- 17.12.2019, 12:54:04
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Disoski/Schallmeiner zu Statistik Austria-Studie: Halbe-Halbe sieht anders aus
Grüne: Geschlechtergerechte Umverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit notwendig
„Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 61 Prozent der Frauen, aber nur 15 Prozent der Männer geben an, dass ihre aktuelle Erwerbssituation durch Kinderbetreuung beeinflusst wird. Mütter verbringen immer noch die meiste Zeit mit den Kindern oder mit pflegenden Angehörigen. Sie leisten damit unbezahlte Arbeit. Halbe-halbe sieht anders aus“, kommentiert die Nationalratsabgeordnete der Grünen, Meri Disoski, die heute veröffentlichte Studie der Statistik Austria zu Betreuungs- und Pflegediensten.
„Frauen stecken beruflich immer noch massiv zurück, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren und folglich oft auch noch einen daraus resultierenden Karriereknick in Kauf nehmen müssen. Im Alter sind sie dann mit den Auswirkungen konfrontiert, denn zum gender pay-gap während des Erwerbslebens kommt noch eine geringere Pension im Alter hinzu. Das ist nichts anderes als eine geschlechtsbedingte Diskriminierung und völlig inakzeptabel“, meint Disoski.
Die derzeitige Situation ist alles andere als familienfreundlich: Während die einen, zumeist Männer, staatlich geförderte Überstunden machen, sind Frauen in der Teilzeitfalle gefangen und mit der unbezahlten Familien- und Haushaltsarbeit befasst. „Fair und familienfreundlich sind solche Arbeitsverhältnisse definitiv nicht. Unser Ziel ist eine geschlechtergerechte Umverteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit und eine schrittweise Reduktion der Arbeitszeit, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Freizeit und die Aufwertung der Bezahlung von teilzeitarbeitenden Frauen zu ermöglichen“, sagt Disoski weiter.
Die heute präsentierten Zahlen zeigen zudem eindrucksvoll, dass in Österreich bei der Kinderbetreuung immer noch große Lücken klaffen. Egal ob es sich dabei um die Kosten, um die Öffnungs- bzw. Schließzeiten oder um das Angebot ganz allgemein handelt, Österreich hinkt hier den traditionell in Fragen der Kinderbetreuung gut aufgestellten skandinavischen Ländern weit hinterher. Noch dazu ist Kinderbetreuung in Österreich Ländersache, so dass es zwischen den einzelnen Bundesländern massive Unterschiede gibt.
Der Grüne Nationalratsabgeordnete Ralph Schallmeiner meint dazu: „Die Statistik zeigt einmal mehr, dass das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen nicht dem benötigten Bedarf entspricht. Es braucht daher in ganz Österreich einen massiven Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen. Auch die Öffnungs- und Schließzeiten sind dem tatsächlichen Bedarf der Familien anzupassen. Hier sind die Bundesländer gefordert, endlich ihre Aufgaben zu erledigen, und sich an Skandinavien zu orientieren, wo bekanntlich Kinderbetreuung einen ganz anderen Stellenwert hat."
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