- 19.12.2019, 16:22:33
- /
- OTS0190
Bierlein und Lackner: Religion unverzichtbar für Gesellschaft
(Ausweitung) Traditioneller Adventempfang im Bundeskanzleramt für Spitzen der heimischen Kirchen und Religionen - Bierlein: "Viel zu viele Menschen weltweit wegen ihrer Religion verfolgt" - Lackner: "Konsens, dass wir Verbreitung des Guten zum Wohle aller Menschen unseres Landes unterstützen wollen"
Utl.: (Ausweitung) Traditioneller Adventempfang im Bundeskanzleramt
für Spitzen der heimischen Kirchen und Religionen - Bierlein:
"Viel zu viele Menschen weltweit wegen ihrer Religion
verfolgt" - Lackner: "Konsens, dass wir Verbreitung des Guten
zum Wohle aller Menschen unseres Landes unterstützen wollen" =
Wien (KAP) - Die Wahrung der Religionsfreiheit und den gemeinsamen
Einsatz von Kirchen und Religionen sowie dem Staat für Frieden,
Gerechtigkeit und das Gemeinwohl haben Bundeskanzlerin Brigitte
Bierlein und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner betont. Bierlein
begrüßte zum traditionellen Adventempfang am Donnerstagnachmittag im
Bundeskanzleramt die Spitzenvertreter der heimischen Kirchen und
Religionsgemeinschaften und würdigte deren unverzichtbaren Beitrag
für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Sie bezeichnete die
Kirchen und Religionen in ihren Grußworten als "unverzichtbare
Stützen der Gesellschaft", sei es im Bereich von Bildung, Sozialem
oder Spiritualität. Die Religionen seien Impulsgeber und Mahner
zugleich.
Bierlein hob das zentrale Gut der Religionsfreiheit als eine
wesentliche Grundlage der Gesellschaft hervor. Es brauche die
Garantie, die eigene Religion in Sicherheit und Frieden ausüben zu
können. Zugleich kritisierte sie, dass weltweit noch immer viel zu
viele Menschen wegen ihrer Religion verfolgt und in ihrer Würde
verletzt würden.
Recht auf freie Religionsausübung ein hohes Gut
Die Vertreter der Religionsgemeinschaften Österreichs seien sich
dessen bewusst, dass das Recht auf freie Religionsausübung ein hohes
Gut darstellt, das so keineswegs selbstverständlich ist, sagte
Erzbischof Lackner in seinem Grußwort. In zahlreichen anderen Ländern
würden Menschen aufgrund ihrer religiösen Einstellung verfolgt,
bedauerte auch Lackner: "Wir sind davon überzeugt, dass dies nicht
nur ein schweres Unrecht gegen die Würde des Einzelnen ist, sondern
auch zum Schaden der ganzen Gesellschaft geschieht.
Der Erzbischof zitierte den polnischen Philosophen Leszek Kolakowski:
"Offensichtlich können Einzelne hohe moralische Standards
aufrechterhalten und zugleich areligiös sein. Dass auch
Zivilisationen das können, bezweifle ich." Religionen stellten einen
Sinnhorizont zur Verfügung, der sich stimulierend und motivierend auf
das moralische Verhalten auswirken kann, wies Lackner hin. Außerdem
befreie ein religiöser Horizont von Bindungen an Begrenztes und
übernehme damit eine kritisierende Funktion gegenüber innerweltlichen
Ungerechtigkeiten.
Dialog darüber, was das Gute konkret ist
"Wenn eine ganze Gesellschaft daher jegliche religiöse Rückbindung
verliert, die Verbindung mit einem gleichsam unterirdischen
Glaubensstrom, dann wird auch der einzelne jene hohen Standards in
seiner Lebensführung nicht aufrecht zu erhalten vermögen", sagte der
Salzburger Erzbischof wörtlich und weiter: "Zwischen uns allen, die
wir hier versammelt sind, besteht Konsens darüber, dass wir die
Verbreitung des Guten zum Wohle aller Menschen unseres Landes
unterstützen wollen." Freilich: Das Gute liege für niemanden immer
ohne weiteres auf der Hand. In vielen Situationen müsse man sich erst
in gesellschaftlichen und religiösen Debatten darüber im Klaren
werden, was nun das Gute konkret sei. In diesem Sinne sei auch das
gute Miteinander und der ständige Dialog bzw. Diskurs zwischen
staatlichen Stellen und Religionsgemeinschaften so wichtig, betonte
Lackner.
Der Erzbischof hatte in Vertretung von Kardinal Christoph Schönborn,
der sich nach seiner Krankheit auf Kur befindet, das Wort ergriffen.
Kanzlerin Bierlein übermittelte dem Vorsitzenden der
Bischofskonferenz die besten Genesungswünsche. Erzbischof Lackner
bedankte sich im Namen aller Religionsgemeinschaften Österreichs für
den guten Austausch, der mit den öffentlichen Stellen besteht. "Diese
positive Gesprächskultur trägt maßgeblich dazu bei, dass wir uns als
Religionsgemeinschaften in verschiedenen Bereichen des öffentlichen
Lebens in Österreich konstruktiv einbringen, Impulse geben können und
zugleich wertvolle Anregungen für unsere eigenen
Entscheidungsprozesse erhalten", sagte Lackner wörtlich.
Von katholischer Seite waren u.a. Nuntius Erzbischof Pedro Lopez
Quintana und Altbischof Klaus Küng ins Bundeskanzleramt gekommen. Die
orthodoxe Kirche war an erster Stelle von Metropolit Arsenios
(Kardamakis) vertreten. Weiters waren der syrisch-orthodoxe
Chorepiskops Emanuel Aydin, der koptische Bischof Anba Gabriel, der
rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, der reformierte
Landessuperintendent Thomas Hennefeld und der methodistische
Superintendent Stefan Schröckenfuchs gekommen. Von der Islamischen
Glaubensgemeinschaft in Österreich war deren Präsident Ümit Vural der
Einladung der Bundeskanzlerin gefolgt, ebenso anwesend waren der
Wiener Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister und der Präsident der
Buddhistischen Religionsgesellschaft, Gerhard Weißgrab.
(Fotos in Kürze unter: http://fotoservice.bundeskanzleramt.at)
((ende)) GPU/RME
Copyright 2019, Kathpress (www.kathpress.at). Alle Rechte vorbehalten
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT






