- 13.01.2020, 10:00:43
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Fall Mossaheb: Österreichischem Techniker droht weiter die Todesstrafe
Unter menschenunwürdigen Bedingungen im Iran festgehalten – Ärztekammer richtet Appell an österreichische Regierung
Utl.: Unter menschenunwürdigen Bedingungen im Iran festgehalten –
Ärztekammer richtet Appell an österreichische Regierung =
Wien (OTS) - Die Ärztekammer erinnert an massive
Menschenrechtsverletzungen im Iran auf vielen Ebenen. Jüngstes
Beispiel ist der Fall des Generalsekretärs der
Österreichisch-Iranischen Gesellschaft, Massud Mossaheb. Er wurde am
29. Jänner 2019 im Rahmen einer beruflichen Reise in den Iran mit
einer Delegation des medizinischen Projekts MedAustron festgenommen,
verhört und, wie dessen Familie nach wochenlanger Ungewissheit ohne
Kontakt zu ihm schließlich erfuhr, im berüchtigten Teheraner
Evin-Gefängnis inhaftiert. ****
Den letzten Informationen der Ärztekammer zufolge wird Mossaheb
nach wie vor unter menschenunwürdigen Bedingungen im Evin-Gefängnis
festgehalten – unter der abstrusen Anschuldigung angeblicher
Spionagetätigkeiten und mit fortwährender Androhung der Todesstrafe
ohne Rechtsbeistand und ohne Möglichkeit eines fairen Verfahrens.
Erschwerend kommt hinzu, dass der 73-jährige Techniker
(Maschinenbau) multimorbid ist. Er leidet an einer schweren
Herzinsuffizienz, einem Diabetes Typ II, einer Polyneuropathie sowie
einer – besonders schmerzhaften – Divertikulitis. Es gibt keine
adäquate medizinische Versorgung. Einer aktuell notwendigen
chirurgischen Entfernung mehrerer rasch wachsender Lipome – gutartige
Tumore der Fettgewebszellen – konnte Mossaheb nicht zustimmen, da ihm
seitens der Krankenabteilung des Gefängnisses eine entsprechende
medizinische Nachsorge nicht zugesichert wurde.
Mossaheb ist seit 1980 österreichischer Staatsbürger. Er arbeitete
unter anderem in der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA)
und bei Siemens, wo er als technischer Projektleiter der zwei größten
Austromir-Projekte maßgeblich für den technisch-wissenschaftlichen
Teil der Experimente verantwortlich war.
Bereits im Sommer letzten Jahres hat die Ärztekammer auf den Fall
Mossaheb aufmerksam gemacht. Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres
appellierte damals an die Republik Österreich, eine klare Haltung zu
beziehen und ihre Kontakte zu anderen europäischen Staaten zu nützen,
um europäische Bürger vor der Willkür eines autokratischen Staates zu
schützen.
Für Szekeres ist es wichtig, dass Menschenrechtsverletzungen wie
jene im Fall Mossahebs immer wieder an die Öffentlichkeit gelangen
und nicht der Vergessenheit anheimfallen: „Ich hoffe, dass unsere
neue Regierung alles in ihrer Macht stehende tut, um die Todesstrafe
für Mossaheb abzuwenden und dessen Freilassung zu erwirken.“ (hpp)
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