Bevölkerungsentwicklung: Wien 2019 moderat gewachsen

EinwohnerInnen-Zahl stieg im Vorjahr um 14.500; aktuelle Prognosen sehen Wien im Jahr 2027 als 2-Millionen-Stadt

Wien (OTS/RK) - Wiens Bevölkerungszahl ist im Vorjahr gemächlich gestiegen. Klemens Himpele, Leiter der Landesstatistik Wien (MA 23), hat heute, Freitag, in einem Mediengespräch die vorläufigen Zahlen der städtischen Bevölkerungsentwicklung für das Jahr 2019 präsentiert. Die endgültigen Daten werden im Sommer 2020 von der Statistik Austria veröffentlicht.

„Kurz gesagt: Die Bevölkerungsentwicklung 2019 ist unspektakulär. Wien ist – wie in unserer Prognose erwartet – moderat gewachsen“, sagte Himpele. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Wien hatte zu Jahresbeginn 2020 etwas über 1,91 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Die in den letzten Jahren zurückgehende Zuwanderung in die Bundeshauptstadt stieg gegenüber 2018 wieder leicht an, liegt aber weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Gruppe der über 80-Jährigen hat besonders stark zugelegt. In den Bezirken im Süden und Südosten sowie in Döbling sind die Zahlen überdurchschnittlich angestiegen.

Im Jahr 2019 wuchs die Stadt um 14.500 EinwohnerInnen oder um 0,7 Prozent. Der Geburtenüberschuss betrug 2.500, die Zuwanderungsbilanz 12.000 Personen. Damit ist das Bevölkerungswachstum im Vergleich zu 2018 zwar gestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Schnitt der frühen 2010er-Jahre, der bei einem Zuwachs von 22.000 lag. Die 19.500 Geburten bedeuten laut Himpele einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2018, der „Wiener Babyboom“ hält dennoch weiter an. Das durchschnittliche Alter der Wienerinnen und Wiener ist leicht gestiegen und liegt nun bei rund 41 Jahren; Wien bleibt dennoch das jüngste Bundesland. 51,2 Prozent der Bevölkerung sind weiblich. Mit knapp 37 Prozent im Ausland geborener Menschen ist Wien eine der diversesten Millionenstädte der EU. Mit dem 1. Februar – Stichwort Brexit – wird Wien nach Berlin, Madrid, Rom und Paris die fünftgrößte Stadt in der EU sein.

Stärkster Zuwachs aus Rumänien und Deutschland

Die drei stärksten Herkunftsländer des Bevölkerungswachstums sind Rumänien, Deutschland und Österreich (dies inkludiert Geburten und Wanderungen). Dahinter folgen Bulgarien und Syrien sowie Afghanistan. Die Türkei spielt laut Wiener Landesstatistik in der Zuwanderung keine Rolle mehr; im Gegenteil, die Zahl der Menschen mit türkischem Geburtsort ist 2019 – wie schon in den Vorjahren – leicht gesunken. Die Zuwanderung von Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran mit insgesamt 2.500 Menschen lag, laut Himpele, im Vorjahr wieder auf dem Niveau von 2012. Sie beträgt ein Sechstel der Gesamtzuwanderung nach Wien. Da kroatische Staatsangehörige ab dem kommenden Sommer freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt erhalten werden, erwartet der Leiter der Landesstatistik für dieses und das nächste Jahr eine Zunahme des bisherigen durchschnittlichen jährlichen Wachstums von 165 Menschen mit Geburtsland Kroatien. Weiterhin gehen die Statistiker um Himpele davon aus, dass im Jahr 2027 in Wien rund 2 Millionen Menschen leben werden.

Alle Altersgruppen sind im vergangenen Jahr gewachsen, außer das Segment der 65- bis 79-Jährigen. Am stärksten zugelegt hat mit einem Wachstum von 9 Prozent die Gruppe der Hochbetagten (80 Jahre und älter). Der Grund dafür liegt im geburtenstarken Jahrgang 1939. Der Babyboom durch den sogenannten „Anschluss“ setzte sich bis ins Jahr 1944 fort, weshalb sich dieser Trend auch in den kommenden Jahren zeigen werde. Das Wachstum in allen Altersgruppen betrug im Durchschnitt 0,7 Prozent.

Innerstädtisch schrumpften oder stagnierten zwar viele Bezirke leicht, so Chefstatistiker Himpele, die Zahlen würden aber dem prognostizierten Trend entsprechen. Grund für den Rückgang seien Wohnneubauten in den Außenbezirken und eine Entspannung der Bevölkerungsdichte in den Innenbezirken, welche bis 2017 angestiegen war. Deutlich gewachsen sind 2019 die Außenbezirke im Süden und Osten mit ihren Stadtentwicklungsgebieten, vor allem die Bezirke Liesing, Donaustadt, aber auch Döbling.

Weitere Informationen unter: https://wien1x1.at/site/bevoelkerungsentwicklung-2019/

(Schluss) red/nic

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