Ethikunterricht: diskriminierende Einführung verschoben, Selbstinszenierung geht weiter

InitiatorInnen fordern eine sachliche Lösung

Wien (OTS) - Mit der Ankündigung BM Heinz Faßmanns, wonach die Einführung des Ethikunterrichts um ein Jahr verschoben werden wird (ZiB, 12.1.2020), wird die Farce um die Werteerziehung in Österreichs Schulen um eine bedenkliche Facette reicher. Abermals wird ein Jahr verstreichen, ohne dass die Republik ihren gesetzlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag (§2 Schulorganisationsgesetz) vollständig erfüllen wird. Knapp 50 Jahre nachdem mit der Einführung eines Ethikunterrichtes im deutschsprachigen Raum begonnen wurde, brilliert Österreich nach wie vor mit einer unsachlichen Bildungspolitik. „Nachdem die ÖVP jahrelang sämtliche Versuche blockiert hat, einen allgemein verpflichtenden, nichtdiskriminierenden Ethikunterricht einzuführen, scheitert sie nun mit der Einführung des eigenen Modells selbst dann, wenn sie das politische Sagen hat“ gibt Eytan Reif, Sprecher des Volksbegehrens „Ethik für ALLE“, zu bedenken. „Als die ÖVP mithilfe eines ideologiebefreiten Koalitionspartners ihr diskriminierendes Ethikunterrichtsmodell umsetzen konnte, waren Selbstinszenierung und aufwendige PR-Auftritte der damaligen Regierungsspitze, bestehend aus Sebastian Kurz, Heinz-Christian Strache und Heinz Faßmann, das einzige greifbare Resultat. Jetzt, wo die Grünen sich bereit erklärt haben, für die Ibiza-Partei ohne Wenn und Aber einzuspringen und entgegen der eigenen, jahrelang und selbst im aktuellen Wahlprogramm vertretenen Position einen diskriminierenden Strafethikunterricht für Religionsverweigerer einzuführen, geht die unwürdige Selbstvermarktung weiter. Im dritten Jahr zufolge lassen sich Sebastian Kurz und Heinz Faßmann mit kirchlichem Lob überschütten; ein Ethikunterricht – geschweige denn ein nichtdiskriminierender – wird aber auf sich abermals warten lassen“, so Reif.

Vor dem Hintergrund der wiederholten Nichteinführung eines Ethikunterrichtes richten die Initiatoren des Volksbegehrens „Ethik für ALLE“ an die Regierung den Appell, die Zeit sinnvoll zu nutzen und endlich ein nichtdiskriminierendes Ethikunterrichtsmodell auszuarbeiten. Dieses soll nicht den Partikularinteressen der Katholischen Kirche dienen, sondern der Betonung des Gemeinsamen verpflichtet sein und eine offene, kritische Diskussion im intakten Klassenverband fördern.

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