• 13.02.2020, 09:34:13
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ÖAMTC-Untersuchung: Auto im Winter vorheizen oder nicht? (+Foto)

Mobilitätsclub untersucht Funktion und Umweltverträglichkeit von Standheizungen

Utl.: Mobilitätsclub untersucht Funktion und Umweltverträglichkeit
von Standheizungen =

Wien (OTS) - Eine Standheizung sorgt einerseits dafür, dass im Auto
schon vor der Abfahrt angenehme Temperaturen herrschen. Andererseits
wird das Fahrzeug dadurch "aufgetaut", also von Eis und Schnee
befreit und der Motor vorgewärmt – zumindest bei manchen Herstellern.
Standheizungen sind entweder als Sonderausstattung verbaut oder
werden als Nachrüstlösung angeboten. Der Mobilitätsclub hat drei
Systeme (benzin-, diesel- und elektrisch betrieben) einem Vergleich
hinsichtlich Funktionsweise und Umweltverträglichkeit unterzogen.

"Die meisten Fahrzeugbesitzer werden mit einer kraftstoffbetriebenen
Standheizung am besten bedient sein", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan
Kerbl. "Diese Systeme funktionieren unabhängig vom Stromnetz und
haben eine gute Heizleistung. Damit ist auch bei tiefen Temperaturen
ein eisfreies und gut vorgewärmtes Auto gewährleistet." Unterschiede
gibt es in der Konzeption: Bei Inline-Lösungen, die an den
Kühlwasserkreislauf des Motors angeschlossen sind, wird der
Motorblock mitgewärmt. Das verringert den Verschleiß, weil das Auto
nicht kalt gestartet wird, wenn man los fährt. Umgekehrt verlängert
sich dadurch im Vergleich zu Insel-Lösungen, die nur den Innenraum
heizen, die Vorheizdauer und braucht auch mehr Energie. "Daraus
ergibt sich: Wer längere Strecken fährt, sollte zur Inline-Variante,
wer nur kurz unterwegs ist, eher zur Insel-Lösung greifen", fasst
Kerbl zusammen.

Hat man einen Parkplatz in der Nähe einer Steckdose, ist alternativ
eine elektrische Standheizung möglich. Deren Vorteil: Zum Betrieb ist
kein Kraftstoff nötig und die Starterbatterie wird nicht belastet.
"Allerdings dauerte das Vorheizen im ÖAMTC-Test rund 50 Minuten",
gibt der Techniker des Mobilitätsclubs zu bedenken. Auch bei den
elektrischen Standheizungen gibt es Inline- und Insel-Lösungen.
Letztere Variante empfiehlt sich in diesem Fall, weil das Wärmen des
Innenraums deutlich schneller geht, wenn der Motorblock nicht
mitgeheizt wird.

Vorgeheizte Motoren mit verringertem Schadstoffausstoß

Für die ÖAMTC-Untersuchung wurde zunächst gemessen, wie lange es
dauert, bei einer Außentemperatur von -10 °C den Innenraum des
Fahrzeugs auf 21 °C aufzuwärmen. Gleichzeitig wurden die Emissionen
der Standheizungen gemessen, außerdem erfolgten Messungen im
Fahrzyklus WLTP mit kalten und vorgewärmten Motoren. Dabei zeigte
sich bei älteren Benzinern ein positiver Effekt der Standheizung.
"Wird der Motor mit vorgewärmt, reduzieren sich die Schadstoff- und
Partikelemissionen gegenüber einem Kaltstart zum Teil deutlich", hält
Kerbl fest.

Bei neueren Benzinern mit Partikelfilter, aber auch bei
Diesel-Standheizungen sieht das allerdings anders aus. Hier können
sich bei den Partikelemissionen sogar Nachteile ergeben. Grund dafür
ist, dass die Fahrzeuge selbst im Gegensatz zu den Standheizungen mit
wirkungsvollen Filtersystemen ausgestattet sind. Ein Tipp des
ÖAMTC-Experten: "Die Tests haben gezeigt, dass rund die Hälfte der
Partikelemissionen einer Standheizung bereits beim Ein- und
Ausschalten entstehen. Man sollte die Standheizung also nie 'nur
kurz' aktivieren." Als Faustregel gilt außerdem: Die Fahrzeit sollte
mindestens so lang wie die Stand-Heizzeit sein, auch, um eine
Entladung der Batterie zu vermeiden.

Elektrische Standheizungen verursachen keinen direkten
Schadstoffausstoß. Sie haben sogar positiven Einfluss auf die
Emissionen, wenn man mit dem elektrisch vorgewärmten Fahrzeug los
fährt. "Wirklich klimaneutral ist allerdings nur eine mit Ökostrom
betriebene Standheizung", sagt Kerbl. Die schlechteste (und darüber
hinaus auch verbotene) Variante ist und bleibt das Warmlaufen lassen
des Fahrzeuges im Stand.

Standheizung sorgt für Komfort und Sicherheit

Neben dem Komfortgewinn und – je nach Auslegung – der Reduktion des
Motorverschleißes, sollte der zusätzliche Sicherheitsgewinn durch
eine Standheizung nicht unterschätzt werden. "Die Scheiben sind beim
vorgeheizten Auto eisfrei und beschlagen nicht. Außerdem fällt es
leichter, auf eine warme Winterjacke zu verzichten – das erhöht
wiederum die Sicherheit, weil der Gurt enger am Körper anliegt", hält
ÖAMTC-Techniker Kerbl abschließend fest.

Informationen zu allen getesteten Produkten und weitere Tests des
ÖAMTC findet man unter www.oeamtc.at/tests.

Aviso an die Redaktionen:
Bildmaterial zu dieser Aussendung ist unter www.oeamtc.at/presse
abrufbar.

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