Krise als Chance für geklärte Arbeitsverhältnisse im Museumsbereich

Die aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen vorgenommenen Museumsschließungen zeigen einmal mehr, wie sinnvoll und wichtig ein Kollektivvertrag für Museumsmitarbeiter/innen ist!

Es muss jetzt Schluss mit Prekariaten in der Kulturvermittlung sein! In der Organisation von österreichischen Museen nimmt die Kulturvermittlung bis heute eine negative Sonderstellung ein: Im Gegensatz zu anderen Fachdisziplinen arbeiten Kulturvermittler/innen oftmals unter prekären Arbeitsbedingungen, mit schwankendem Einkommen, ohne Recht auf Krankenstand oder Karenz, in situationselastischen Dienst- und Arbeitsverträgen oder auf Projektbasis.
Sandra Malez, Obfrau des Österreichischen Verbands der KulturvermittlerInnen im Museums- und Ausstellungswesen
Ein Kollektivvertrag, in dem für alle Berufsgruppen im Museum ordentliche Angestelltenverhältnisse vorgesehen sind, würde die vielfach herrschende Ungleichheit beseitigen helfen“, sagt Wolfgang Muchitsch, Präsident des Museumsbunds Österreich, „der öffentlichen Hand sollte daran gelegen sein, den Wert der Kulturarbeit auch entsprechend zu honorieren. Den Museen wiederum sollte daran gelegen sein, Gleichheit der Arbeitsverhältnisse herzustellen.
Wolfgang Muchitsch, Präsident, Museumsbund Österreich

Graz/Linz/Wien (OTS) - Die österreichischen Museen sind wichtige Arbeitgeber. Hochgerechnet rund 6.500 Mitarbeiter/innen sind in diesen tätig, in diversen und vielfach auch prekären Beschäftigungsverhältnissen.

Eine der essenziellen Säulen der Museumsarbeit ist die Kulturvermittlung – sie steht gleichberechtigt neben der Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit. Allerdings sieht die Realität in den Museumsorganisationen häufig anders aus. Sandra Malez, Obfrau des Österreichischen Verbands der KulturvermittlerInnen im Museums- und Ausstellungswesen, zieht hierzu Bilanz: „Es muss jetzt Schluss mit Prekariaten in der Kulturvermittlung sein! In der Organisation von österreichischen Museen nimmt die Kulturvermittlung bis heute eine negative Sonderstellung ein: Im Gegensatz zu anderen Fachdisziplinen arbeiten Kulturvermittler/innen oftmals unter prekären Arbeitsbedingungen, mit schwankendem Einkommen, ohne Recht auf Krankenstand oder Karenz, in situationselastischen Dienst- und Arbeitsverträgen oder auf Projektbasis.

Gerade eine Situation wie diese zeigt, wie wichtig und sinnvoll faire Anstellungsverhältnisse für alle Museumsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, denn die Berufsgruppe der Vermittlerinnen und Vermittler – in Kunst-, Natur- und Technikmuseen ebenso wie in (kultur-)historischen Museen – steht in vielen Fällen bis zur Wiederaufnahme des Normalbetriebes aufgrund prekärer oder nicht vorhandener Anstellung ohne jegliches Einkommen und damit ohne jegliche Sicherheit da.

Am herrschenden Museumskapitalismus (mehr Ausstellungen, mehr Besucher/innen, mehr Veranstaltungen, …) ist die Community grundlegend mitschuldig, in dem viele Museen bei gleichbleibenden, wenn nicht sogar sinkenden Personalkosten, weiterhin daran interessiert sind, den Output auf allen Kanälen stetig zu steigern.

#fairpay hat sich die derzeitige Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben – die momentane Krise sollte als Chance gesehen werden, endlich geklärte Arbeitsverhältnisse in den österreichischen Museen anzustreben: „Ein Kollektivvertrag, in dem für alle Berufsgruppen im Museum ordentliche Angestelltenverhältnisse vorgesehen sind, würde die vielfach herrschende Ungleichheit beseitigen helfen“, sagt Wolfgang Muchitsch, Präsident des Museumsbunds Österreich, „der öffentlichen Hand sollte daran gelegen sein, den Wert der Kulturarbeit auch entsprechend zu honorieren. Den Museen wiederum sollte daran gelegen sein, Gleichheit der Arbeitsverhältnisse herzustellen.

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