Influenza-Impfung reduziert Herzinfarktrisiko

Klarer Zusammenhang zwischen Influenza-Erkrankungen und einem erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

Wien (OTS) - Bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde über einen Zusammenhang zwischen dem jährlichen Auftreten von Influenza-Epidemien und den erhöhten Herzinfarkt- und Schlaganfallzahlen in dieser Zeit spekuliert. Seit einigen Jahren gilt er als erwiesen. Ebenfalls als sicher gilt nun, dass eine Influenza-Impfung nicht nur das Risiko für die Infektionskrankheit selbst, sondern auch jenes für kardiovaskuläre Ereignisse senken kann. Und zwar ähnlich effektiv wie ein Rauchstopp oder die Einnahme von Statinen. Das gilt auch für Personen, die bereits einmal einen Herzinfarkt erlitten haben. Dennoch ist die jährliche Influenza-Impfung hierzulande nicht einmal bei Risikopatienten als Standard etabliert, obwohl der österreichische Impfplan dies eindeutig vorsieht.

38,9 Prozent der Todesfälle 2018 in Österreich hatten Herz-Kreislauf-Krankheiten als Ursache.[1] Ein Teil dürfte wohl durch eine Influenza-Infektion getriggert worden sein. Bereits 1932 war dem Statistiker Selwyn Collins aufgefallen, dass in beinahe jeder Influenza-Saison der Höchstwert an Herz-Kreislauf-Todesfällen in zeitlichem Zusammenhang mit dem Influenza-Höhepunkt stand.[2] Heute geht man davon aus, dass eine Influenza-Infektion eine bestehende koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße) verschlechtern und akute Herzprobleme bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall auslösen kann. Vermutet wird, dass die Influenza eine systemische Entzündungsreaktion im Körper verursacht, die eine ganze Kaskade von Reaktionen nach sich zieht, die schlussendlich zu einem Arterienverschluss führen kann. Weitere Influenza-assoziierte Symptome wie Sauerstoffmangel, Gefäßverengung und Herzrasen kommen möglicherweise erschwerend dazu.[3] Besonders gefährlich ist, dass eine Influenza auch bei jenen Personen zu einem Verschluss der Koronararterien und damit zu einem Herzinfarkt führen kann, die vorher noch gar keine Symptome einer Herzerkrankung hatten.[4]

Influenza und Herzinfarkt innerhalb einer Woche

Mittlerweile weiß man, dass das Risiko für einen Herzinfarkt innerhalb einer Woche nach Influenza-Diagnose um das Sechsfache erhöht ist.[5] „Dieser Dominoeffekt kommt umso mehr zum Tragen, wenn jemand bestehende Risikofaktoren für einen Herzinfarkt wie Bluthochdruck oder erhöhtes Cholesterin hat“, erläutert Prim. Univ. Doz. Dr. Christoph Wenisch von der Infektiologie und Tropenmedizin am SMZ Süd – KFJ-Spital der Stadt Wien. Das Risiko für einen Schlaganfall steigt in den 15 Tagen nach einer Influenza-Erkrankung um das Dreifache und es bleibt auch während der darauffolgenden 60 Tage über dem Ausgangswert.[6] Wirklich dramatisch ist allerdings eine Statistik aus England, die zeigt, dass die Influenza-assoziierte Sterberate bei Personen mit einer bestehenden chronischen Herzkrankheit um mehr als das 10-fache erhöht ist.[7] Wenisch: „Aus diesen Zahlen lässt sich nur ein Schluss ziehen: Herz-Patienten sollten alle Maßnahmen ergreifen, die es gibt, um sich vor Influenza zu schützen. Ganz oben auf der Liste muss die Influenza-Impfung stehen.“

