- 23.12.2019, 11:46:42
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„Marie Antoinette – Die letzten Tage einer Königin“ in „Universum History“ – am 27. Dezember um 22.35 Uhr in ORF 2
Wien (OTS) - Es war ein historischer Schauprozess: Er dauerte keine
drei Tage und sein Ausgang stand von Beginn an fest. Marie
Antoinette, die letzte Königin von Frankreich, sollte zum Tode
verurteilt werden. Neun Monate zuvor war ihr Mann, König Ludwig XVI.,
hingerichtet worden. Nun forderten die Revolutionäre ihren Kopf: In
einer manipulierten Anklage warfen sie ihr Hochverrat und Unzucht vor
und überzeugten mit Verleumdungen die Geschworenen von ihrer Schuld.
Am 16. Oktober 1793 wurde Marie Antoinette in Paris enthauptet.
Bislang unbekannte Prozessprotokolle werfen nun ein völlig neues
Licht auf die junge Königin. „Universum History“ zeigt mit der neuen
Dokumentation „Marie Antoinette – Die letzten Tage einer Königin“ von
Alain Brunard (ORF-Bearbeitung: Andrea Lehner) am Freitag, dem 27.
Dezember 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 den ganzen Mut der Herrscherin
beim Prozess gegen sie.
Zwei Jahrzehnte vor ihrem Tod war die jüngste Tochter von Maria
Theresia jubelnd in Paris empfangen worden. Mit ihrem Verhalten am
Hof und ihrem luxuriösen Lebensstil verspielte sie aber schon bald
ihre Sympathie bei dem von Hunger geplagten Volk. Neider und Feinde
innerhalb der königlichen Familie brachten sie zusätzlich in
Misskredit. Auch ihre Herkunft wurde ihr von vielen vorgeworfen – für
patriotische und nationalistische Franzosen galten die
österreichischen Habsburger als Feinde. Mit dem Beginn der
Französischen Revolution war das Schicksal des französischen
Herrscherpaares besiegelt. Zum Bürger Louis Capet degradiert, starb
König Ludwig XVI. im Jänner 1793 am Schafott. Ein halbes Jahr danach
wurden Marie Antoinette zuerst ihre Kinder weggenommen, sie selbst
kam ins Gefängnis. Zweieinhalb Monate lang wartete sie im Verlies auf
ihren Prozess, doch dann ging alles sehr schnell: Als Königin von
Frankreich habe die „Witwe Capet“ das Vermögen von Frankreich
vergeudet und Kontakt mit dem Feind, vor allem ihrem Heimatland
Österreich, gepflegt.
Wie geschickt und mutig sie sich verteidigt hat, enthüllen nun neue
Dokumente aus bislang verschollenen geglaubten Archiven. Diese zeigen
auch, dass der gesamte Prozess von politischen Abmachungen und
Machtkämpfen dominiert wurde. Ihre Familie in Österreich trug nichts
zur Rettung der einstigen Erzherzogin Maria Antonia, die im Alter von
nur 15 Jahren den französischen Thronfolger heiraten musste, bei.
Während Frankreich seine Grenzen durch eine Allianz europäischer
Monarchen bedroht sah, kam es im Landesinneren zu royalistischen
Aufständen. Marie Antoinette wurde zum Spielball der Politik – ihr
Urteil war bereits gefällt, bevor der Prozess überhaupt begonnen
hatte.
In einem aufwendig gestalteten Doku-Drama zeichnet „Universum
History“ die letzten zweieinhalb Monate im Leben der wohl
berühmtesten Königin Frankreichs nach und zeigt völlig neue,
spannende Facetten ihrer Persönlichkeit. Historisch bislang
weitgehend unbekannte Dokumente und Interviews ermöglichen die
Rekonstruktion des Prozesses und zeigen die Radikalisierung des
Revolutionstribunals. Da der Ankläger nicht genügend Beweise
beschaffen konnte, erhöhte er die Anzahl der Belastungszeugen und
sorgte für eine entsprechende Auswahl der Geschworenen. Marie
Antoinettes achtjähriger Sohn wurde zu Falschaussagen gegenüber
seiner Mutter gezwungen. Er starb zwei Jahre später im Gefängnis,
völlig auf sich alleine gestellt.
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