Der österreichische Film setzt den Erfolgslauf trotz rückläufiger Marktentwicklung im Kino fort.

Filmwirtschaftsbericht 2019, facts + figures 18

Wien (OTS) - Der österreichische Film erzielte im Jahr 2018 ein hervorragendes Ergebnis und erreichte mit 6,2% Marktanteil einen Spitzenwert. Das zählt umso mehr, als das Kino in Österreich in einer schwierigen Situation steckt. Einem Zuwachs an Kinos (drei Betriebe mehr als im Jahr davor) auf 142 Kinos mit 577 Sälen (15 mehr als 2017) sowie einem nach wie vor steigendem Angebot an Filmen in den Kinos (481 Filme wurden 2018 gezeigt) steht eine seit mehreren Jahren leicht sinkende Zahl an Besuchen gegenüber. 12,9 Millionen Besuche waren es 2018, in den Jahren davor schwankten die Besuchszahlen noch rund um 15 Millionen pro Jahr.

Der aktuelle Filmwirtschaftsbericht stellt die 15. Ausgabe dieser Analyse des österreichischen Marktes für Bewegtbild dar. In diesen 15 Jahren hat sich viel ereignet: Im Jahr 2004 erzielte der bestbesuchte Film im Kino (T)Raumschiff Surprise 1.173.846 Besuche, ein aus heutiger Sicht unerreichbarer Wert, in Österreich gab es 176 Kinos und keines davon war digitalisiert. Insgesamt wurden im Jahr 2004 exakt 18.295.760 Kinotickets erlöst.

2018 erzielte der erfolgreichste Film 480.496 Kinobesuche. Wurden 2004 in den österreichischen Kinos noch 280 Filme gezeigt, waren es 2018 unvorstellbare 481. Der Marktanteil des österreichischen Films lag 2004 bei 3,2%, 2018 waren es 6,2%.

Von den 50 beim Publikum erfolgreichsten Filmen des Jahres 2018 waren 43 US-Produktionen, die Top 5 sind allesamt Fortsetzungen bzw. Sequels. Drei österreichische Filme bzw. Koproduktionen mit österreichischer Beteiligung sind in den Top 50 zu finden. Die Komödie von Tim Trageser Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft liegt mit rund 123.000 Besuchen auf Rang 27, auf Rang 40 ist mit Arthur & Claire von Miguel Alexandre (rund 88.000 Besuche) eine weitere Komödie zu finden und auf Rang 46 kann sich der Dokumentarfilm von Werner Boote The Green Lie (über 78.000 Besuche) einreihen.

Dieser Erfolg des österreichischen Films in einem schwierigen Umfeld bestätigt sich auch international. Heimische Filme und Koproduktionen erzielen 2018 im Ausland über 2 Millionen Kinobesuche. Insgesamt waren es 44 Filme, die in 31 Ländern gezeigt wurden. Von den insgesamt 96 Kinostarts entfielen 72 auf Europa. Deutschland ist unangefochten der wichtigste Auslandsmarkt für österreichische Produktionen.

2018 wurden 131 geförderte Kinofilme im österreichischen Fernsehen in den Programmen ORF EINS und ORF 2 ausgestrahlt. Damit übertrifft das Jahr 2018 den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2015, in dem 115 geförderte Kinofilme gezeigt wurden. 27 geförderte Filme wurden 2018 zum ersten Mal im ORF gezeigt und 81 Filme wurden zuvor schon zumindest zwei Mal gezeigt. Alleine in ORF III lagen die kulminierte Reichweite aller Produktionen, die vom Österreichischen Filminstitut gefördert wurden, bei 1,6 Millionen Zuseher*innen.

Das geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die das Österreichische Filminstitut jetzt im Filmwirtschaftsbericht 2019, facts + figures 2018 veröffentlicht hat.

Filmförderung sichert eine österreichische Stimme

Gerade die letzten Wochen haben die Diskussion um audiovisuelle Medien beflügelt: Mit Apple und Disney haben zwei neue mächtige Player den Markt betreten. Die Produktionskosten steigen unaufhaltsam. Hier steuert die Politik mit zielgerichteter Förderung dagegen, um eine funktionierende Produktionswirtschaft in Österreich zu erhalten.

Im aktuell erfassten Jahr 2017 beschäftigen 2.394 Unternehmen rund 8.000 Mitarbeiter*innen und erzielen damit 1,4 Mrd. Euro an Erlösen und Erträgen. 2007 (also vor zehn Jahren) waren es 1.755 Unternehmen, die 6.100 Mitarbeiter*innen beschäftigten.

Dem stehen für das Jahr 2017 (im jüngsten erfassten Jahr) öffentliche Mittel für die Herstellungsförderung von 55 Mio. Euro gegenüber. Jedem Euro an öffentlichen Mitteln stehen daher 25,7 Euro an Umsätzen der Branche gegenüber. Die Subventionsquote der Filmwirtschaft, bezogen auf den Umsatz, liegt also bei 3,7%. Das unterstreicht einmal mehr die Unterschiede zwischen der Filmwirtschaft und anderen Bereichen, die eher der Kulturwirtschaft zugeordnet werden müssen.

Die 19 Förderstellen in Österreich haben 2018 Auszahlungen in Höhe von 74,8 Mio. Euro vorgenommen, ein Plus von 0,1% gegenüber dem Jahr 2017. Auf die Herstellung von Filmen entfallen 72,3% aller Mittel. Innerhalb der Herstellungsförderung erhält der Bereich Kinofilm 61,2% der ausgeschütteten Mittel.

Der Filmwirtschaftsbericht 2019 steht auf https://www.filminstitut.at/de/filmwirtschaftsberichte/ zum Download bereit.
Die Datentabellen sind unter http://www.filmwirtschaftsbericht.at/18/ verfügbar.

Rückfragen & Kontakt:

Direktor Mag. Roland Teichmann
Österreichisches Filminstitut
T +43/1/526 97 30
E roland.teichmann@filminstitut.at
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