Armutskonferenz: Corona trifft die ökonomisch Ärmsten am Arbeitsmarkt, in den Familien oder als chronisch Kranke

Stimmen gegen Armut: besonderer Schutz, Sicherheit & entschiedene Maßnahmen zur Verringerung sozial prekärer Lebenslagen

Wien (OTS) - „Corona trifft die Ärmsten“, warnt die 12. Armutskonferenz, die heute unter dem Titel „Stimmen gegen Armut“ in Salzburg mit 400 TeilnehmerInnen aus Wissenschaft, Selbsthilfeinitiativen, sozialen Organisationen, Bildungseinrichtungen und Armutsbetroffenen zu Ende geht. „Corona trifft die ökonomisch Ärmsten am Arbeitsmarkt, in den Familien oder als chronisch Kranke. Sie brauchen besonderen Schutz, Sicherheit und entschiedene Maßnahmen zur Verringerung ihrer sozial prekären Situation.“

Armutsbekämpfung & Vermeidung im Budget / Unterausschuß im Parlament

Die Armutskonferenz erwartet sich von Sozialminister Anschober und Finanzminister Blümel eine Budgetierung der im Regierungsprogramm vermerkten Punkte, die Armut potentiell bekämpfen. Im Budget muss die Armutsbekämpfung abgebildet sein. Gerade jetzt mit den sozialen Folgen von Corona. „Schöne Wort machen nicht satt" Weiters fordert die Armutskonferenz das Parlament auf, den im Regierungsprogramm vermerkten „Unterausschuss Armutsbekämpfung“ einzusetzen. „Dort können die Stimmen gegen Armut hör- und sichtbar werden. Dort ist der richtige Platz für die Ergebnisse der Armutskonferenz“. Die TeilnehmerInnen der Armutskonferenz haben aufgezeigt, was gegen Armut wirkt. Ein besseres Unterhaltsrecht, echter Chancenindex, Kindergesundheit, Jugendhilfe, neue Mindestsicherung, sozialer Wohnbau. https://www.ots.at/redirect/armutskonferenz68

Sozialverträglichkeitsprüfung, Health Impact Assessment, Arbeitslosenanwaltschaft, Client councils

Bei Verwaltungsreform und Demokratiepaket dürfen diejenigen nicht vergessen werden, die eine gute Verwaltung und gleichen Zugang zum Recht - egal ob arm oder reich- am meisten brauchen. Die Armutskonferenz schlägt hier „Modelle von Arbeitslosenanwaltschaften“ vor, die bereits in Oberösterreich und Wien ausgearbeitet wurden. Oder „client councils auf den Ämtern, wie wir sie aus den Niederlanden kennen“. Entscheidend ist auch, dass Beteiligungsmöglichkeiten institutionalisiert werden, zB. regelmäßige Einladung von Menschen mit Armutserfahrungen ins Parlament. Für eine bessere Bürgerbeteiligung müssen mit neuen Partizipationsprojekten besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen eingebunden werden. Sie können Einblicke und Lösungen erbringen, an die vorher nicht gedacht wurde. Eine „Sozialverträglichkeitsprüfung“ gesetzlicher Maßnahmen sollte genauso bedacht werden wie Modelle eines „Health Impact Assessment“ wie wir es aus Neuseeland kennen.

Stimmen gegen Armut! Soziale Ungleichheit schließt aus

Die 12. Österreichische Armutskonferenz vom 9-11. März in Salzburg macht die tiefe soziale Kluft in der Demokratie zum Thema. Ökonomische Ungleichheit drückt auf das Vertrauen und behindert politische Partizipation. Wir wollen der Frage nachgehen, wie Demokratie gestaltet werden kann, damit alle gesellschaftlichen Gruppen teilhaben und mitbestimmen. Was braucht es, damit die Stimmen ausgegrenzter und armutsbetroffener Menschen gehört werden? Wie können wir eine drohende „Zwei Drittel Demokratie“ verhindern? Zu den hunderten TeilnehmerInnen gehören Wissenschaft, Selbsthilfeinitiativen, soziale Organisationen, Bildungseinrichtungen und Armutsbetroffene. Die Volksanwaltschaft hält einen eigenen Sprechtag auf der Konferenz ab.

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Die Armutskonferenz.
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