Influenza als unerkannter Auslöser für Herzinfarkte

Wie oft Influenza tatsächlich Auslöser eines akuten Herzinfarkts ist, wird bisher kaum erhoben. In einer australischen Studie konnte jedoch gezeigt werden, dass bei beinahe 10 Prozent der Patienten, die mit einem Herzinfarkt ins Spital gebracht wurden, vorher eine Influenza-Infektion stattgefunden hat, die undiagnostiziert geblieben ist.[8] „Ziel muss es sein, dass es gar nicht erst soweit kommt“, erläutert Wenisch. „Am besten lassen sich nicht nur die Herzpatienten selbst gegen Influenza impfen, sondern auch all jene, die in engem Kontakt mit ihnen stehen.“

Impfung ähnlich effektiv gegen Herzinfarkt wie Rauchstopp

Bisher war der Grundgedanke bei der Influenza-Impfung, sich gegen die Infektion selbst zu schützen beziehungsweise gegen Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Verschlechterung von bestehenden chronischen Erkrankungen. Tatsächlich senkt sie aber auch das Risiko für einen Herzinfarkt. Und zwar ähnlich gut wie ein Rauchstopp, die Einnahme von Statinen oder von Medikamenten gegen Bluthochdruck. All diese Maßnahmen senken das Herzinfarktrisiko zwischen 15 und 45 Prozent.[9] Das gilt auch oder gerade für Personen, die bereits einmal einen Herzinfarkt hatten.[10] Deshalb wird die Influenza-Impfung Personen mit bestehenden Herzkreislauf-Erkrankungen im österreichischen Impfplan ausdrücklich empfohlen.[11] „Einen gravierenden Unterschied zwischen all diesen Maßnahmen gibt es aber“, betont Infektiologe Wenisch: „Die Einnahme von Statinen oder blutdrucksenkenden Medikamenten, aber auch Lebensstiländerungen wie ein Rauchstopp oder mehr Bewegung werden allgemein akzeptiert. Die jährliche Influenza-Impfung kaum. Das sieht man an den erschreckend niedrigen Durchimpfungsraten. Dabei wäre die Influenza-Impfung ein sicheres, einfaches und effektives Mittel, das Herzinfarkt- und das Infektionsrisiko auf einen Schlag deutlich zu senken. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.“

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Sanofi, Empowering Life.

SAAT. VAXIQ.19.11.0741– 11/2019


[1] https://www.ots.at/redirect/statistik21 zuletzt abgerufen am 20.11.2019

[2] Madjid M, Aboshady I, Awan I, Litovsky S, Casscells SW. Influenza and cardiovascular disease: is there a causal relationship?. Tex Heart Inst J. 2004;31(1):4–13.

[3] MacIntyre CR, Moa AM. If there were a vaccine against acute myocardial infarction, would you use it? Future Cardiology 2017; Vol 13, No 5, editorial

[4] https://www.ots.at/redirect/healthed (Minute 14.10), zuletzt abgerufen am 20.11.2019

[5] Kwong J, et al. Acute Myocardial Infarction after Laboratory-Confirmed Influenza Infection. N Eng J Med 2018;378:345–353.

[6] Boehme A, et al. Influenza-like illness as a trigger for ischemic stroke. Ann Clin Transl Neurol 2018;5(4): 456–463.

[7] Public Health England, Greenbook of Immunisation: chapter 19 – Influenza, 2019

[8] Macintyre CR, Heywood AE, Kovoor P et al. Ischaemic heart disease, influenza and influenza vaccination: a prospective case control study. Heart 99(24), 1843–1848 (2013)

[9] MacIntyre CR, Mahimbo A, Moa AM, Barnes M. Influenza vaccine as a coronary intervention for prevention of myocardial infarction. Heart. 2016;102(24):1953–1956.

[10] Wu H-H, Chang Y-Y, Kuo S-C, Chen Y-T (2019) Influenza vaccination and secondary prevention of cardiovascular disease among Taiwanese elders—A propensity score-matched follow-up study. PLoS ONE 14(7): e0219172.

[11] Österreichischer Impfplan 2019

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