Bedauern über den Verlust einer unabhängigen Agentur für die EU-Jugendförderungen

„Erasmus+“ und „Europäisches Solidaritätskorps“ in Zukunft ohne eigene Jugendagentur

Seitdem haben wir viel Expertise aufgebaut, um die Programme entsprechend den Besonderheiten des Jugendsektors umsetzen zu können.
Gerhard Moßhammer, Geschäftsführer des IZ
Auch ohne eine Beauftragung als Nationalagentur wird sich das IZ ab 2021 weiter für Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Inklusion, die Befähigung zur Mitbestimmung und Mitgestaltung sowie die Förderung eines wertschätzenden Umgangs mit Vielfalt in der Gesellschaft einsetzen
Martina Fürpass, IZ-Geschäftsführerin

Wien (OTS) - Der Verein „IZ – Vielfalt, Dialog und Bildung“, der insgesamt 21 Jahre als Nationalagentur für die EU-Jugendprogramme fungiert hat, bedauert die Entscheidung, in Zukunft die Jugendagenden der EU-Programme „Erasmus+“ und „Europäisches Solidaritätskorps“ nicht mehr von einer eigenen Jugendagentur abwickeln zu lassen.

Vernachlässigung der Besonderheiten des Jugendbereichs droht

BMBWF und BMAFJ hatten am Freitag bekannt gegeben, dass ab 2021 die Jugendagenden der beiden Programme der OeAD-GmbH übertragen werden und es somit keine eigene Agentur für den Jugendbereich mehr geben wird. Das IZ war bereits vor 28 Jahren in den Aufbau europäischer Mobilitätsprogramme im österreichischen Jugendbereich involviert. „Seitdem haben wir viel Expertise aufgebaut, um die Programme entsprechend den Besonderheiten des Jugendsektors umsetzen zu können.“, so Gerhard Moßhammer, Geschäftsführer des IZ.

Jugendagentur hatte sehr erfolgreich zusätzliche Mittel lukriert

Die Expertise im Jugendbereich zeigt sich insbesondere durch das Lukrieren zusätzlicher Mittel für außerordentliche Aufgaben im Bereich der EU-Jugendförderungen. Im Auftrag der Europäischen Kommission hat das IZ bisher ein europaweites Forschungsnetzwerk (RAY) etabliert und koordiniert und mit dem „European Solidarity Corps Resource Centre“ die Umsetzung des Programms „Europäisches Solidaritätskorps“ auf europäischer Ebene begleitet und unterstützt.

Frage nach konkretem Verbesserungspotenzial bleibt offen

Das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung begründen die Entscheidung der Zusammenlegung der Agenturen damit, Empfehlungen der EU-Kommission und des österreichischen Rechnungshofes umzusetzen. Das IZ hält dazu fest, dass im aktuellen Vorschlag der Europäischen Kommission für die neue Programmgeneration Folgendes vermerkt wird:

„Im Interesse einer effizienten und wirksamen Umsetzung dieser Verordnung sollte das Programm möglichst auf bestehende Mechanismen zurückgreifen. Die Durchführung des Programms sollte daher der Kommission und nationalen Agenturen anvertraut werden. Im Sinne größtmöglicher Wirksamkeit sollten die nationalen Agenturen nach Möglichkeit dieselben sein, die für die Verwaltung des Vorläuferprogramms benannt worden waren. Der Umfang der Ex-ante-Konformitätsbewertung sollte sich auf neue, für das Programm spezifische Anforderungen beschränken, sofern dies gerechtfertigt ist und keine schwerwiegenden Mängel oder mangelhaften Leistungen der betroffenen nationalen Agentur vorliegen.“

Außerdem bestätigten unabhängige Prüfstellen des Bundes dem IZ in den letzten Jahren eine fehlerfreie, effiziente und kostengünstige Umsetzung des Programms. Die Bezugnahme der Bundesministerien auf eine Empfehlung der EU-Kommission ist demnach für das IZ nicht nachvollziehbar. Der Inhalt des Rohberichtes des Rechnungshofes ist dem IZ bis dato nicht bekannt, auch wurden die wesentlichen Begründungen für die Entscheidung dem IZ nicht mitgeteilt. Die Frage nach dem konkreten Verbesserungspotenzial bleibt somit aktuell offen.

Jugendsektor und Zivilgesellschaft setzten sich für transparente Vergabe der Jugendagenden ein

Das IZ begrüßt die vielen Stimmen aus Zivilgesellschaft und Jugendsektor, die sich für eine öffentliche Ausschreibung zur Implementierung der EU-Jugendförderprogramme eingesetzt hatten. So hatte zum Beispiel die Bundesjugendvertretung gefordert, dass niederschwelliger Zugang zu den Förderungen und Vielfalt in non-formalen Jugendprojekten garantiert bleiben muss und daher eine transparente Vergabe wichtig sei.

Einsatz für Partizipation, Chancengerechtigkeit und Diversität geht weiter

Auch ohne eine Beauftragung als Nationalagentur wird sich das IZ ab 2021 weiter für Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Inklusion, die Befähigung zur Mitbestimmung und Mitgestaltung sowie die Förderung eines wertschätzenden Umgangs mit Vielfalt in der Gesellschaft einsetzen“, erklärt IZ-Geschäftsführerin Martina Fürpass.

Offizielle Stellungnahme

Offizielle Stellungnahme auf der IZ-Website
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