• 09.03.2020, 11:04:41
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„Sündig speisen – Wenn Essen zur Religion wird“ und „Reinigung von innen – Fasten in den Religionen“ in „kreuz und quer“

Zum „Bewusst gesund“-Ernährungsschwerpunkt am 10. März ab 22.35 Uhr in ORF 2

Utl.: Zum „Bewusst gesund“-Ernährungsschwerpunkt am 10. März ab
22.35 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - „Sündig speisen“ erkundet unterschiedliche Zugänge zu
Ernährung – mit und ohne Fleisch. Tobias Dörrs „kreuz und
quer“-Dokumentation zeigt ein Ehepaar, das seine
Ernährungsdifferenzen mit Humor löst, und eine vegan-vegetarische
Wohngemeinschaft, präsentiert eine Fleischrinderzucht in
Familienbetrieb und einen Unternehmer, der aus Insekten das Protein
der Zukunft erzeugen will. Ist ein Insekt ein Lebewesen und genauso
viel „wert“ wie eine Kuh? Ist vegane Ernährung gesund, und gibt es
eine Definition von gesunder Ernährung? Und vor allem: Gibt es ein
ethisch vertretbares Töten von Tieren? Diesen und anderen Fragen geht
der Film im Rahmen des „Bewusst gesund“-Ernährungsschwerpunkts am
Dienstag, dem 10. März 2020, um 22.35 Uhr in ORF 2 nach. Um 23.10 Uhr
folgt Florian Kröppels Dokumentation „Reinigung von innen – Fasten in
den Religionen“.

„Sündig speisen – Wenn Essen zur Religion wird“ – Ein Film von Tobias
Dörr

Als Claudia und Thomas einander kennenlernen, verabreden sie sich zum
Essen – vegetarisch, denn Claudia war bereits seit Jugendjahren
Vegetarierin. Auf dem Weg zu Claudia macht Thomas noch heimlich einen
Stopp beim Würstlstand, um später Claudias vegetarische Kost zu
loben. „Ein Senffleck auf der Krawatte hat ihn dann verraten“, gibt
Claudia lachend zu Protokoll. Heute kocht das Ehepaar für sich und
ihre mittlerweile erwachsenen Kinder neben Gemüse auch Fleisch.
Jungunternehmer Christoph begegnete das Thema Insektenessen während
seines Gesundheitsmanagement-Studiums. Er gründete eine Firma, die
Proteinriegel aus Insekten herstellt. Seine Vision ist, dass Menschen
ihr tierisches Protein nicht von Wirbeltieren, sondern von Insekten
zu sich nehmen, um so dem Klimawandel zu begegnen. Katharina teilt
diese Vision, sie liefert Christoph das Rohmaterial – sie betreibt
mitten in der Großstadt eine Mehlwurmzucht.
Die Biobauern Dani und Fred haben im nördlichen Niederösterreich
einen Hof mit mehr als 300 Hektar Wiesen und Weideflächen. Ihre
Ställe sind um einiges größer, als der Bio-Standard es erfordern
würde. Der integrierte Schlachthof ermöglicht es dem gelernten
Fleischhauer Fred, den Rindern den Stress des Tiertransports zu
ersparen. Dani und Fred gehen aber noch weiter: Sollte sich ihnen am
vorgesehenen Schlachttag keines ihrer Rinder nähern, wird auch keines
geschlachtet.
Greta und Felix leben gemeinsam in einer Wohngemeinschaft in
Niederösterreich. Greta ernährt sich schon lange vegetarisch und
mittlerweile sogar vegan. Felix wurde durch Greta zum Vegetarier. In
der WG, in der auch Felix’ Cousin lebt, kochen sie oft gemeinsam.
Im Alter von 12 Jahren lernt Meister Zhang Kung Fu. 1979 studiert er
in Fujian das Sonderfach Wushu, was neben Kung Fu auch Tai Ji Chuan
und Qi Gong beinhaltet. Seit 30 Jahren lebt und lehrt er mit seiner
Frau in Wien. Sie setzen bei der Ernährung einen besonderen
Schwerpunkt: Es sei nicht nur wichtig, was man esse. Genauso wichtig
sei es, wie gegessen wird. Man solle nicht zu viel dabei reden und
langsam und konzentriert essen. Am wichtigsten seien das regelmäßige
Essen und die Achtsamkeit den Lebewesen gegenüber, die gegessen
werden.
TCM-Expertin Karola Schneider erläutert, dass es in der
Traditionellen Chinesischen Medizin nach der Typenlehre
unterschiedlich zu beurteilen sei, ob jemand Fleisch brauche oder
nicht. Ein Verfechter des Fleischkonsums ist Udo Pollmer. Der
Lebensmittelchemiker aus Bayern ist Koautor u. a. des Buches „Don’t
go Veggie“, Untertitel: „75 Fakten zum vegetarischen Wahn“.
Medizinethiker Matthias Beck meint, auch beim Fleischkonsum sei die
entscheidende Frage jene nach dem richtigen Maß.

„Reinigung von innen – Fasten in den Religionen“ – ein Film von
Florian Kröppel

Es scheint fast ein die gesamte Menschheit verbindender Grundvollzug
des Lebens zu sein: das Fasten. Von kaum einer Kultur wird der
periodische Verzicht infrage gestellt. Zu wichtig scheinen karge
Perioden für unseren Körper und unseren Geist zu sein. Und auch für
die Seele. Denn Fasten ist seit jeher beides – medizinische Anwendung
und religiöser Akt.
Julia Radlingmayer begibt sich eine Woche lang ins Stift Geras, um
mit Gleichgesinnten eine Woche lang komplett auf Essen zu verzichten.
Dort betreibt Alexander Graffi schon seit mehreren Jahren ein
Fastenhaus, wo der kontrollierte Verzicht auf jegliche feste Nahrung
angeboten wird. Mittlerweile ist nicht zuletzt durch die Arbeit der
Grazer Wissenschafter Thomas Pieber und dem Team rund um Frank Madeo
bewiesen, dass Fasten tatsächlich gesünder macht. Gerade in der Zeit
vor Ostern herrscht in Geras Hochbetrieb. Denn Fasten ist ungeachtet
des medizinischen Trends immer noch eine wichtige religiöse Praxis.
Die Religionswissenschafterin Birgit Heller und der
Religionswissenschafter Franz Winter wissen, warum das so ist: Zum
einen ist die Abstinenz ein wichtiger Teil der Vorbereitung auf ein
Fest, zum anderen hilft das Fasten, den Geist zu reinigen. Nicht
umsonst ist das Fasten in so gut wie allen Religionen und Kulturen
bekannt.
Der Islam kennt das Ramadan-Fasten. Die junge Wiener Studentin Nesrin
El-Isa lädt „kreuz und quer“ während der letzten Tage des
Fastenmonats ein, diese Zeit des Gebets und der inneren Einkehr
kennenzulernen. Genauso wichtig wie die Abstinenz ist in diesen Tagen
auch der soziale Zusammenhalt. Bei den Aleviten gibt es zwei
Fastenzeiten, und die richten sich nach unterschiedlichen Kalendern.
Ihre Hauptfastenzeit ist der Monat Muharram, in dem sie zwölf Tage
lang zu Ehren der zwölf Imame sogar auf klares Wasser verzichten.
Auch indische Traditionen und das Judentum kennen Zeiten des Fastens.
Oft gibt es unterschiedliche Motivationen, andere Bräuche und
unterschiedliche Zugänge. Gemeinsam ist ihnen die Erfahrung: Wer
fastet, reinigt sich von innen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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