Aus Verantwortung für Österreich. Regierungsprogramm 2020 - 2024

Stellungnahme des Österreichischen Wissenschaftsrates

Wien (OTS) - Stellungnahme des Österreichischen Wissenschaftsrates

Wissenschaft und Forschung bilden die Grundlage für gesellschaftlichen Fortschritt und Innovation. Sie helfen dem einzelnen Menschen, die großen Herausforderungen unserer Zeit, wie Klimawandel und digitale Transformation, besser zu verstehen und geben der Gesellschaft die Mittel an die Hand, um auf diese reagieren zu können.

In diesem Sinne begrüßt der Österreichische Wissenschaftsrat die umfassenden Überlegungen und Vorhaben der neuen Bundesregierung zu Wissenschaft und Forschung. Unter anderem sind die Weiterentwicklung des Studienrechts und der Governancestrukturen sowie der Ausbau der Forschungsförderung und die Einrichtung einer Exzellenzinitiative wesentliche Eckpfeiler zur Stärkung des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Österreich.

Maßnahmen zur Ermöglichung einer gezielten Studienwahl sowie qualitätsvolle Studienbedingungen bilden die unerlässliche Grundlage für die Bildung und Ausbildung junger Menschen. Demgemäß befürwortet der Wissenschaftsrat ausdrücklich unter anderem die Durchführung einer österreichweiten Maturierenden-Studie zur sozialen Dimension, Berufs- und Studienaspirationen sowie die Entwicklung eines lebensnahen und leistungsbezogenen Studienrechts.

Dem Wissenschaftsrat sind sowohl die Weiterentwicklung der Nachwuchsförderung sowie die Verbesserung von Karriereperspektiven als auch attraktive Rahmenbedingungen für Forschende besondere Anliegen. Folglich sind einerseits die Schwerpunkte zum Bildungsexport und zur Internationalisierung, andererseits die rechtliche Regelung des Zugangs zu wissenschaftlichen Daten insbesondere zu begrüßen.

Hochschulen sind wesentliche Träger einer Wissensgesellschaft und Zentren des Wissenstransfers und -austausches. Um dieser Aufgabe nachkommen zu können, sind Finanzierungs- und Planungssicherheit sowie leistungsfähige Governancestrukturen unerlässlich. Das Bekenntnis zu gesicherten Universitätsbudgets, die Vorhaben zur Modernisierung der Hochschulorganisation und -verwaltung sowie die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung im Hochschulbereich und des Berichtswesens werden vom Wissenschaftsrat unterstützt. Nicht zuletzt begrüßt der Wissenschaftsrat das Vorhaben, die Profilbildung im Hochschulsektor bei gleichzeitiger Förderung der Kooperation zwischen den Sektoren weiter voranzutreiben.

Die neue Bundesregierung bezeichnet die Stärkung sowohl der Grundlagenforschung wie der angewandten Forschung als besonderes Anliegen. In diesem Zusammenhang wird die Ankündigung der Bundesregierung, auf EU-Ebene für die Stärkung und den Ausbau von Horizon Europe (2021 bis 2027) einzutreten, als außerordentlich positiv erachtet.

Eine umfassende FTI-Strategie (mitsamt FTI-Pakt) sowie die Einrichtung eines jährlichen FTI-Gipfels sind ebenfalls sehr zu begrüßen. Auch die Umwandlung der Nationalstiftung in einen „Fonds Zukunft Österreich“ für Forschung, Technologie und Innovation betrachtet der Wissenschaftsrat als sinnvolle Maßnahme.

Der Wissenschaftsrat begrüßt nicht nur außerordentlich das Vorhaben des Beschlusses eines Forschungsfinanzierungsgesetzes, das der außeruniversitären Forschung Finanzierungs- und Planungssicherheit gibt und einen Wachstumspfad der Forschungsförderung beinhaltet, sondern mahnt zur raschen Beschlussfassung, um den Forschungsstandort attraktiver zu gestalten und mittels konkurrenzfähiger Rahmenbedingungen langfristig zu sichern.

Der Wissenschaftsrat unterstützt darüber hinaus mit Nachdruck die Einrichtung einer Exzellenzinitiative. Im Gleichklang mit dem FWF ist der Wissenschaftsrat überzeugt, dass ein solches Programm – mit den entsprechenden Mitteln ausgestattet und an höchsten wissenschaftlichen Qualitätsstandards ausgerichtet – einen wirksamen Hebel zur Weiterentwicklung des österreichischen Wissenschafts- und Forschungssystems darstellt.

In eigener Sache erachtet der Wissenschaftsrat nicht nur eine „Prüfung“, sondern auch eine baldige Regelung der institutionellen Neuordnung der Räte im Bereich Wissenschaft und Forschung weiterhin als sinnvolle Maßnahme. Ungebrochen gilt, die Expertise und Stärken der bestehenden Räte im Sinne der vielfältigen Wissenschafts- und Forschungslandschaft Österreichs zu nutzen und bestehende Reibungsverluste zu minimieren.

Der Wissenschaftsrat betont erneut, die umfassenden Überlegungen und Vorhaben der neuen Bundesregierung zu Wissenschaft und Forschung zu begrüßen. Gleichzeitig mahnt er, nunmehr die Vorarbeiten der letzten Monate aufzugreifen und rasch von der Vorhabens- auf die Umsetzungsebene zu gelangen – im Sinne der Studierenden und Forschenden, der Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Aus Verantwortung für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Österreich.

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Mag. Nikolaus Possanner
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nikolaus.possanner@wissenschaftsrat.ac.at
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