- 13.01.2020, 11:00:13
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ORF RSO Wien im Jänner: Richard Strauss‘ „Salome“ und eine österreichische Erstaufführung von Georg Friedrich Haas
Wien (OTS) - Im Jänner spielt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien
sechs Aufführungen von Richard Strauss‘ „Salome“ im Theater an der
Wien. Unter Alondra de la Parra stehen im Rahmen einer „Klassischen
Verführung“ Prokofjew und Márquez im ORF RadioKulturhaus (24.1.) auf
dem Programm. Beim Folgetermin im Wiener Konzerthaus (27.1.) kommt
Georg Friedrich Haas‘ „Konzert für Klangwerk und Orchester“ zur
österreichischen Erstaufführung.
Am Samstag, den 18. Jänner (19.00 Uhr) spielt das ORF RSO Wien im
Theater an der Wien unter Leo Hussain „Salome“ von Richard Strauss in
einer reduzierten Fassung von Eberhard Kloke. Strauss' Oper war 1905
genauso ein Skandal wie 1891 Oscar Wildes gleichnamiges Stück. Vor
allem verstörte der Inhalt, das Gegeneinander der erwachenden,
gierigen Sexualität der jungen Salome und der fanatischen religiösen
Reinheit Jochanaans. König Herodes hat den lästigen Propheten
einkerkern lassen, aber seine Stieftochter Salome ist fasziniert von
dem eifernden, asketischen Mann. Er hingegen ekelt sich vor ihr.
Seine Ablehnung reizt sie, sie will seinen Mund küssen. Als Herodes
verlangt, dass Salome vor ihm tanzt, lässt sie sich dafür einen
Wunsch erfüllen: Sie will den Kopf des Jochanaan. Nun kann sie seinen
Mund ohne Gegenwehr küssen. Angewidert lässt Herodes Salome töten.
Was Wilde an symbolistischen Metaphern wie Mond, Blick und Blut
vorgab, verwob Strauss zu einer noch viel differenzierteren formalen
und harmonischen Provokation. Aus Wagners Leitmotividee entwickelte
er ein feines System, mit dem er die schicksalhafte Verbundenheit der
Figuren genauestens ausformulieren konnte. Dadurch ermöglichte
Strauss dem Orchester zusammen mit berauschenden Klangfarben und
einer verstörenden Harmonik eine Deutungskompetenz, wie es bis dahin
noch nicht dagewesen war. In der Inszenierung von Nikolaus Habjan
singen John Daszak (Herodes), Michaela Schuster (Herodias), Marlis
Petersen (Salome), Johan Reuter (Jochanaan) u.a.. Weitere
Aufführungstermine sind am Montag, den 20.1., Donnerstag, den 23.1.,
Samstag, den 25.1., Dienstag, den 28.1. und Donnerstag, den 30.1.2020
jeweils um 19.00 Uhr. Das Konzert am Samstag, den 18. Jänner (19.00
Uhr) ist live in Ö1 zu hören.
Am Freitag, den 24. Jänner (19.30 Uhr) steht eine „Klassische
Verführung“ im ORF RadioKulturhaus auf dem Programm. Das ORF RSO Wien
spielt Sergej Sergejewitsch Prokofjew, der in den Jahren vor der
Oktoberrevolution als Komponist aufrüttelnder Rhythmen und
rücksichtsloser Zusammenklänge galt. Um das zu ändern, beschloss
Prokofjew mit einer „klassischen Symphonie“ seine sowjetischen
Landsleute zu verführen. Tatsächlich: Seine Erste Symphonie ist
leicht zu hören und kopiert die Muster der Wiener Klassik – aber
immer mit einem Augenzwinkern. Die Dirigentin Alondra de la Parra
bringt zudem ein Stück aus ihrer Heimat Mexico mit, den „Danzón Nr.
2“ von Arturo Márquez, geradezu eine Visitenkarte der
temperamentvollen Musikerin. Moderiert wird die Veranstaltung von
Teresa Vogl und Christoph Becher.
Einen Folgetermin spielt das ORF RSO Wien unter Alondra de la
Parra – gemeinsam mit Christoph Sietzen (Multipercussion) – am
Montag, den 27. Jänner (19.30 Uhr) im Wiener Konzerthaus. Der in Rio
de Janeiro geborene Komponist Heitor Villa-Lobos, der der
europäischen Kunstmusik ungeahnte Energieschübe versetzt, ist mit
seiner Werkreihe „Bachianas brasileiras Nr. 7“ zu hören. Darin
verbindet er den Kontrapunkt der Alten Welt à la Johann Sebastian
Bach mit den Klängen seiner Heimat – zu einer Zeit, da die
musikalischen Begriffe Fusion oder Crossover noch lange nicht
erfunden waren. Europa und Amerika reichen einander an diesem Abend
auf doppelte Weise die Hände – nicht nur deshalb, weil die Dirigentin
dazu noch einen Hit der zeitgenössischen Musik von Arturo Márquez aus
Mexiko beisteuert, sondern auch, weil Villa-Lobos’ stilistische
Grenzüberschreitung bei Sergej Prokofjew ihr Pendant findet: in der
augenzwinkernden „Symphonie classique“, in welcher der Russe durch
eine moderne Brille auf Haydn blickt. Schillernd ist schließlich auch
die Musik von Georg Friedrich Haas, der die akustischen Tatsachen der
Teiltonreihe souverän für expressiven Effekt zu nützen versteht: Die
österreichische Erstaufführung seines neuen Schlagwerkkonzerts mit
dem famosen jungen Solisten Christoph Sietzen bildet den Kontrapunkt
des farbenprächtigen Programms. Ö1 sendet den Konzertmitschnitt am
Freitag, den 31. Jänner um 19.30 Uhr. Details zum Konzertprogramm des
ORF RSO Wien sind abrufbar unter http://rso.orf.at.
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