Fall Mossaheb: Österreichischem Techniker droht weiter die Todesstrafe

Unter menschenunwürdigen Bedingungen im Iran festgehalten – Ärztekammer richtet Appell an österreichische Regierung

Wien (OTS) - Die Ärztekammer erinnert an massive Menschenrechtsverletzungen im Iran auf vielen Ebenen. Jüngstes Beispiel ist der Fall des Generalsekretärs der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft, Massud Mossaheb. Er wurde am 29. Jänner 2019 im Rahmen einer beruflichen Reise in den Iran mit einer Delegation des medizinischen Projekts MedAustron festgenommen, verhört und, wie dessen Familie nach wochenlanger Ungewissheit ohne Kontakt zu ihm schließlich erfuhr, im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. ****

Den letzten Informationen der Ärztekammer zufolge wird Mossaheb nach wie vor unter menschenunwürdigen Bedingungen im Evin-Gefängnis festgehalten – unter der abstrusen Anschuldigung angeblicher Spionagetätigkeiten und mit fortwährender Androhung der Todesstrafe ohne Rechtsbeistand und ohne Möglichkeit eines fairen Verfahrens.

Erschwerend kommt hinzu, dass der 73-jährige Techniker (Maschinenbau) multimorbid ist. Er leidet an einer schweren Herzinsuffizienz, einem Diabetes Typ II, einer Polyneuropathie sowie einer – besonders schmerzhaften – Divertikulitis. Es gibt keine adäquate medizinische Versorgung. Einer aktuell notwendigen chirurgischen Entfernung mehrerer rasch wachsender Lipome – gutartige Tumore der Fettgewebszellen – konnte Mossaheb nicht zustimmen, da ihm seitens der Krankenabteilung des Gefängnisses eine entsprechende medizinische Nachsorge nicht zugesichert wurde.

Mossaheb ist seit 1980 österreichischer Staatsbürger. Er arbeitete unter anderem in der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) und bei Siemens, wo er als technischer Projektleiter der zwei größten Austromir-Projekte maßgeblich für den technisch-wissenschaftlichen Teil der Experimente verantwortlich war.

Bereits im Sommer letzten Jahres hat die Ärztekammer auf den Fall Mossaheb aufmerksam gemacht. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres appellierte damals an die Republik Österreich, eine klare Haltung zu beziehen und ihre Kontakte zu anderen europäischen Staaten zu nützen, um europäische Bürger vor der Willkür eines autokratischen Staates zu schützen.

Für Szekeres ist es wichtig, dass Menschenrechtsverletzungen wie jene im Fall Mossahebs immer wieder an die Öffentlichkeit gelangen und nicht der Vergessenheit anheimfallen: „Ich hoffe, dass unsere neue Regierung alles in ihrer Macht stehende tut, um die Todesstrafe für Mossaheb abzuwenden und dessen Freilassung zu erwirken.“ (hpp)

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