- 06.02.2020, 12:29:58
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ÖVP im Landtag: „Ganz Kärnten hat als Lebensstandort Zukunft!“
Die Bevölkerungsentwicklung stellt Kärnten vor große Herausforderungen. ÖVP-Abgeordnete starten in aktueller Stunde vier Initiativen gegen Abwanderung.
Utl.: Die Bevölkerungsentwicklung stellt Kärnten vor große
Herausforderungen. ÖVP-Abgeordnete starten in aktueller Stunde
vier Initiativen gegen Abwanderung. =
Klagenfurt (OTS) - Die Landtagsabgeordneten der Kärntner Volkspartei
bringen im Rahmen der heutigen Aktuellen Stunde zur
Bevölkerungsentwicklung vier Anträge ein, die der negativen Prognose
entgegen wirken sollen – einen Bonus für Kärnten-Heimkehrer, eine
Adaption der Maastricht-Kriterien für eine aktive
Investitionspolitik, eine Servicestelle für Ehrenamtliche und den
Ausbau der Tageseltern in Kärnten.
Clubobmann Markus Malle begründet die Notwendigkeit von schnellen
Maßnahmen: „Kärnten verliert bereits jetzt an Einwohnern, die
Herausforderungen, die auf Kärnten zukommen, sind enorm.“ Die
Binnenwanderung verschärft die Situation innerhalb des Landes –
Abwanderung in den peripheren Gebieten, Zuwanderung im Zentralraum.
„Die Entwicklung trifft den urbanen und den ländlichen Raum“, sagt
Landesrat Martin Gruber klar. Deshalb habe er bereits Maßnahmen
getroffen – von der Regionalitätsoffensive bis zur Entlastung der
Nahversorger. „Wir haben auch in der Regierung eine Kofinanzierung
von 19 Millionen Euro für die ländliche Entwicklung beschlossen“, so
Gruber weiter. Weitere Maßnahmen kündigt er für den heurigen
Strategieprozess „Masterplan ländlicher Raum“ an. Gruber: „Wir werden
mit den Menschen in den Regionen konkrete Handlungsanleitungen
erarbeiten, die wir dann konsequent abarbeiten.“ Als zuständiger
Referent werde er jedenfalls „nie aufhören für den ländlichen Raum zu
kämpfen“.
Für ÖVP-Abgeordneten Ferdinand Hueter steht fest, dass man es
„politisch außer Streit stellen muss, den ländlichen Raum und auch
den Zentralraum lebenswert zu halten“. „Wir müssen das Kirchtumdenken
ad acta legen“, fordert er alle politischen Vertreter des Landes und
der Gemeinden zur Zusammenarbeit auf. Maßnahmen müssen über die
Gemeindegrenzen hinausgehen – „von Gewerbeparks über die
Ärzteversorgung bis hin zur Pflege“, so Hueter. Klar ist: „Jammern
wird uns nicht helfen“, so Hueter „Wir müssen an sehr, sehr vielen
kleinen Schrauben drehen, damit die Entwicklung in die richtige
Richtung gehen kann, und brauchen dafür eine positive Stimmung.“
Davon ist Landesrat Sebastian Schuschnig überzeugt. „Kärnten ist
zweimal in Folge Wachstumssieger in Österreich gewesen“, bringt
Schuschnig ein Beispiel. „Ein bisschen Optimismus ist berechtigt.“
Die Prognose für die Bevölkerungsentwicklung will Schuschnig nicht
schönfärben. „Ich bin aber überzeugt davon, das wichtigste Mittel im
Kampf gegen den demografischen Wandel ist ein attraktiver
Wirtschaftsstandort.“ Er kündigt – nach Einrichtung der
Wirtschaftsombudsstelle – weitere Maßnahmen für Deregulierung an.
„Wir verstehen auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz als
Wirtschaftsmotor für Kärnten“, so Schuschnig weiter. Das soll sich
etwa in der Nutzung von Wasserstoff in der Modellregion Kärnten und
in Innovationen in der Holzwirtschaft niederschlagen.
Entscheidend aber werde sein, dass die Betriebe genügend Fachkräfte
finden. „Wir brauchen mehr Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungen
und müssen sie am künftigen Bedarf der Wirtschaft ausrichten“, mahnt
Schuschnig, denn: „Wirtschaftskraft ohne Arbeitskraft gibt es nicht -
wir dürfen keinen mehr verlieren.“ Gerade für die Erwerbsbevölkerung
sagt die Prognose massive Veränderungen vorher, wie Malle erklärt:
„Schon in zehn Jahren werden wir um 37.000 weniger Menschen zwischen
15 und 65 Jahren in Kärnten haben – wir können dann jeden zehnten
Arbeitsplatz nicht mehr nachbesetzen.“
Die wichtigste Gegenmaßnahme sieht Malle darin, den Standort Kärnten
nicht mehr krank zu jammern. „Die Industriellenvereinigung hat mir
gemeldet, dass per Anfange Februar in neun Betrieben 113 Stellen zu
besetzen sind“, berichtet Malle. Knapp ein Drittel davon für
Akademiker, ebenso viele für Absolventen von berufsbildenden höheren
Schulen. „Es hat sich in unseren Köpfen festgesetzt, das es in
Kärnten keine Perspektiven gibt – damit müssen wir aufhören.“
Das zeige sich auch beim Arbeitsmarktservice. 4.000 Stellen sind
sofort zu besetzen, im Laufe des Jahres werden es aber insgesamt rund
38.000 Arbeitsplätze sein. „Es gibt in Kärnten aber nicht nur viele
offene Stellen, sondern auch gut bezahlte“, so Malle. „Ein Drittel
der über 30.000 Stellen sind mit 2.000 Euro pro Monat und höher
dotiert.“ Um diese Chancen nutzen zu können, müsse Kärnten die
Qualifikationsschere schließen. Malle: „Wir müssen die Stellen nach
Skills und Wissen besetzen, nicht nur nach formeller Ausbildung.“
Insgesamt steht für die Landesräte und Abgeordneten der Neuen
Kärntner Volkspartei fest: „Ganz Kärnten hat als Lebensstandort
Zukunft. Seien wir doch stolz darauf – und kämpfen wir weiter für die
Perspektiven in diesem Land.“ Die heute gestarteten Initiativen
sollen einen wichtigen Beitrag dazu leisten.
Die heutigen Anträge der ÖVP:
1. Heimkehrer-Bonus: Das Land soll Gemeinden bei einem Prämiensystem
für Bürger, die ihren Hauptwohnsitz nach Kärnten zurückverlegen,
unterstützen.
2. Servicestelle für Ehrenamtliche: Im Rahmen bestehender Strukturen
soll es eine Beratungsstelle für Ehrenamtliche und Vereine geben.
3. Zukunftstaugliche Investitionsregelungen in den
Maastrichtkriterien: Im Sinne einer aktiven Investitionspolitik
sollen die Maastrichtkriterien für Infrastrukturprojekte neu geregelt
werden.
4. Ausbau der Tageseltern: Für familiennahe und flexible
Kinderbetreuung soll die Anzahl der Tageseltern – auch der
betrieblichen Tageseltern – schrittweise auf 300 erhöht werden.
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