GBH-Huss: Geschafft! Keine Verschlechterungen bei den Krankenständen

ÖGK: 7,2 Millionen Versicherte können aufatmen, Gewerkschaften haben sich durchgesetzt

Wien (OTS) - (GBH/ÖGB). Im Überleitungsausschuss der ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) wurde auf Druck der Gewerkschaften beschlossen, dass es vorerst keine Verschlechterungen bei den Krankenständen für die Versicherten der ÖGK gibt. Österreich liegt bei den Krankenstandstagen EU-weit im unteren Drittel.

Außerdem wurde vereinbart, dass die betriebliche Gesundheitsförderung verbessert werden soll, dass schwerkranke Menschen besser betreut werden, damit sie früher wieder fit für das Arbeitsleben werden und es darüber hinaus eine Analyse der Fehlzeiten in Österreich geben soll.

ÖGK-Arbeitnehmerobmann Andreas Huss von der GBH (Gewerkschaft Bau-Holz): „Wir als Gewerkschafter haben uns bisher immer schon mit Fakten auseinandergesetzt und wissen daher, dass Österreich bei den Krankenstandstagen EU-weit im unteren Drittel liegt. Die Zahlen werden jedes Jahr im Fehlzeitenreport dargelegt. Hier ist ersichtlich, dass die Krankenstände auf niedrigem Niveau stabil sind und sich nur innerhalb einer geringen Schwankung, die mit der Länge der Grippewellen zu tun hat, bewegt.”

Was der aktuelle Fehlzeitenreport jedoch zeigt, ist, dass die türkis-blaue Arbeitszeitverlängerung zu mehr Krankenstandstagen geführt hat.

Natürlich sollte es mehr Anstrengungen für gesündere MitarbeiterInnen geben. Huss: „Dazu haben wir bereits gute Ansätze ausgearbeitet, diese müssen nur mehr vertieft werden. Schon jetzt gibt es in vielen Betrieben in Österreich eine betriebliche Gesundheitsförderung. 1.502 Betriebe wurden bereits mit dem Gütesiegel für Betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Dieses Förderprogramm der Sozialversicherung muss weiter ausgebaut werden, denn mit besserem Betriebsklima bekommen die Unternehmen auch gesündere Beschäftigte. In besonders anspruchsvollen Berufen, wie der Pflege, ist eine Senkung der Krankenstände wohl nur mit einer Arbeitszeitverkürzung zu erreichen.”

Ein wirkliches Problem ist ein Phänomen mit dem Fachausdruck „Präsentismus”. Das bedeutet, dass die Hälfte der österreichischen Beschäftigten im Jahresverlauf mindestens einmal trotz Krankheit in die Arbeit geht. Hier ist erstens eine Ansteckungsgefahr für KollegInnen gegeben, was zu weiteren Krankenständen führt, und zweitens gefährden Beschäftigte ihre Gesundheit so langfristig.

Huss abschließend: „Wir sind froh, dass wir die unbegründeten Verschärfungen bei den Krankenständen verhindern konnten. Jetzt geht es darum, die notwendigen Maßnahmen zu finden, wie gesunde Beschäftigte weiter gestärkt werden können, damit sie erst gar nicht krank werden. Gesundheitsförderung und Prävention sind der richtige Weg dorthin, nicht Zwangsmaßnahmen, wenn man schon krank ist.“

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