Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen: 20 Forderungen für eine starke Sozialpolitik

Von einer neuen Bundesregierung fordert der Dachverband eine bessere soziale Absicherung, den Kampf gegen Kinderarmut und eine Pflege-Ausbildungsoffensive

Wien (OTS) - Fünf Vertreter*innen aus den Mitgliedsorganisationen des Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen haben heute 20 Forderungen für eine starke Sozialpolitik an eine neue Bundesregierung gestellt.

Marianne Hengstberger, Geschäftsführerin der Wiener Sozialdienste, stellte im Bereich der Pflege und Betreuung den Personalbedarf in den Mittelpunkt: „Ohne umgehend Maßnahmen in der Personalversorgung zu setzen, ist eine qualitativ hochwertige und leistbare Pflege und Betreuung auf längere Sicht nicht zu stemmen. Dazu braucht es in erster Linie eine breite und attraktive Ausbildungsoffensive. Außerdem sollten die Kosten des Lebensunterhalts während der Ausbildung zu Pflege- und Betreuungsberufen übernommen werden.“

Dazu ergänzte Robert Oberndorfer, Geschäftsführer der CS Caritas Socialis: „Das CS Hospiz Rennweg zeigt wie Lebensqualität auch in schwierigen Phasen möglich ist. Essentiell sind bestens ausgebildete Mitarbeiter*innen und gute finanzielle Rahmenbedingungen, damit jeder Mensch gut begleitet am Lebensende aus dieser Welt geht. Gefordert sind Bundesregierung und Sozialversicherungen. Denn der Wert einer Gesellschaft misst sich an dem, wie wir mit kranken und schwachen Menschen umgehen.“

Eine echte soziale Absicherung soll Armut bekämpfen und vor allem Kinder schützen, sind sich die Sozialorganisationen einig: „Worauf verzichten, wenn man ohnehin nur das Lebenswichtigste hat? Besser das Essensgeld für Schuhe sparen und mit leerem Magen in die Schule gehen? Solche Fragen sind für jedes fünfte Kind in unserer Mitte trauriger Alltag. Der Kampf gegen Kinderarmut könnte rasch mit der Einführung der Kindergrundsicherung gewonnen werden – wenn der politisch Wille dazu vorhanden ist“, argumentiert die Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien, Mag.a Tanja Wehsely.

Die VertreterInnen der Wiener Sozialorganisationen sprechen sich auch gegen die Einführung der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBUGmbH) aus: „Wir treten für den Fortbestand der unabhängigen Rechtsberatung von Asylsuchenden ein“, so Wehsely.

Alexander Lang, Geschäftsführer des Wiener Roten Kreuzes fordert den „Zugang zu einer genügend großen Anzahl an leistbaren Wohnungen und einer sozialen Absicherung, die den Erhalt dieser Wohnung dauerhaft ermöglicht. Wohnungslosigkeit und der Mangel an leistbaren Wohnungen in den Ballungsräumen sind untrennbar miteinander verknüpft.“ Des Weiteren sei es notwendig, mehr Beratungs- und Unterstützungsprogramme im Bereich psychische Gesundheit anzubieten, denn „Armut macht Menschen krank – sowohl physisch als auch psychisch“, betont Lang.

Einen weiteren Schwerpunkt im Forderungskatalog legt der Dachverband auf Inklusion: „Die Politik hat dafür zu sorgen, dass Menschen mit Behinderungen in Österreich endlich die gleichen Rechte und Möglichkeiten in Bezug auf Bildung, Arbeit und Wohnen zugestanden werden, wie Menschen ohne Behinderung“, erwartet Wolfgang Waldmüller, MAS, Geschäftsführer HABIT - Haus der Barmherzigkeit Integrationsteam GmbH.

„Der Dachverband vertritt über 80 Organisationen der Wiener Sozialwirtschaft. Investitionen in den Sozialbereich lohnen sich doppelt: Sie sichern Arbeitsplätze und verbessern das Leben aller Menschen. Wenn die nächste Bundesregierung zukunftsorientiert agiert, setzt sie eine Offensive für die Sozialpolitik“, so die Geschäftsführerin des Dachverbandes, Sandra Frauenberger, abschließend.

Alle 20 Forderungen im Detail finden Sie unter www.dachverband.at/20-forderungen

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