Impfbewusstsein mit Kampagne „Darum Impfen“ stärken

LR Königsberger-Ludwig präsentierte Folder für Altersgruppe Jugendliche und Erwachsene bis zum 50. Lebensjahr

St. Pölten (OTS/NLK) - Im Rahmen einer Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten informierte Gesundheits-Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig heute, Montag, gemeinsam mit der NÖ Sanitätsdirektorin Dr. Irmgard Lechner und Sabine Caslavka von der NÖ Krebshilfe zum Thema Impfen. Vorgestellt wurde der neue Impffolder „Darum Impfen“ für Jugendliche und Erwachsene bis zum 50. Lebensjahr. Außerdem wurde im Vorfeld des morgigen Weltkrebstages auf die Bedeutung der HPV-Impfung als einzige Impfmöglichkeit gegen eine Krebserkrankung hingewiesen.

Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig führte aus, dass in der Kalenderwoche 4 in Niederösterreich 4.748 Menschen wegen einer Grippe oder grippeähnlichen Erkrankungen im Krankenstand seien, davon seien 328 Menschen an einer echten Grippe erkrankt. Das sei eine Verdreifachung zur Kalenderwoche 3. „Nur acht Prozent der Menschen sind gegen Grippe geimpft. Der Höhepunkt der Grippe wird in zwei bis vier Wochen erwartet“, betonte die Landesrätin, dass es noch nicht zu spät sei, sich impfen zu lassen, denn die Impfschutzzeit betrage zwei Wochen.

Die Zahlen seien alarmierend und deshalb habe sie auch die Kampagne ihres Vorgängers „Darum Impfen“ weitergeführt, so Königsberger-Ludwig. Damit wolle man darauf hinweisen, dass Impfen wirklich schütze. Impfen sei in jedem Lebensalter möglich und biete auch in jedem Lebensalter entsprechenden Schutz. „Impfungen schützen die eigene Gesundheit, sie schützen individuell und persönlich, damit wird aber auch die Allgemeinheit geschützt“, betonte die Landesrätin den Herdenschutz.

Das Bewusstsein, das Impfen schütze, sei in vielen Fällen nicht gegeben, sagte die Landesrätin, dass man das mit der Kampagne unter dem Motto „Darum Impfen“ ändern wolle. Diese bestehe aus mehreren Teilen: Es werden Folder aufgelegt – diese werden auch an alle Ärzte versandt. Der neue Folder beschäftigt sich mit der Zielgruppe Jugendliche und Erwachsene bis zum 50. Lebensjahr. Das sei „eine besonders wichtige Zielgruppe“, weil in dieser Impflücken vorhanden seien, es ein Alter sei, in dem man Verantwortung für sich selbst übernehmen sollte und in dem man auch Verantwortung für seine Kinder habe, so Königsberger-Ludwig.

Eine weitere Maßnahme seien Infostände auf Messen, etwa bei der Seniorenmesse „Bleib aktiv“ am 13. und 14. Februar im VAZ St. Pölten, wo Expertinnen und Experten gezielt und individuell informieren. Und auf der Website www.darum-impfen.at findet man Grundsatzinformationen zum Thema Impfen. „Wir wollen mit sachlichen Informationen auch die Impfskeptiker davon überzeugen, dass Impfen schützt“, so Königsberger-Ludwig. Weiters verhandle man mit der NÖ Ärztekammer die Impfhonorare, durch ein Anheben dieser wolle man erreichen, dass Ärzte lieber impfen bzw. auf das Thema aufmerksam machen. Eine Schulärztinnen-Verordnung solle Schulärzte ermächtigen, die Impfungen des kostenfreien Kinderimpfprogramms durchzuführen. „Schulärzte können einen wichtigen Beitrag leisten, die Kinderimpfrate zu erhöhen“, ist die Gesundheits-Landesrätin überzeugt.

Eine weitere Erhöhung der Durchimpfungsrate wolle man auch mit dem e-Impfpass und seiner Erinnerungsfunktion erreichen. Dieser solle in den nächsten Monaten in die Pilotphase gehen, so Königsberger-Ludwig.

Bezugnehmend auf den morgigen Weltkrebstag wurde auf eine ganz spezielle Impfung eingegangen: die HPV-Impfung. Sabine Caslavka von der NÖ Krebshilfe betonte den Zusammenhang zwischen HPV-Viren und Gebärmutterhalskrebs und informierte, dass es seit 2006 einen Impfstoff gegen HPV-Viren gebe. Dieser sei in 120 Ländern weltweit zugelassen. In Österreich sei die Impfung ins kostenfreie Kinderimpfprogramm aufgenommen worden, man habe aber leider bei weitem noch nicht jene Durchimpfungsraten erreicht, wie in anderen Ländern. Caslavka wies darauf hin, dass es „Niedrig-Risiko“ HPV-Typen („low risk“) gebe – diese seien zu 90 Prozent für die Bildung von Genitalwarzen verantwortlich – und „Hoch-Risiko“ HPV-Typen („high risk“), die zu Krebs von Gebärmutterhals, Scheide, Vulva, Penis und Anus sowie Rachen- oder Kehlkopfkrebs führen können.

Die NÖ Sanitätsdirektorin Dr. Irmgard Lechner bezeichnete die HPV-Impfung als „Errungenschaft der Medizin“. Die Impfung sei für Kinder vom 9. bis 12. Lebensjahr im kostenfreien Impfprogramm, Nachholimpfungen seien bis zum 15. Geburtstag zum vergünstigten Selbstkostenpreis zu 65 Euro je Teilimpfung (insgesamt zwei) und bis 26 Jahre in den Landeskliniken zu 100 Euro je Teilimpfung (insgesamt drei) möglich.

Nähere Informationen: Büro LR Königsberger-Ludwig, Mag. Dr. Anton Heinzl, Telefon 02742/9005-12576, E-Mail anton.heinzl@noel.gv.at.

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