Österreich braucht ein krisensicheres Internet – basierend auf Glasfaserinfrastruktur

  • Die Maßnahmen zur Einschränkung der sozialen Kontakte gelten für alle gleich. Allerdings haben die Menschen am Land eine deutlich schlechtere Ausgangsposition. Das Krisenmanagement der Politik ist derzeit vorbildlich. Den gleichen Spirit erwarten wir uns auch für die Zeit danach. Nach der Krise wird der Bandbreitenbedarf wahrscheinlich noch rascher ansteigen, da Home-Office oder Videokonferenzen dann breitere Akzeptanz haben. Eine leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur trägt zur Reduktion der CO2-Emmissionen bei und sie wird auch helfen, dass sich die Wirtschaft rasch wieder erholt
    Heinz Pabisch, Leiter der Action Group Gigabit Fiber Access (AGGFA) der Computer Measurement Group (CMG)
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  • Um unser Land gigabitfähig zu machen, braucht es ein perfektes Zusammenspiel von öffentlicher Hand und privaten Unternehmen. Wo das gegeben ist, können auch Unternehmen und Haushalte in dünn besiedelten Gebieten mit zukunftsfähigen Anschlüssen versorgt werden. Die aktuelle Situation ist ein Weckruf, die Anstrengungen zu intensivieren. Ich hoffe, dass er gehört wird
    Igor Brusic, Vizepräsident von CMG und AGGFA-Netzexperte
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Wien (OTS) - In der aktuellen Krisensituation zeigt sich, wie wertvoll Internetdienste sind. Das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben kann zumindest teilweise aufrechterhalten werden. Die Übertragungskapazitäten stoßen dabei allerdings an ihre Grenzen, vor allem in ländlichen Regionen sind die Engpässe bereits spürbar. Die Anbieter denken schon über Maßnahmen zum Kapazitätsmanagement und die Drosselung gewisser Dienste nach. Seit Jahren setzt sich die Action Group Gigabit Fiber Access (AGGFA) für leistungsfähige, zukunftssichere Kommunikationsnetze basierend auf Glasfaserinfrastruktur ein. Zugang zum Internet wird immer mehr zur Frage der Daseinsvorsorge. Es braucht verstärkte Anstrengungen, die Bevölkerung überall gleich auszustatten.

Derzeit arbeiten sehr viele Menschen im Home-Office, machen Besprechungen über Videokonferenzen, erledigen Behördenwege digital, halten Kontakt mit Freunden und Verwandten, genießen Kunst und Kultur im Netz und kaufen online ein. Die aktuelle Krise beschleunigt die Digitalisierung. Bevölkerung und Unternehmen nutzen verstärkt die vielfältigen Möglichkeiten, die sie mit sich bringt. Es ist davon auszugehen, dass sie nach Ende der Ausgangsbeschränkungen vieles davon beibehalten werden.

Versorgungslücken schließen

Umso wichtiger ist es, eine möglichst flächendeckende Infrastruktur dafür zu schaffen und Versorgungslücken zu schließen, also Ballungsgebiete und den ländlichen Raum in gleicher Qualität mit Glasfaserinfrastruktur auszustatten. "Die Maßnahmen zur Einschränkung der sozialen Kontakte gelten für alle gleich. Allerdings haben die Menschen am Land eine deutlich schlechtere Ausgangsposition. Das Krisenmanagement der Politik ist derzeit vorbildlich. Den gleichen Spirit erwarten wir uns auch für die Zeit danach. Nach der Krise wird der Bandbreitenbedarf wahrscheinlich noch rascher ansteigen, da Home-Office oder Videokonferenzen dann breitere Akzeptanz haben. Eine leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur trägt zur Reduktion der CO2-Emmissionen bei und sie wird auch helfen, dass sich die Wirtschaft rasch wieder erholt", erklärt Heinz Pabisch, Leiter der Action Group Gigabit Fiber Access (AGGFA) der Computer Measurement Group (CMG).

Offene Netze für ländliche Gemeinde

In urbanen Gebieten können private Anbieter die Errichtung der Infrastruktur übernehmen. Hier sind die Kosten vergleichsweise niedrig und die Einnahmen sorgen für eine Amortisierung der Investitionen in relativ kurzer Zeit. In ländlichen Regionen stellt sich das anders dar. Hier erweist sich das Modell der offenen Netze als beste Möglichkeit. Die öffentliche Hand sorgt für den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur, über die dann unterschiedliche Serviceprovider ihre Dienste anbieten können. Die Infrastruktur bleibt langfristig in öffentlicher Hand. In fünf Bundesländern koordinieren Infrastrukturgesellschaften den Ausbau nach diesem Modell: die Niederösterreichische Glasfaserinfrastrukturgesellschaft (nöGIG), die Fiber Service OÖ, die Steirische Breitband- und Digitalinfrastrukturgesellschaft (sbidi), die Breitbandinitiative Kärnten (BIK) und die Breitbandserviceagentur Tirol. Zur Finanzierung tragen nicht nur staatliche Beihilfen, sondern auch private Investoren bei, die in längeren Zyklen denken. In Niederösterreich etwa ist mit Allianz Capital Partners (ACP) ein institutioneller Investor eingestiegen. Das Land hat sich Ende 2019 mit ACP auf ein Investitionspaket in der Höhe von 300 Millionen Euro geeinigt. Damit werden 100.000 Glasfaseranschlüsse in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern errichtet.

"Um unser Land gigabitfähig zu machen, braucht es ein perfektes Zusammenspiel von öffentlicher Hand und privaten Unternehmen. Wo das gegeben ist, können auch Unternehmen und Haushalte in dünn besiedelten Gebieten mit zukunftsfähigen Anschlüssen versorgt werden. Die aktuelle Situation ist ein Weckruf, die Anstrengungen zu intensivieren. Ich hoffe, dass er gehört wird", so Igor Brusic, Vizepräsident von CMG und AGGFA-Netzexperte.

Über die Computer Measurement Group – Austria & Eastern Europe (CMG-AE)

Die CMG-AE, kurz für Computer Measurement Group – Austria & Eastern Europe, ist ein offenes Forum für Technologiebegeisterte. Die Non Profit Organisation, die seit 25 Jahren in Österreich und Osteuropa vertreten ist, beschäftigt sich mit der Frage, wie technologische Innovationen sinnbringend, wirtschaftlich und nachhaltig zum Wohle der Menschen eingesetzt werden können. Unter der Präsidentschaft von Klaus Jaritz treibt die CMG-AE eine Reihe von verschiedenen Themen-Panels voran wie beispielsweise „AGGFA – Action Group Gigabit Fiber Access", „Security sensibler Systeme", „IT-Transformation", „Design & Prozess" oder „Industrie 4.0". Gegründet wurde die CMG ursprünglich in den USA, um die Leistungen von Computersystemen zu vergleichen.

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Werner Reiter
Tel.: +43 664 454 9660
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