SPÖ-Abgeordneter Drobits warnt - Österreich und EU bei Medikamenten zu stark von China abhängig

EU muss sich zuverlässig mit Arzneimitteln selbst versorgen können - Parlamentarische Anfrage an den Gesundheitsminister

Wien (OTS/SK) - In den letzten Jahren kommt es bei Arzneimitteln immer wieder zu Vertriebseinschränkungen, und dieses Problem trifft nicht nur Österreich, sondern ist EU- bzw. weltweit zu beobachten. "Akut erzwingt das Coronavirus einen nahezu kompletten Stillstand von Lieferungen aus China, was dazu führt, dass in unseren Apotheken der Vorrat an verschiedensten Medikamenten und Medizinprodukten erschöpft ist", sagt der SPÖ-Abgeordnete Christian Drobits. ****

Im ORF-Magazin Eco hat gestern der Vertreter des österreichischen Generikaverbands gesagt: "Es ist natürlich von Medikament zu Medikament unterschiedlich, aber wir sind bei Antibiotika sicher in einer Lieferabhängigkeit von mehr als 75 Prozent aus dieser Region."

Drobits hält diese Lieferabhängigkeit für besorgniserregend und hat dazu eine parlamentarische Anfrage an Gesundheitsminister Anschober eingebracht. Darin will er klären, welche strategischen Überlegungen es gibt, Produktionsstandorte aus dem Ausland wieder zurück in die EU zu holen. Und: Welche Strategien durch das Ressort verfolgt werden, um bessere Bedingungen für eine ortsnahe Produktion von Medikamenten zu schaffen.

„Wir erwarten in den folgenden Wochen gespannt die Antwort des Gesundheitsministers, wie er die Gewährleistung der Versorgungskontinuität mit pharmazeutischen Grundsubstanzen zu sichern gedenkt, um so eine zuverlässige Versorgung mit Arzneimitteln in Österreich sicherzustellen und fatale Störfälle zu verhindern“, betont Drobits.

„Es ist nur eine Frage der Zeit, dass wir durch die Abhängigkeit von Medikamenten in einen Notstand geraten. Die Krise rund um das Coronavirus zeigt uns, wie schnell es gehen kann, dass globale Lieferungen ausfallen können. Wir müssen also rasch Rahmenbedingungen schaffen, dass wir in Europa und Österreich die Produktion von Medikamenten ermöglichen und unseren Eigenbedarf an Arzneimitteln sicherstellen können!“

Schätzungen zufolge kommen mittlerweile mehr als 90 Prozente aller weltweit hergestellten Antibiotika aus Indien und China. Die Grundsubstanzen werden in China hergestellt, in Indien weiterverarbeitet und dann in die gesamte Welt exportiert.

Dies kann allerdings zu erheblichen Nebenwirkungen führen, die nicht nur in Zeiten der Corona-Krise spürbar sind, sagt Drobits. Denn die Konzentration auf wenige Herstellungsstätten für Arzneimittel und Wirkstoffe könne ein Grund für Lieferengpässe sein, ebenso wie Qualitätsmängel bei der Herstellung oder Produktions- und Lieferverzögerungen bei Rohstoffen. Die primäre Verantwortung, die Lieferfähigkeit von Arzneimitteln aufrecht zu erhalten, liegt grundsätzlich beim Zulassungsinhaber bzw. beim Großhändler (§ 57a. (1) Arzneimittelgesetz).

Service: Die Anfrage finden Sie unter folgendem Link:

https://tinyurl.com/v23nx8b

(Schluss) bj/wf

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