Seidler begrüßt Faßmanns Comeback als „positives Signal“

uniko zu Regierungsprogramm: Trotz Schwachstellen Anlass zu Zuversicht

Wien (OTS) - Die neuerliche Bestellung des vormaligen Bildungsminister Heinz Faßmann zu dem für Wissenschaft und Forschung zuständigen Regierungsmitglied wird von der neuen Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), Rektorin Sabine Seidler, als „positives Signal an die Universitäten“ ausdrücklich begrüßt. „Die uniko hat mit Faßmann in den 17 Monaten seiner ersten Funktionsperiode eine tragfähige Achse aufgebaut. Ich bin optimistisch, auf Basis der gegenseitigen Wertschätzung den eingeschlagenen Weg fortsetzen zu können“, erklärt Seidler, die mit Jahresbeginn ihr Amt als uniko-Präsidentin angetreten hat.

Auch das gestern präsentierte Regierungsprogramm gibt den Universitäten Anlass zu Zuversicht, speziell was die im Kapitel Wissenschaft und Forschung verankerten Vorhaben zur Universitätsfinanzierung betrifft: „Die angekündigte Sicherstellung des Universitätsbudgets bis 2027, und damit verbunden Finanzierungszusagen mit Indexierungen für die nächsten Leistungsvereinbarungen sowie die konsequente Fortführung und Weiterentwicklung der ,Universitätsfinanzierung NEU‘ mit allen eingeleiteten Umsetzungsschritten lassen die Universitäten aufatmen“, hält Seidler fest. Die uniko habe schon bisher darauf hingewiesen, dass die 2019 begonnene Studienplatzfinanzierung nur sinnvoll sei, wenn diese über drei Budgetperioden (Phase 2 ab 2022, Phase 3 ab 2025) mit entsprechenden Steigerungen fortgesetzt werde.

Das Kapitel „Wissenschaft“ enthalte tatsächlich sämtliche Punkte, die in der letzten Zeit diskutiert wurden, „allerdings auch mit allen Schwachstellen“, wie die uniko-Präsidentin anfügt. Die geplanten Maßnahmen wie Erhöhung der Attraktivität von Arbeitsplätzen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und Novellierung des Studienrecht sollten zwar dazu beitragen, die gewünschte internationale Wettbewerbsfähigkeit von Österreichs Universitäten zu verbessern. Eine „Modernisierung der Hochschulorganisation“ über den Weg der Legislative, wie sie im Regierungsprogramm beispielhaft angeführt wird, sei allerdings „verzichtbar“.

Als bedauerlich empfindet es Seidler, dass im eigens angeführten Bereich Klimaschutz/Ökologie des Kapitels Wissenschaft das enorme Wissen, das gerade in den universitären Netzwerken entsteht, offenbar nicht ins Bewusstsein der Verfasser des türkisgrünen Regierungsprogramms eingedrungen und universitäre Forschungskompetenz auf Anwendungsforschung beschränkt sei. „Grundsätzlich fehlt mir auch ein klares Bekenntnis zur Klimaforschung, und zwar unabhängig von der Frage Grundlagen oder Anwendung. Das Programm ist dazu viel zu sehr im Status Quo verhaftet.“

Zu der geforderten „Kooperation zwischen Universitäten und Fachhochschulen im Bereich der Lehre, standort- und fachspezifische sowie österreichweite Abstimmung des Lehrangebots“ hält die Präsidentin der uniko fest: „Das ist mit dem Projekt ,Zukunft Hochschule‘ bereits einmal gescheitert. Inhaltliche Kooperationen im Bereich der Lehre seien nicht zielführend, weil damit Universität und Fachhochschule ihr Alleinstellungsmerkmal verlieren. Kooperationen im Bereich Infrastruktur sind sicher sinnvoll und werden ja auch bereits durchgeführt.“ Dass sich dafür beim Wissenstransfer mit dem Masterplan „Wissenstransfer Wissenschaft–Wirtschaft–Gesellschaft“ mit beteiligten Stakeholdern aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft auch der Input seitens der uniko wiederfinde, verdiene hingegen Anerkennung. Seidler bedankt sich bei der Gelegenheit auch für die Tätigkeit von Faßmanns Nachfolgerin Iris Rauskala, die in den vergangenen sechs Monaten die Wissenschafts- und Forschungsagenden mit viel Umsicht wahrgenommen hat.

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