Armenier gedenken der unschuldigen Opfer der Pogrome in Sumgait, Baku und in anderen aserbaidschanischen Städten

Wien (OTS) - Jedes Jahr gedenken Armenier weltweit der unschuldigen Opfer der Pogrome in der aserbaidschanischen Stadt Sumgait, der Hauptstadt Baku und in den anderen Städten. Als Antwort auf die friedliche Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts der Bevölkerung von Berg-Karabach in Übereinstimmung mit internationalen Normen und der Gesetzgebung der UdSSR wurden in der Spätphase der Sowjetunion von der aserbaidschanischen Seite antiarmenische Pogrome und ethnische Säuberungen durchgeführt.

Um diese Gräueltaten zu verbergen, sowie den Charakter und die Geschichte des Berg-Karabach-Konflikts zu verfälschen, führt das offizielle Baku bis heute die internationale Gemeinschaft weiterhin in die Irre, auch die Vorgänge um Khojaly (Chodschali) betreffend. Ein deutliches Beispiel für die antiarmenische Propaganda seitens Aserbaidschan ist die Presseaussendung der Botschaft der Republik Aserbaidschan in Wien in der APA - Austria Presse Agentur. Dabei sprechen die Fakten für sich. Sie werfen Fragen auf, die die aserbaidschanische Regierung bis zum heutigen Tag nicht beantwortet hat.

Wir verweisen auf das Interview mit dem ehemaligen Präsidenten Aserbaidschans Ayaz Mutallibov in der russischen Zeitung Nezavisimaya Gazeta von 2. April 1992. Darin machte er die damalige Opposition in Aserbaidschan für die Ereignisse in Khojaly verantwortlich. Es ist auch unstrittig, dass die Tragödie in Khojaly in einem Gebiet stattgefunden hat, das unter der Kontrolle der Streitkräfte der oppositionellen aserbaidschanischen Volksfront 11-12 km von Khojaly entfernt befand. Es ist bemerkenswert, dass angesichts dieser Tragödie der Präsident Ayaz Mutallibov von der aserbaidschanischen Opposition einige Tage später zum Rücktritt gezwungen wurde. Die Autorin des Interviews, die Korrespondentin der Zeitung Nezavisimaya Gazeta, Dana Mazalova, bekräftigte in einem Interview mit der armenischen Nachrichtenagentur Armenpress am 17. Februar 2020, dass die Veröffentlichung in vollem Umfang den Worten des ehemaligen Präsidenten von Aserbaidschan entspricht.

Außerdem wurde im Jahr 2007 Eynulla Fatullayev, aserbaidschanischer investigativer Journalist, unter dem Vorwurf der Verleumdung in Aserbaidschan zu einer Haftstrafe verurteilt, weil er die offizielle Version der aserbaidschanischen Behörden bezüglich der Khojaly-Ereignisse in Frage gestellt hat. In der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 22. April 2010, wurde das Urteil des aserbaidschanischen Gerichtes als illegal angesehen und die sofortige Freilassung des Journalisten gefordert. Bei der Untersuchung der Ereignisse rund um Khojaly hatte der Gerichtshof die antiarmenischen Anschuldigungen der aserbaidschanischen Seite zurückgewiesen. Es ist bemerkenswert, dass diejenigen Aserbaidschaner, die es wagten, offen über die Verantwortung der aserbaidschanischen Seite zu sprechen, wie der Journalist Eynulla Fatullayev getötet oder inhaftiert wurden.

In Bezug rund um die Ereignissen in Khojaly ist es wichtig zu betonen, dass die Aktionen der Streitkräfte von Berg-Karabach darauf abzielten, die Positionen der aserbaidschanischen Streitkräfte - diese wurden zur monatelangen Bombardierung der Hauptstadt Stepanakert verwendet - zu neutralisieren, um eine weitere humanitäre Katastrophe in Stepanakert und in der Umgebung zu verhindern, sowie den Flughafen in unmittelbarer Nähe des Dorfes Khojaly - die einzige Verbindung für Berg-Karabach zur Außenwelt - gemäß dem humanitären Völkerrecht zu befreien.

Die aserbaidschanischen Streitkräfte verwandelten Khojaly in einen Ausgangspunkt für den täglichen Beschuss von Stepanakert, der Hauptstadt Berg-Karabachs. Am 13. Februar 1992 begann Aserbaidschan unter Verstoß gegen internationale Konventionen mit dem Beschuss der Wohngebiete von Stepanakert, dabei setzte es das Raketenwerfersystem "BM-21 Grad" ein. So wurde deutlich, dass die Neutralisierung von Khojaly für das physische Überleben der Bevölkerung von Stepanakert von großer Dringlichkeit war.

Es ist wichtig zu betonen: Die Verteidigungskräfte von Berg-Karabach haben mehrmals über die bevorstehende Militäroperation informiert und die aserbaidschanische Seite dazu aufgefordert, die Zivilbevölkerung über den im Voraus geöffneten humanitären Korridor zu evakuieren. Diejenigen, die den Korridor genutzt haben, einschließlich der örtlichen Behörden des Dorfes Khojaly, konnten die Gebiete unter der Kontrolle der aserbaidschanischen Armee sicher erreichen. Es ist ebenfalls unbestritten, dass der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung Sicherheitsgarantien und die Gelegenheit zur Nutzung des humanitären Korridors gegeben wurden. Die Belege dokumentieren das eindeutig.

Es ist bemerkenswert, dass nach der Befreiung des Dorfes Khojaly mehr als siebenhundert Zivilisten, die unter die Kontrolle der Streitkräfte von Berg-Karabach waren, bedingungslos auf die aserbaidschanische Seite überwechselten.

Anstatt ein günstiges Umfeld für eine friedliche Beilegung des Konflikts zu schaffen sowie die eigene Bevölkerung auf einen Frieden vorzubereiten setzt die aserbaidschanische Regierung ihre antiarmenische Hasspropaganda fort, verbreitet Intoleranz gegen Armenier und Armenien.

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