Greenpeace-Dossier zeigt: Top-Plastikverschmutzer Coca-Cola lobbyiert gegen Umweltgesetze

Mit Lobbying und Greenwashing befeuert Coca-Cola die Plastikkrise - Umweltschutzorganisation fordert Umstieg auf Mehrwegflaschen

Wien (OTS) - Ein heute veröffentlichter Greenpeace-Report zeigt auf, dass der internationale Limonadenkonzern Coca-Cola die Plastikkrise massiv verstärkt und regelmäßig gegen Umweltschutz lobbyiert. Das milliardenschwere Unternehmen produziert weltweit 200.000 Einweg-Plastikflaschen pro Minute. Die Flaschen von Coca-Cola landen öfter in der Natur als Produkte von sämtlichen anderen Marken. Die Verantwortung dafür weist der Konzern jedoch von sich. Stattdessen baut Coca-Cola nach außen ein vermeintlich nachhaltiges Image auf und betreibt hinter den Kulissen intensives Lobbying gegen strengere Abfallgesetze, Pfandsysteme und Mehrwegquoten. Greenpeace fordert, dass Coca-Cola seiner Plastikflut endlich ein Ende setzt und auf ein nachhaltiges Mehrwegsystem umsteigt.

„Coca-Cola produziert aus klimaschädlichem Erdöl und mit großem Energieaufwand Unmengen von Wegwerfplastik – das meist nach einmaliger Benutzung sofort im Müll landet. Der Konzern muss endlich Verantwortung für seine gigantischen Müllberge übernehmen und von Wegwerfplastik auf Mehrwegflaschen umstellen”, fordert Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace in Österreich. Die Marktmacht von Coca-Cola ist auch in Österreich enorm. Bis zu 300.000 Plastikflaschen verlassen stündlich das Werk im Burgenland. Im Limonadensegment hält der US-amerikanische Konzern in Österreich rund 50 Prozent Marktanteil. Diese Macht nutzt Coca-Cola vor allem auf EU-Ebene für Lobbying. Coca-Cola hat im Jahr 2018 laut EU-Transparenzregister mehr als 950.000 Euro investiert, um auf EU-Ebene seine Profitinteressen voranzutreiben und Umweltgesetze auszuhebeln. Im ersten Halbjahr 2019 war der Konzern Sponsor der rumänischen EU-Ratspräsidentschaft. Im Vorfeld der EU-Einwegplastik-Richtlinie hatten Coca-Cola und weitere Konzerne 70 Lobbymeetings mit EU-PolitikerInnen, mit dem Ziel, die Richtlinie abzuschwächen. Um von seinen Müllbergen abzulenken, setzt der Plastikriese auf Greenwashing und propagiert unter anderem Recycling. Unerwähnt bleibt jedoch, dass Recycling noch lange nicht ausgereift ist und dabei weiterhin viel Material verloren geht. Auch werden in Österreich nur 28 Prozent der PET-Flaschen verwendet, um neue Flaschen herzustellen. So müssen Getränkeunternehmen in Österreich jährlich tausende Tonnen PET-Material aus dem Ausland importieren, um die Nachfrage von Unternehmen nach Re-PET-Flaschen zu decken.

Eine Mehrweg-Glasflasche ersetzt bis zu 50 Einweg-Flaschen, eine Mehrweg-PET-Flasche bis zu 20 Einwegflaschen. Doch im Supermarkt sind die Limonadengetränke von Coca-Cola aktuell nur in Einwegplastik oder Dosen erhältlich. Die umweltfreundlichen Mehrwegflaschen sind in Österreich 2009 aus den Regalen verschwunden. „Riesen tragen große Verantwortung. Wenn Coca-Cola seine eigenen Versprechen für eine saubere Umwelt ernst nimmt, muss es seine Getränke in Mehrweg-Flaschen anbieten“, fordert Panhuber.

Den gesamten Report
Finden Sie unter: http://bit.ly/Coca-Cola-Report

Bildmaterial
Finden Sie unter: http://bit.ly/Coca-Cola-Fotos

Rückfragen & Kontakt:

Lisa Panhuber
Konsumexpertin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 61 26 712
E-Mail: lisa.panhuber@greenpeace.org

Julia Karzel
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: + 43 (0)664 61 26 725
E-Mail: julia.karzel@greenpeace.org

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