Europäischer Radiologiekongress durch Behördenversagen in Abwanderungsgedanken nach Barcelona bestärkt

Wien (OTS) - Mit dem Europäischen Radiologiekongress stand von 11-15. März eine internationale Großveranstaltung mit über 23.000 Teilnehmern aus 183 Ländern kurz vor ihrem Start im Wiener Austria Center. Trotz intensiver Bemühungen von Seiten des Veranstalters, der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (ESR), um entsprechende Rechtssicherheit in Zeiten der fortschreitenden Coronavirus-Verbreitung, gibt es bis dato kein Zeichen eines Einlenkens von Seiten der Behörden. Den Behörden ist der Vorwurf zu machen, die Entscheidung über Maßnahmen zum Schutz vor einer Weiterverbreitung des Coronavirus, nämlich die Absage von medizinischen Großveranstaltungen, auf private Veranstalter zu überwälzen welche so auf dem damit verbundenen Risiko sitzenbleiben.

Obwohl wir den Kongress bereits auf eigenes Risiko verschoben haben und den Behörden eine schwerwiegende Entscheidung abgenommen haben, lassen uns diese weiterhin im Stich. Ich möchte klar festhalten, dass es hier nicht darum geht finanzielle Forderungen an die Stadt Wien oder die Republik zu stellen, sondern um die Schaffung von Rechtssicherheit für private Veranstalter. Es ist fahrlässig, dass die Verantwortung für die öffentliche Gesundheit Privatveranstaltern überlassen wird. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei den Teilnehmern um medizinisches Fachpersonal handelt, welches in Anbetracht der zu erwartenden Belastungen des Gesundheitssystems dringend in den Spitälern benötigt wird“, so Peter Baierl, Geschäftsführer der Europäischen Gesellschaft für Radiologie.

Radiologiekongress überlegt Wien nach 2020 den Rücken zuzukehren

Ohne behördlichen Bescheid zur Untersagung von medizinischen Großveranstaltungen sind es zurzeit die Veranstalter, die das volle Risiko tragen. Eine Sachlage, welche die ESR dazu zwingt, sich mit einer möglichen Abwanderung in Richtung Barcelona nach dem Jahr 2020 intensiv zu beschäftigen. Dadurch würden der Stadt Wien auf einen Schlag fünf Radiologiekongresse bis 2025 wegfallen.

Für die Stadt Wien und den Arbeitsmarkt würde ein Abzug des ECRs einen herben Rückschlag darstellen, wie eine Berechnung des Institutes für Höhere Studien (IHS) zur ökonomischen Bedeutung des Kongresses für Wien und Österreich belegt.*

Der Kongress bringt durch die hohe TeilnehmerInnen-Anzahl deutlich messbare Impulse für Tourismus, Gastronomie und Infrastruktur. So wird allein in Wien die Bruttowertschöpfung durch fünf Radiologiekongresse um rund 85 Mio. Euro gesteigert, in ganz Österreich um rund 140 Mio. Euro. Rechnet man diese Werte auf die Beschäftigungswirkung in Personenjahren um, so werden in der Bundeshauptstadt durch einen ECR 330 Arbeitsplätze, bundesweit 509 Arbeitsplätze geschaffen.*

800 Mio. Euro Wissenstransfer

In noch höheren Dimension bewegt sich der zu erwartende Verlust in Bezug auf den Wissenstransfer. Dieser beläuft sich, laut einer Studie aus 2018, auf unglaubliche 800 Millionen Euro pro Radiologiekongress. Die Analyse basiert auf einer neuen wissenschaftlichen Methode namens „The Vienna Model“, die vom Vienna Convention Bureau, der Europäischen Gesellschaft für Radiologie zusammen mit der Unternehmensberaterin und Lehrbeauftragten an der Wirtschaftsuniversität Wien Dr. Martina Stoff-Hochreiner entwickelt worden war.**

*https://www.ots.at/redirect/acv4
**https://www.ots.at/redirect/b2b

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