VIER PFOTEN Recherche: Wiens Märkte endlich käfigei-frei

Großmarkt Wien verkauft ab 2023 keine Käfigeier mehr

Wien (OTS) - Großer Erfolg für VIER PFOTEN: Die GMW Großmarkt Wien Betrieb GmbH hat sich nach intensiven Gesprächen mit der Tierschutzorganisation zu einem Verzicht auf den Verkauf von Käfigeiern bis 2023 bereit erklärt. In einem ersten Schritt haben die Bestandnehmer des Großmarkts eine Absichtserklärung zum Ausschluss von Produkten aus Käfighaltung unterschrieben. Der Handel mit Eiern aus dieser Haltungsform soll bis zum 1. Jänner 2023 minimiert und danach gänzlich eingestellt werden.

„Wir freuen uns sehr über diese positive Entwicklung“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Martina Pluda. „Die Käfighaltung ist in Österreich seit Beginn 2020 mit dem Verbot der so genannten ausgestalteten Käfige endgültig Geschichte. Da ist es nur konsequent, wenn die Konsumenten importierte Tierqual-Produkte auch nicht mehr angeboten bekommen. Wir sehen ja auch beim aktuellen Skandal um ein niederösterreichisches eierverarbeitendes Unternehmen, dass die Verbraucher Käfigeier einfach ablehnen.“

Seit 1. Oktober 2018 ist die neue Wiener Marktordnung in Kraft. Diese beinhaltet ein Verkaufsverbot für Käfigeier. Der Großmarkt Wien ist jedoch von dieser Regelung ausgenommen: Er unterliegt nicht der Marktordnung, sondern dem Gewerbe- und dem Baurecht. Der Großmarkt Wien ist der bedeutendste Umschlagplatz für Eiprodukte, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Blumen in Österreich. Es werden jährlich rund 400.000 Tonnen Ware umgeschlagen. Derzeit sind am Großmarkt Wien rund zehn Handelsfirmen tätig, die mit Eiern handeln, zwei Betriebe produzieren Eier. Der Großteil der angebotenen Eier stammt aus Österreich. Im Niedrigpreissegment gibt es aber auch Produkte aus Deutschland, den Niederlanden sowie aus Polen, Ungarn und der Slowakei. Im Vorjahr erst fand VIER PFOTEN Käfigeier aus Polen.

Wiens Märkte: Hauptsächlich Eier aus Bodenhaltung, viele aus dem Ausland

Bei einem aktuellen Marktcheck auf zehn Wiener Märkten, die der Marktordnung unterliegen, haben VIER PFOTEN Mitarbeiterinnen – im Gegensatz zu 2019 – keine Käfigeier gefunden. Martina Pluda: „Es ist natürlich erfreulich, dass unser Alarm im Vorjahr und die Kontrollen des Marktamts offensichtlich Wirkung zeigen. Wir hoffen auch sehr, dass die anderen Bundesländer dem Wiener Beispiel folgen und ebenfalls die Käfigeier von den Märkten verbannen. Kein Konsument möchte Eier aus Tierqual! Es ist ja auch absurd: Frischeier aus Käfighaltung sind im Handel mittlerweile seit den Neunziger Jahren aussortiert. Dass wir überhaupt noch solche Produkte im Jahr 2020 kaufen können, ist ja eine Schande.“

Auf den meisten Wiener Märkten finden sich vorwiegend Eier aus Bodenhaltung. Sehr viele kommen aus dem Ausland, hauptsächlich aus Polen. „Das ist schon ein Wermutstropfen“, so Pluda. „Produkte aus Freilandhaltung haben wir so gut wie gar nicht gefunden. Bio-Freilandeier gab es nur auf ausgewählten Bioständen. Viele Konsumenten wissen natürlich nicht, dass auch die Bodenhaltung großen Stress für die Hühner bedeutet, wenngleich sie gegenüber der Käfighaltung eine Verbesserung darstellt.“

Bei der Bodenhaltung leben neun Hennen pro Quadratmeter in riesigen Hallen. Sind Sitzstangen und Legenester in mehreren Etagen angebracht (Volierenhaltung), können es sogar 18 Hennen pro Quadratmeter sein. Auch hier kommt es durch den Stress oft zu Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus. Wie in der Käfighaltung mangelt es den Hennen auch in der Bodenhaltung häufig an Beschäftigung, da es keinen Grünauslauf gibt. Verhaltensweisen wie Futtersuche, Scharren, Kratzen und Picken können in einer solchen Haltung nur bedingt ausgeübt werden, zumal die Tiere hier weniger Platz haben als in der Freilandhaltung.

Für VIER PFOTEN ist daher Aufklärung und Transparenz über die Bedingungen in der Tierhaltung das Wichtigste. „Nur ein informierter Konsument kann die richtigen Entscheidungen treffen. Und die Nachfrage bestimmt zu einem großen Teil das Angebot. Allerdings kann die Politik nicht aus der Verantwortung genommen werden. Deshalb fordern wir die restlichen Bundesländer auf, Käfigeier auf Märkten nach dem Vorbild Wiens endlich zu verbieten“, sagt Pluda.

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