• 18.01.2020, 10:00:01
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  • OTS0003

„profil“ veröffentlicht neue Akten zur Affäre Casinos/Sidlo

Zeugenaussage legt Spur zur ÖVP-Spitze – Ex-Vorstand Hoscher weiterhin bei Casinos mit Jahresgage von 538.000 Euro angestellt

Utl.: Zeugenaussage legt Spur zur ÖVP-Spitze – Ex-Vorstand Hoscher
weiterhin bei Casinos mit Jahresgage von 538.000 Euro
angestellt =

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin „profil“ zitiert in der am
Sonntag erscheinenden Ausgabe aus bisher unveröffentlichten Teilen
des Casinos-Gerichtsakts. So legte der frühere Generaldirektor der
Casinos Austria AG Alexander Labak in einer Zeugeneinvernahme am 18.
Dezember 2019 eine Spur zur ÖVP. Seiner Aussage nach sei ihm zu
verstehen gegeben worden, „dass die Bestellung des
„CASAG-FPÖ-Vorstandes“ Peter Sidlo mit der „FPÖ-Zustimmung“ für die
Alleingeschäftsführung von Thomas Schmid bei der Staatsholding ÖBAG
„verschränkt“ gewesen sei. Laut Labak könnte die „enge und
vertrauensvolle Zusammenarbeit“ zwischen Schmid und Sebastian Kurz
auch der Grund dafür gewesen sein, warum Walter Rothensteiner und
Josef Pröll sich im Casag-Aufsichtsrat „verbogen“, „um einen wenig
qualifizierten FPÖ Kandidaten durchzusetzen“ und „warum Löger die
Bestellung von Mag. Sidlo intensiv betrieben hat“.
Auch zu dem bereits berichteten Zusammentreffen zwischen dem
damaligen FPÖ-Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs mit
Novomatic-Vertretern in London im Februar 2019 liefern die Dokumente
neue Hinweise. Laut einem Prüfbericht der Kanzlei Schima Mayer
Starlinger, der sich auf Aussagen von Casag-Generaldirektorin Bettina
Glatz-Kremsner bezieht, konferierte Fuchs in London zunächst mit
mehreren Personen, ehe Novomatic-Gründer Johann Graf ihn um ein
Vieraugengespräch ersuchte, das eine dreiviertel Stunde gedauert
haben soll.
profil liegen darüber hinaus Dokumente zur Beendigung der
Vorstandsverträge von Alexander Labak und Dietmar Hoscher aus dem
Jahr 2019 vor. Der erst im Juni 2017 verpflichtete Labak bekam im
Zuge der vorzeitigen Vertragsauflösung insgesamt 2,14 Millionen Euro
ausbezahlt (Abfertigung, Boni, Entschädigung und Urlaubsabgeltung).
Auch Hoscher wurde als Vorstand mit Stichtag 30. April 2019 abgelöst,
ein alter Dienstvertrag aus dem Jahr 2002 sicherte ihm aber das volle
Gehalt und die Boni bis Jahresende 2019 zu. Im Zuge der Auflösung des
Vorstandsvertrags wurden Hoscher zunächst 1,22 Millionen Euro
(Urlaubsabgeltung und Boni) zugestanden, zuzüglich der Fixbezüge und
Prämien für die verbleibenden acht Monate 2019. Ende 2019 wurde auch
der alte Dienstvertrag aufgelöst, woraus Hoscher noch einmal 1,58
Millionen Euro Abfertigung erhielt. Wie profil-Recherchen ergaben,
ist Hoscher allerdings weiterhin bei der Casag angestellt. Seit 1.
Jänner 2020 verfügt er über einen bis 5. Juni 2022 befristeten
Dienstvertrag als „Generalbevollmächtigter“, ist aber vom Dienst
freigestellt. Hoschers Jahresgehalt: 538.296,36 Euro brutto (ohne
Bonusanspruch). Casag-Sprecher Patrick Minar bestätigte auf Anfrage
Hoschers Anstellung, wollte aber keine Details nennen.
Rechnet man die Bezüge zusammen, die Hoscher seit seinem Ausscheiden
aus dem Vorstand zustanden und bis zur endgültigen Beendigung des
Dienstverhältnisses am 5. Juni 2022 noch zustehen, kommt man auf
einen Betrag jenseits der bisher kolportierten vier Millionen Euro.

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