Grüne Wirtschaft: Wasser predigen und Schaumwein trinken, Herr Mahrer?

WKO-Opernballgäste sollen vorab Luxus-Diner im Hotel Sacher auf Kammerkosten konsumiert haben

Wie uns aus verlässlicher Quelle zugetragen wurde, soll Mahrers Gästeschar vor dem Opernball-Besuch im Hotel Sacher diniert und dort auch reichlich Schaumwein konsumiert haben
Sabine Jungwirth/Grüne Wirtschaft

Wien (OTS) - Die Grüne Wirtschaft stellt eine Anfrage an WKO-Präsident Harald Mahrer. Anlass ist der begründete Verdacht, dass die WKO-Opernball-Causa auf Kammerkosten größere Dimensionen hat als bisher vermutet.

Wie uns aus verlässlicher Quelle zugetragen wurde, soll Mahrers Gästeschar vor dem Opernball-Besuch im Hotel Sacher diniert und dort auch reichlich Schaumwein konsumiert haben”, so die Bundessprecherin der Grünen Wirtschaft, Sabine Jungwirth: “Und jetzt stellt sich natürlich zunächst die Frage: Wurde das illustre “Vorglühen” ebenfalls mit Pflichtmitgliedsbeiträgen finanziert?”

Gegen Spesen-Auslagen zu Repräsentationszwecken sei an sich nichts einzuwenden, solange sie sich sowohl finanziell als auch dem Anlass entsprechend im Rahmen hielten, stellt Jungwirth klar: “Wenn allerdings der oberste WKO-Repräsentant tatsächlich zunächst vor zahlreichen Zeugen zum Champagnisieren ins Sacher geladen haben sollte, um anschließend in der Luxus-Loge medienwirksam Mineralwasser zu trinken, schadet das dem Ansehen der Wirtschaftskammer massiv.”

Gerade in Wahlkampfzeiten sollte die Kammerspitze um ihre Reputation besorgt sein, so Jungwirth: „Die Wirtschaftskammerwahlen verzeichnen traditionell eine niedrige Wahlbeteiligung. Vor allem auf die Mehrheit der kleinen Unternehmer*innen, die sich mit Fragen der sozialen Absicherung herumschlagen müssen, könnte sich die Opernball-Dekadenz der Kammerspitze demobilierend auswirken.“

Abschließend gemahnt Jungwirth den WKO-Chef zu mehr Bescheidenheit: „Christoph Leitl war sicherlich nicht unumstritten. Ein derartiger öffentlicher Fauxpas wäre dem Vorgänger aber sicher nicht passiert.“


Die Anfrage an WKO-Präsident Mahrer im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Dr. Mahrer,

in den vergangenen Tagen wurde breit medial berichtet, dass Sie am heurigen Opernball 2020 in Ihrer Funktion als Wirtschaftskammerpräsident eine Balkonloge um € 23.600.- gemietet haben. Diese wurde lt. Berichterstattung gemeinsam mit einigen anderen Persönlichkeiten genutzt, die regelmäßig in der Öffentlichkeit in Erscheinung treten. Als Sie dort von einem Kamerateam im Laufe des Abends besucht wurden, haben Sie behauptet, dass es nur Mineralwasser gäbe, weil Sie mit den Mitgliedsbeiträgen „sorgfältig“ umgehen würden.

Aus zuverlässiger Quelle wurde nun an uns herangetragen, dass im Vorfeld des Ballbesuchs am selben Abend aber auch ein ausgiebiges Abendessen mehrerer Personen auf Kosten der Wirtschaftskammer im Hotel Sacher stattgefunden hat, bei dem teure alkoholische Getränke und Speisen serviert wurden. Die dafür angefallen Kosten und der von Ihnen behauptete Zweck des Mitteleinsatzes – die Anmietung der Loge dient lt. Ihrer Aussage dem Abschluss von Geschäften – wirft nun einige Fragen auf.

Ich ersuche daher um zeitnahe Beantwortung folgender Anfrage:

  1. Wie hoch waren die Gesamtkosten für die Anmietung der Loge am Opernball 2020 einschließlich der von der Wirtschaftskammer bezahlten Eintrittskarten und Konsumation? Bitte um Aufschlüsselung nach diesen Kategorien und namentlicher Nennung der Personen, die auf Kosten der Wirtschaftskammer den Ball besucht haben.
  2. Ist es richtig, dass im Vorfeld des Ballbesuchs ein Abendessen im Hotel Sacher stattgefunden hat, das ebenfalls aus Mitteln der Wirtschaftskammer bezahlt wurde?
  3. Wie hoch waren die Gesamtkosten für dieses Abendessens im Hotel Sacher?
  4. Wie viele Personen waren bei dem Abendessen anwesend?
  5. Sind diese Personen ident mit den Gästen in der Loge?
  6. Wenn ja, wie rechtfertigen Sie diese zusätzlichen Kosten gegenüber den Pflichtmitgliedern der Wirtschaftskammer?
  7. Wenn nein, wie viele eingeladene Personen waren beim Abendessen einschl. Ihrer Person anwesend?
  8. Ist es richtig, dass beim Abendessen Champagner oder ähnliche Getränke konsumiert wurden?
  9. Welche Geschäfte wurden im Sinne der Wirtschaftskammermitglieder beim Abendessen und/oder dem Ballbesuch konkret abgeschlossen?
  10. Sind im Rahmen des Besuchs des Opernballs 2020 weitere Kosten für die Wirtschaftskammer angefallen? Wenn ja, welcher Art?


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Stefan Knoll
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Grüne Wirtschaft
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