“

Die Diakonie plant, ihre Lernhilfe-Angebote für benachteiligte Kinder sowie ihre Angebote, die Eltern beim Lernen mit ihren Kindern unterstützen, auf digital und telefonisch umzustellen. Voraussetzung dafür sei aber eine entsprechende technische Ausstattung der Familien: „Wir sammeln Spenden für Laptops. Letztenendendes wäre es aber eine staatliche Aufgabe, hier zu unterstützten. Denn Bildungschancen als Mittel der Armutsbekämpfung sind für unsere ganze Gesellschaft wichtig, gerade in der Krise“, so Moser abschließend.

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