Ab sofort wöchentliche Mahnwachen für Julian Assange in Wien

Nach UN-Enthüllung über gefälschte Beweismittel

Wien (OTS) - Die Vergewaltigungsvorwürfe, die zur Verhaftung von Julian Assange geführt haben, waren eine politisch motivierte Konstruktion der schwedischen Behörden auf der Basis von gefälschtem Beweismaterial. Das sagt der UN-Sonderberichterstatter über Folter, Prof. Nils Melzer, in der aktuellen Ausgabe des Schweizer Magazins „Republik“. Der Angriff auf Assange bedrohe die Pressefreiheit im Kern, so Melzer. Der Österreichische Journalisten Club (ÖJC), die europäische Journalistenorganisation Association of European Journalists (AEJ) und die Initiative „Candles4Assange“ laden daher zu weiteren Mahnwachen für den australischen Journalisten und WikiLeaks-Gründer, der in London in Haft auf das Verfahren über seine mögliche Auslieferung in die USA wartet.

Die USA beschuldigen Assange der Verschwörung mit der amerikanischen Whistleblowerin Chelsea Manning, die den Journalisten mit Informationen beliefert hat. Assange hatte 2010 auf der Enthüllungs-Plattform Wikileaks Material über US Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan veröffentlicht. Kurz darauf erließ Schweden einen internationalen Haftbefehl wegen Vergewaltigung gegen Assange und verweigerte ihm die Zusicherung, ihn nicht in die USA auszuliefern. Daher flüchtete Assange sich 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London.

Im April 2019 entzog Ecuador Assange das Asyl wieder und ließ ihn von der Londoner Polizei festnehmen. Daraufhin wurde der Whistleblower wegen Nichtwahrnehmung eines Meldetermins im Rahmen der britischen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt, deren Rest ihm im September aber erlassen wurde. Seither wartet er im Londoner Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh auf den Prozess über das Auslieferungsbegehren der USA.

Melzer hat immer wieder gegen die menschenrechtswidrige Inhaftierung Assanges protestiert, und gewarnt, dieser könne an den Folgen psychischer Folter in Isolationshaft sterben. Bei einer Auslieferung in die USA drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft und schlimmstenfalls die Todesstrafe. Zuletzt hat auch die Parlamentarische Versammlung des Europarates Julian Assanges sofortige Freilassung gefordert. Der Prozess über seine mögliche Auslieferung beginnt am 24. Februar, wird nach einer Woche ausgesetzt und am 18. Mai für weitere drei Wochen wieder aufgenommen.

In vielen Ländern versammeln sich wöchentlich Menschen aus Protest gegen Assanges menschenrechtswidrige Behandlung. In Wien werden ab 5. Februar jeweils am Mittwoch zwischen 17:00 und 19:00 Uhr am Stephansplatz Mahnwachen für Julian Assange abgehalten. Derzeit sind Termine bis 4. März fixiert.

Mahnwachen für Julian Assange am Stephansplatz

Ort: 1010 Wien, Stephansplatz 2 Virgil-Kapelle
(am Umriss der unterirdischen Kapelle)

Daten:
Mittwoch, 05.02.2020
Mittwoch, 12.02.2020
Mittwoch, 19.02.2020
Mittwoch, 26.02.2020
Mittwoch, 04.03.2020

Zeit: jeweils von 17:00 bis 19:00 Uhr

Weitere Informationen für JournalistInnen:
* Interview mit Prof. Nils Melzer auf Republik.ch:
https://lmy.de/VaTKM

* Google Docs Materialsammlung zum Fall Assange (in englisch):
https://lmy.de/ixnZa

* #Candles4Assange: https://www.candles4assange.de/

* Basisinformationen:
http://wienlife.at/wp-content/uploads/2020/02/infokompakt.pdf

Pressekontakt: Ing. Barbara P. Meister MA, mail@communication.ag, Tel.: +43 699 10055500

Mahnwachen für Julian Assange am Stephansplatz

Datum: 5.2.2020, 17:00 - 19:00 Uhr

Ort:
Stephansplatz Virgil-Kapelle
1010 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Journalisten Club
Prof. Fred Turnheim
Präsident
+43 1 98 28 555-0
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