Selmayr: Weg zu geopolitisch starkem Europa führt über das Weltall

Experten der EU und der UN diskutieren heute ab 18.30 in der Urania darüber, welchen Beitrag die Weltraumpolitik zur Umsetzung wichtiger EU-Prioritäten wie Klimaschutz leisten kann

Wien (OTS) - „Wenn Europa seine globale Rolle stärken will, muss es weit über den Horizont hinausschauen – ins Weltall. Dort treffen Technologieführerschaft, Industriestrategie und Geopolitik aufeinander. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission im Haushaltsrahmen 2021-2027 erstmals ein eigenes, mit 16 Milliarden Euro dotiertes Weltraumprogramm vorgeschlagen“, sagt Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, im Vorfeld der Veranstaltung Multilateralism at work in der Wiener Urania. Dort diskutieren heute ab 18.30 Uhr Expertinnen und Experten der Europäischen Union und der Vereinten Nationen über Kooperationsmöglichkeiten im All und darüber, wie die Weltraumpolitik zu den UN-Nachhaltigkeitszielen und zum Klimaschutz beitragen kann. Am Podium sind u. a. Carine Claeys, die EU-Sonderbeauftragte für Weltraumpolitik, und Jolanda van Eijndthoven, stellvertretende Referatsleiterin für Weltraumpolitik in der Europäischen Kommission.

Das neue Programm führt ab 2021 alle EU-Aktivitäten im Weltraum unter einem Dach zusammen und stellt die Weiterentwicklung der Satellitennavigationssysteme Galileo und Egnos sowie des Erdbeobachtungssystems Copernicus sicher. „Im Weltraum wird mit Mitteln aus dem EU-Haushalt ein immenser Mehrwert für die Bürger geschaffen – auch wenn sich dieser nicht in Form von monetären Rückflüssen an einzelne Mitgliedstaaten abbilden lässt. Das zeigt einmal mehr, dass die mancherorts so populäre Nettozahlerdebatte an der Realität vorbeigeht“, stellt Selmayr fest.

Bereits eine Milliarde Smartphones sind mit Galileo-tauglichen Chips ausgestattet. Weiters verfügen in der EU alle neuen Pkw-Modelle über das eCall-System, das Einsatzkräfte bei einem Unfall via Galileo über den Standort des Fahrzeugs informiert. In weniger als zehn Minuten kann Galileo mit Sender ausgerüstete Menschen orten, die in Berg- oder Seenot geraten sind. Ein Ziel der Kommission ist es, eine auf 20 cm genaue Lokalisierung zu ermöglichen. 26 Satelliten sind derzeit für Galileo im All unterwegs.

Steigende Bedeutung für Verteidigung und nationale Sicherheit

Egnos ist wiederum auf rund 350 Flughäfen quer durch die EU im Einsatz und erleichtert Landungen bei Schlechtwetter. Das hilft, Verspätungen und Umleitungen – und folglich unnötigen CO2-Ausstoß – zu vermeiden. Das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für den Klimaschutz, da es beispielsweise Daten über CO2-Emissionen liefert. Auch für Verteidigung und nationale Sicherheit kommt dem Weltraum wachsende Bedeutung zu. Zwei neue EU-Initiativen sollen den Zugang nationaler Behörden zu sicherer Satellitenkommunikation und Überwachung von Weltraumgefahren verbessern.

Die EU-Mitgliedstaaten haben unter österreichischer EU-Ratspräsidentschaft 2018 prinzipiell grünes Licht für das von der Kommission vorgeschlagene Weltraumprogramm gegeben. Nun müssen sie ausreichend finanzielle Ressourcen sicherstellen, sagt Selmayr. „Wer in das Weltraumprogramm investiert, der investiert in die Souveränität und die Zukunft Europas.“ Der Weltraumsektor ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der EU: Er beschäftigt rund 230.000 Menschen, sein Wert wurde zuletzt auf 53 bis 62 Milliarden Euro geschätzt. Ein Drittel aller Weltraumsatelliten ist made in Europe. „Im Weltraumsektor tätigte Unternehmen können einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung von EU-Prioritäten im Hinblick auf Geopolitik und Klimaschutz leisten. Wir müssen ihnen gute Rahmenbedingungen bieten und ihr Innovationspotenzial stärken. Europas Zukunft im All darf nicht in den Sternen stehen“, sagt Selmayr.

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