„Wohnen für alle – leistbar, dauerhaft, inklusiv“: BAWO veröffentlicht neues Positionspapier

Das Recht auf Wohnen für alle in Österreich verwirklichen: Das Positionspapier zeigt die nötigen Rahmenbedingungen auf und legt der kommenden Regierung einen Maßnahmenkatalog vor.

Mit unserem Positionspapier zeigen wir Möglichkeiten auf, wie Wohnen für alle möglich wird. Für die Umsetzung brauchen wir vereinte Kräfte – und den entsprechenden politischen Willen.
Elisabeth Hammer, Obfrau der BAWO

Wien (OTS) - Unter dem Titel „Wohnen für alle – leistbar, dauerhaft, inklusiv“ wurden Maßnahmen für die Bereiche Wohnen, Einkommen und Soziale Teilhabe formuliert, mit denen sich eine bestmögliche und leistbare Wohnversorgung für alle Menschen in Österreich realisieren lässt. Das Papier entstand unter Mitwirkung namhafter ExpertInnen aus den Feldern Wohnen, Soziales, Wissenschaft und Recht.

„Zweifelsohne haben wir in Österreich einen soliden Grundstock an gemeinnützigem und sozialem Wohnbau“, betont Elisabeth Hammer, Obfrau der BAWO. Gleichzeitig hätten „trotzdem zu viele Menschen keinen Zugang zu diesen Angeboten. Wohnen droht zum Luxus zu werden. Damit dürfen wir uns genauso wenig abfinden wie mit der Existenz von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in unserem Land“, appelliert Hammer an die PolitikerInnen aller österreichischen Parteien, insbesondere an die künftige Regierung. „Mit unserem Positionspapier zeigen wir Möglichkeiten auf, wie Wohnen für alle möglich wird. Für die Umsetzung brauchen wir vereinte Kräfte – und den entsprechenden politischen Willen.“

Menschenrecht auf Wohnen sicherstellen

Die BAWO schlägt eine Verankerung des Rechts auf Wohnen in der Verfassung vor sowie eine Ratifizierung der Paragrafen 30 und 31 der revidierten europäischen Sozialcharta zum Schutz vor Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit und die Annahme des Zusatzprotokolls über Kollektivbeschwerden, um das Recht auch einklagbar zu machen. Weitere zentrale Empfehlungen des Positionspapiers sind „die Stärkung des Mietsegments mit einer Novellierung des Mietrechtsgesetzes sowie einer Überarbeitung der Vergabekriterien geförderter Wohnungen und eine Erhöhung der Transferleistungen in Bezug auf Wohnen“, fasst Hammer zusammen.

Höhe des Einkommens entscheidend

„Wer über Wohnen spricht, muss auch über Einkommen sprechen“, führt Hammer aus, und stellt fest, „dass insbesondere GeringverdienerInnen in den letzten Jahren Reallohneinbußen hinnehmen mussten, während sie von den steigenden Wohnkosten besonders betroffen waren.“ Die BAWO versammelt in ihrem Positionspapier viele Maßnahmen für existenzsichernde Einkommen: Neben einer Anhebung der Niedriglöhne brauche es Änderungen bei AMS-Leistungen, eine Verbesserung der Standards in der Notstandshilfe und existenzsichernde Sozialhilfeleistungen auf Bundes- und Länderebene.


Teilhabe und Durchmischung

Während mit der sozialen Durchmischung oft der Zugang relativ gut verdienender Menschen zu sozialem Wohnbau gemeint ist, brauche es für inklusives Wohnen mehr zielgerichtete Maßnahmen. „Es ist gut, wenn BesserverdienerInnen im Gemeindebau wohnen bleiben, noch besser ist es aber wenn GeringverdienerInnen oder ehemals obdachlose Menschen in einem privaten Zinshaus in guter Lage wohnen können“, sagt Hammer. „Hinsichtlich der Vergabekriterien geförderter Wohnungen schlagen wir vor, das besondere Bedarfslagen wie Armut, Obdachlosigkeit, hohes Alter, Vertreibung aus einem Heimatland, oder eine Behinderung stärker berücksichtigt werden“, so Hammer weiter.

Zukunftsmodell Housing First

Projekte in Österreich und auch international zeigen: Das beste Mittel gegen Wohnungslosigkeit ist eine eigene Wohnung. Housing First bietet unmittelbaren Zugang zu leistbarem, dauerhaftem und inklusivem Wohnen in Verbindung mit mobiler psycho-sozialer Unterstützung. 2020 wird die BAWO im Auftrag des BMASGK eine Studie zur Mobilisierung von leistbarem Wohnraum für Housing First durchführen.

Positionspapier zum Download:

BAWO, Wohnen für alle

BAWO, Housing for All


Über die BAWO
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) wurde 1991 als gemeinnütziger Verein mit dem Ziel gegründet, als Dachverband die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Österreich zu vernetzen, überregionale Aufgaben zu koordinieren und gezielte Öffentlichkeitsarbeit zur Bekämpfung und Beseitigung von Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit zu leisten. Österreichweit hat die BAWO 52 Mitgliedsorganisationen und 81 persönliche Mitglieder.

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