Die soogut-Sozialmärkte sind gezwungen, radikal umzustrukturieren.

Wien (OTS) - Der Wegfall von Subventionen führt zu drastischen Einschnitten bei den sieben soogut-Sozialmärkten in Amstetten, Heidenreichstein, Mödling, St. Pölten, Stockerau, Ternitz und Tulln sowie bei den 3 Verkaufsstellen in Horn, St. Valentin und Waidhofen an der Ybbs.

„Die Versorgung von 27.000 armutsgefährdeten Menschen mit leistbaren Lebensmitteln, darunter 11.000 Kindern, hat für uns höchste Priorität. Eine massive Personalkürzung ist die einzige Möglichkeit den Fortbestand unserer soogut-Sozialmärkte auch in Zukunft gewährleisten zu können. Daher suchen wir nun zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so der Appell von Wolfgang Brillmann an die Öffentlichkeit.

„Mit dem Ausstieg des AMS NÖ und des Landes NÖ als Fördergeber sind wir gezwungen, die Beschäftigungsstrategie unserer soogut-Sozialmärkte (früher SOMA) zu ändern. Bislang haben wir Menschen eingestellt, die am ersten Arbeitsmarkt nur sehr schwer Fuß fassen konnten. Diese Menschen können wir künftig nicht mehr oder nur in geringer Anzahl beschäftigen“, umreißt SAM NÖ-Geschäftsführer Wolfgang Brillmann als Träger der soogut-Sozialmärkte die Lage.

11.000 in Armut lebende Kinder vor Hungerleiden bewahren

Klares Ziel von SAM NÖ ist der Erhalt ihrer Sozialmärkte. „Eine Versorgungsstruktur, die derzeit etwa 27.000 Menschen in Niederösterreich mit günstigen Lebensmitteln bedient und dadurch knapp 11.000 in Armut lebende Kinder vor Hungerleiden bewahrt, gilt es in jedem Fall aufrecht zu erhalten. Der Mensch und seine Bedürfnisse stehen im Mittelpunkt. Wir können und wollen nicht zulassen, dass zehntausende Menschen gerade in einem so reichen Land wie Niederösterreich künftig eine so trübe Lebensperspektive haben“, fasst Brillmann zusammen.

2020: Neustrukturierung der sieben NÖ soogut-Sozialmärkte

Ab 2020 wird soogut neu strukturiert. Im Fokus steht dabei die Versorgung der armutsgefährdeten niederösterreichischen Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln, die ansonsten entsorgt werden müssten. Zur tragenden Säule soll dabei das Engagement der Zivilgesellschaft in den soogut-Märkten werden.

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen gesucht

So ist geplant, den größten Teil der hauptamtlichen Arbeitsstunden mit ehrenamtlich-freiwilligem Engagement auszugleichen. Dringend gesucht werden Personen, die regelmäßig Waren abholen, sortieren, im Markt selbst aktiv sind oder in der Küche aushelfen. Im Gegenzug können auch sie im Markt einkaufen und bekommen dort kostenlose Verpflegung und die Möglichkeit an verschiedenen Weiterbildungsangeboten teilzunehmen (Erste Hilfe, Brandschutz, Hygiene, Umgang mit Waren, Verhalten in Konflikt- und Notsituationen).

Soogut-Geschäftsführer Brillmann: „Es gibt 27.000 Gründe für diese Neu-Formierung.“

Brillmann: „Ohne zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wird der Geschäftsalltag nicht zu bewältigen sein. Es gibt jedoch 27.000 Gründe, die für diese Neu-Formierung der niederösterreichischen soogut-Sozialmärkte sprechen. Daher trauen wir uns drüber. Durch Zeit-, Waren- und Geldspenden kann diese kostbare Struktur weiterleben.“

Soogut-St. Pölten: Logistik-Zentrale für NÖ Sozialmärkte

Als Betreiber des ersten Sozialmarktes (SOMA St. Pölten) in Niederösterreich hat SAM NÖ Pionierarbeit geleistet und in den vergangenen 15 Jahren maßgeblich zur Entwicklung der Sozialmarkt-Landschaft in Niederösterreich beigetragen. Die Warenverteilung für die niederösterreichischen Sozialmärkte wird derzeit größtenteils über die Zentral-Logistik von soogut in St. Pölten abgewickelt.

Die KundInnen können in den soogut-Sozialmärkten selbstbestimmt einkaufen

Für die Kundinnen und Kunden sind die soogut-Märkte jedoch mehr als nur eine Möglichkeit günstig Lebensmittel einkaufen zu können. „ Sie sind Orte der Begegnung. In wertschätzender Atmosphäre können sie selbstbestimmt einkaufen und werden nicht zu Almosenempfängern, das lässt ihnen ihre Würde. In den integrierten Cafés und Bistros werden Freundschaften gepflegt und an den Standorten in St. Pölten, Amstetten und Ternitz bieten wir zusätzlich günstige Mittagsmenüs an. Eine Kundin hat mir einmal gesagt, dass sie sich um diesen Preis selbst gar kein Mittagessen zubereiten könnte“ positioniert Brillmann die soogut-Märkte.

Geldspenden

In Zukunft geplant ist die „Samy-Patenschaft“. Samy ist eine sprechende Semmel und das soogut-Maskottchen. Samy möchte auch in Zukunft die 27.000 Menschen versorgen. Mit der Patenschaft von 28 Euro ermöglichen Sie die Versorgung für einen von ihnen für ein Monat.

Spendenkonto: SPK NÖ Mitte West, IBAN: AT472025600000923003, BIC: SPSPAT21XXX

Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

SAM NÖ GmbH ist Mitglied der von Landesrätin Mag. Christiane Teschl-Hofmeister initiierten Arbeitsgemeinschaft der NÖ Sozialmärkte. Dieses Netzwerk verschiedenster Hilfsorganisationen will die Versorgungsstruktur armutsgefährdeter Menschen in Niederösterreich sicherstellen.

Rückfragen & Kontakt:

Uschi Oswald Öffentlichkeitsarbeit SAM NÖ,
Tel: 0676 880 44 654, E-Mail: oeffentlichkeit@soogut.at
Web: www.soogut.at

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