Erneut Intervention bei Vorlesung des rechtsextremen Professors Lothar Höbelt

ÖH Uni Wien: Nach Auftritt bei völkischer Tagung fordern Studierende Rücktritt des Geschichte-Dozenten

Wien (OTS) - Dass ausgerechnet Lothar Höbelt, der erst vor wenigen Tagen auf einem Kongress des Neofaschisten Götz Kubitschek mit anderen Rechtsextremen aufgetreten ist, an der Uni Wien seine kruden Thesen verbreiten darf, nahmen Studierende heute zum Anlass für erneuten Protest während seiner Vorlesung. "Nie Wieder! Nie Wieder ist nicht bloß eine Phrase, sondern bedeutet, dass wir handeln müssen. Rechtsextremes Gedankengut und Holocaust-Verharmlosung dürfen keinen Platz an Hochschulen haben. Es ist ein Skandal, dass Höbelt noch an der Uni Wien unterrichten darf", so Noah Scheer, Präsident der Jüdischen österreichischen HochschülerInnen (JöH).

"Wenn die Universität Wien nichts dagegen unternimmt, dass in unseren Hörsälen menschenverachtende Ideologien verbreitet werden, ist es unsere Pflicht, zu handeln", erklärt die Sprecherin der protestierenden Studierenden und führt weiter aus, dass Inverventionen in Vorlesungen reaktionärer Professor_innen, Hörsaalbesetzungen und politische Kundgebungen an den Universitäten eine lange Tradition haben, die bis zu den 68ern zurückreicht. "In diesem Zusammenhang kritisieren wir aufs Schärfste, dass die Universität Wien im Vorfeld der Protestaktion vor zwei Wochen Dutzende Polizist_innen in die Universität orderte, um einerseits Studierende vor Ort einzuschüchtern und andererseits auch verdeckt zu ermitteln, wer Protest übte."

Gerade in Zeiten, wo jede Woche deutschnationale Burschenschafter auf dem Grund der Universität Wien aufmarschieren und wo eine Schlagzeile über rechtsextreme Umtriebe an unserer Universität die nächste jagt, ist die Universität gefordert, sich klar zu positionieren. Wir verweisen an dieser Stelle auf WhatsApp-Gruppen mit zutiefst rassistischen und NS-verherrlichenden Inhalten, die an der Fakultät für Physik aufgedeckt wurde, sowie auf jenen Studenten, der mehrmals mit einer halbgeladenen Waffe in Hörsälen saß, bis die Universität erst nach wiederholten Hinweisen einschritt und ihm nach weiterem Zögern doch noch ein (befristetes) Hausverbot erteilte.

Solche Vorfälle zeigen uns nur zu deutlich, welche Konsequenzen die Normalisierung rechtsextremer Ideologien hat - an der Uni genauso wie überall anders. Deshalb werden wir ihnen auch weiterhin bei jeder Gelegenheit entgegentreten. Wir wollen eine Universität, an der niemand unwidersprochen die Geschichte verdrehen kann, an der von Rassismus Betroffene ohne Angst in ihre Vorlesungen gehen können, an der es keinen Platz für reaktionäre Ideologien gibt.

Die Proteste gegen Lothar Höbelt werden unterstützt von: ÖH Uni Wien, Jüdische österreichische HochschülerInnen (JöH), Plattform Radikale Linke, Klub slowenischer Studentinnen und Studenten in Wien (KSŠŠD), Fakultätsvertretungen Sozialwissenschaften und Philosophie/Bildungswissenschaft (HUS), Fakultätsvertretungen Geisteswissenschaften (GEWI)

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