Lohndumping und Billigtickets um jeden Preis?

Mitarbeiter bezahlen für die Billigtickets - mit schlechten Arbeitsbedingungen

Flughafen Wien (OTS) - Lohndumping und Billigtickets um jeden Preis führten bislang nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Das Jahr 2019 war offenbar nicht lehrreich genug für das Lauda Management. Neben einer Klage des österreichischen Konsumentenschutzes gegen die Check-In Gebühr für Lauda Passagiere (55,- EUR), diversen weiteren Klagen der Gewerkschaft Vida und unzähligen Presseberichten über die unglaublichen Zustände, die in diesem Unternehmen herrschen, kämpft Lauda zudem mit einer Welle von Personalabgängen. Die Bilanz 2019: 90 Mio. EUR Verlust.

Ignorant in der Klimakrise mit Billigtickets

Nichts desto trotz versucht Lauda in Zeiten der Klimakrise weiterhin Billigtickets um 9,99 EUR zu verkaufen und lässt seine eigenen Angestellten den Preis dafür bezahlen. Wenn man die geplante Ticketabgabe von 12,- EUR pro Passagier einem 9,99 EUR Ticket gegenüberstellt, kann sich jeder die ökologische und ökonomische Sinnhaftigkeit eines solchen Kostenmodells ausrechnen.

Lauda tritt österreichisches Recht mit Füßen

Alle Neueintritte bei Lauda werden zukünftig über eine Leiharbeitsfirma angestellt. Das Lauda Management ist der Ansicht, damit nicht mehr an den Laudamotion Kollektivvertrag gebunden zu sein. Damit wird schlicht österreichisches Arbeitsrecht ignoriert. Ein Kollektivvertrag gilt in einem Unternehmen für alle Arbeitnehmer solange, bis er entweder von der Wirtschaftskammer oder der Gewerkschaft gekündigt wird.

Der Umgang mit Mitarbeitern bei Lauda sucht seinesgleichen. Im Falle eines Krankenstandes innerhalb einer Urlaubsperiode erhalten Mitarbeiter keine Urlaubstage rückvergütet, zugesagte Urlaubswochen werden teilweise nicht eingehalten oder verschwinden schlicht im System und Mitarbeiter, die nicht bereit sind, Leiharbeitsverträge zu unterschreiben, also auf das „neue“ System umzusteigen, werden gekündigt.

Den Preis für das billige Ticket zahlt das Personal

Das fliegende Personal erhält trotz Kritik der Austrian Cockpit Association weiterhin Drohbriefe in Form von sogenannten „Sickletters“. Es ist dies eine aggressive, auf Druck basierende Personalführung. Aber auch mit der Technik scheint Lauda viele Probleme zu haben. Fume Events mit Personenschaden, eine eingeleitete Notlandung in Malaga aufgrund übermäßigen Ölverlusts eines Triebwerkes, eine Flugzeugevakuierung in London Stansted sowie zahlreiche weitere technische Probleme und stundenlange Verspätungen gehören ebenfalls zur traurigen Bilanz des Jahres 2019. All dies ist möglicherweise auf Einsparungen bei der Lauda-Technik zurückzuführen, die vor kurzem auf eine irische Firma umgestellt wurde. Zahlreiche erfahrene Lauda Techniker hatten kurz danach das Unternehmen verlassen.

Austrian Cockpit Association ruft hiermit die neue Regierung auf, alle gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um sicherzustellen, dass nichts unterlassen wird, um Phänomene wie Lohndumping und atypische Beschäftigung in der Luftfahrt zu unterbinden. Studien zeigen, dass diese Praktiken das Potential haben, die Sicherheit in der Luftfahrt zu gefährden.

Zudem fordert ACA das Management von Lauda im Sinne der Flugsicherheit auf, ihre Mitarbeiter nach österreichischen Standards anzustellen, zu entlohnen und in einen fairen Wettbewerb einzutreten.

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