„profil“ und „Standard“: Waldhäusl installierte Strohmann in seiner Kommanditgesellschaft

Übte Gottfried Waldhäusl als FPÖ-Klubobmann heimlich einen Nebenjob aus und bezog deshalb eine höhere Landes-Gage?

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin „profil“ und die Tageszeitung „Der Standard“ veröffentlichen in ihren aktuell erscheinenden Ausgaben einen Auszug aus dem Register der wirtschaftlichen Eigentümer. Demnach blieb Gottfried Waldhäusl auch über das Jahr 2008 hinaus 100-prozentiger Eigentümer der forstwirtschaftlich und gastronomisch tätigen Waldhäusl KG – obwohl er seine Mehrheitsanteile offiziell an einen Kremser Steuerberater abgegeben hatte. Der Steuerberater war nur ein Strohmann für Waldhäusl. Die Verschleierungskonstruktion wurde laut einer gemeinsamen Recherche von „profil“ und „Standard“ im Jahr 2008 eingerichtet, elf Tage nachdem Waldhäusl vom FPÖ-Landesvorstand zum Klubobmann nominiert worden war.
Der niederösterreichischen Landtagsdirektion meldete Waldhäusl damals, er übe keinen Nebenjob aus. Damit stand ihm eine höhere Gage zu: Rund 12.200 Euro brutto. Klubobleute mit Nebenjob verdienen nur 8.800 Euro. In seinen zehn Jahren als Klubobmann verdiente Waldhäusl so etwa 460.000 Euro brutto mehr, als er es mit Nebenjob getan hätte. Ob die Tarnkonstruktion als Nebenjob zu klassifizieren ist, hängt für den Bezügerechtsexperten Bernd Wieser von der Uni Graz davon ab, „ob die Ausübung einer Nebentätigkeit auf die Gewinnung zusätzlicher Einnahmen abzielt“.
Zur Causa Strohmann befragt, erklärte Waldhäusl gegenüber „Standard“ und „profil“, er habe „niemals zusätzliche Erwerbseinkommen“ bezogen. Seine landwirtschaftlichen Flächen habe er seit 2008 „zur Gänze verpachtet“. Den Speck, das Fleisch und den Nussschnaps, den er produziert, verschenke er „an Freunde“.
Anfang 2019 hat sich der Steuerberater aus der KG zurückgezogen. Die Geschicke leitet nun Waldhäusls Tochter.

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