„Bessere Aussichten“ – Neues Kinderschutz-Kinderbuch erschienen

DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN und das Bundeskanzleramt – Sektion Familien und Jugend präsentieren ein neues Kinderbuch zum Thema Psychische Gewalt.

Mit der Geschichte soll gezeigt werden, wie speziell psychische Gewalt ist und wie schwierig Formen psychischer Gewalt zu erkennen sind und oft ist Eltern nicht bewusst, dass sie Gewalt anwenden
Martina Wolf, Geschäftsführerin Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
Uns ist wichtig, Beraterinnen und Berater sowie Pädagoginnen und Pädagogen dabei zu unterstützen, hinzusehen und das Thema mit Kindern – betroffenen, wie nicht betroffenen – zu bearbeiten und Wege aus der Gewalt aufzuzeigen
Sektionschefin Bernadett Humer, MSc

Nach dem großen Erfolg des Büchleins „Auf hoher See“, in dem die Not von Kindern bei häuslicher Gewalt zwischen den Eltern thematisiert wird, erscheint nun ein zweites Buch. Wieder wird ein wichtiges Kinderschutz-Thema behandelt, nämlich die psychische Gewalt an Kindern.

Unter dem Titel „Bessere Aussichten“ haben DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN im Auftrag des Bundeskanzleramts– Sektion Familien und Jugend nun das zweite kleinformatige Buch einer Kinderbuch-Reihe zu wichtigen Kinderschutzthemen entwickelt.

In der Geschichte erleidet ein Kind permanente Abwertung, Beschämung und Hohn durch einen Elternteil, während der andere Elternteil hilflos daneben steht. „Mit der Geschichte soll gezeigt werden, wie speziell psychische Gewalt ist und wie schwierig Formen psychischer Gewalt zu erkennen sind und oft ist Eltern nicht bewusst, dass sie Gewalt anwenden“, erklärt Martina Wolf, Geschäftsführerin im Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren.

Manche Eltern können nicht zwischen Scherzen bzw. Abhärtung und Abwertung unterscheiden andere geben unbewusst weiter, was sie selbst erlebt haben.

Uns ist wichtig, Beraterinnen und Berater sowie Pädagoginnen und Pädagogen dabei zu unterstützen, hinzusehen und das Thema mit Kindern – betroffenen, wie nicht betroffenen – zu bearbeiten und Wege aus der Gewalt aufzuzeigen“, erklärt Sektionschefin Bernadett Humer, MSc die Motivation des Ministeriums, das Buch in Auftrag zu geben.

Gezielt eingesetzt oder unabsichtlich weitergegeben – seelische Gewalt beschädigt das für die Lebenstüchtigkeit so wichtige Selbstwertgefühl von Kindern. Kinder fühlen sich minderwertig, sind niedergeschlagen und ohne Hoffnung – langfristig können Depressionen oder Angststörungen entstehen. Die Symptome von Kindern, die psychische Gewalt erleiden, sind oft unspezifisch. Dazu zählen Appetitlosigkeit, Schlafstörungen, psychosomatische Beschwerden – manchmal zeigen Kinder aggressives Verhalten oder sind besonders angepasst.

„Auch diese Geschichte soll ermutigen, Hilfe zu holen. Als betroffenes Kind oder Jugendliche/r, als Freundin oder Freund, die Zeugen psychischer Gewalt sind oder als Elternteil, die aus dem Muster selbsterlebter Gewalt, die sie nun weitergeben, aussteigen möchten“, so Humer weiter.

Vor wenigen Wochen wurde das Doppeljubiläum „30 Jahre Gewaltverbot in der Erziehung“ und „30 Jahre Kinderrechte“ gefeiert. „Während die sogenannten „g’sunde Watsch’n“ als Erziehungsmittel deutlich zurück gegangen ist, mangelt es am „Gewaltbewusstsein“ der Eltern bei „Psychischer Gewalt“ In einer Studie der Möwe 2014 beurteilten nur 26% das Szenario „Eltern sprechen zur Strafe länger nicht mehr mit ihrem achtjährigen Kind“ eindeutig als Gewalt, betont Wolf. „Hier braucht es deutlich mehr Information und Bewusstseinsbildung“.

Die Bücher sind für die Arbeit mit Kindern gedacht - Im Beratungskontext oder für Workshops zB an Schulen - und können den Kindern im Anschluss mitgegeben werden. Da die Geschichten ohne fachliche Begleitung sehr belastend sein können, wird davon abgeraten, die Bücher einfach an Kinder zu verteilen.

Ziel ist es die Ressourcen der Kinder zu stärken, dafür braucht es eine umfassende Bearbeitung der Geschichte durch eine/n Erwachsene/n.

Das Buch wurde von einer Fach-Arbeitsgruppe (Petra Birchbauer/Rettet das Kind, Adele Lassenberger/Delfi Wolfsberg, Hedwig Wölfl/die möwe sowie Martina Wolf/Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren) entwickelt. Der Text stammt von Johanna von der Deken. Die liebevolle Gestaltung kommt von Tanja Aranovych.

Das Büchlein „Bessere Aussichten“ wurde in einer Druckauflage von rund 10.000 Stück produziert und wird in den Österreichischen Kinderschutzzentren, der Kinder- und Jugendhilfe, den Kinder- und Jugendanwaltschaften und Familienberatungsstellen aufliegen. Zudem ist das Buch über das Broschürenservice des Bundeskanzleramts bestellbar.

Quellenhinweis: Möwe-Studie

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