• 03.12.2019, 10:24:15
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  • OTS0068

AK Rechtsschutz: Überstunden im Home-Office uferten aus

HEUTE: AK-ÖGB-Aktion #NoPayDay mit AK Präsidentin Renate Anderl

Utl.: HEUTE: AK-ÖGB-Aktion #NoPayDay mit AK Präsidentin Renate
Anderl =

Wien (OTS) - Als Österreich-Repräsentant einer in Deutschland
ansässigen Firma konnte sich ein Arbeitnehmer im Home-Office seine
Wochenarbeitszeit von 40 Stunden frei einteilen. Doch sein
Aufgabengebiet war so groß, dass er regelmäßig Überstunden leisten
musste, die von seinem Gehalt nicht abgedeckt waren. Der Arbeitnehmer
führte keine genauen Aufzeichnungen über seine Arbeitszeit. Die
Beweisführung war daher schwierig. Trotzdem bekam er 11.000 Euro
zugesprochen. AK Präsidentin Renate Anderl: „Die AK hat hier ein
richtungweisendes Urteil erwirkt, das sowohl ArbeitnehmerInnen als
auch Arbeitgebern klarmachen sollte: Notwendige Überstunden müssen
auch dann bezahlt werden, wenn sie nicht ausdrücklich angeordnet
wurden!“

Der Außendienstmitarbeiter einer Firma für Medizintechnik war für das
gesamte Gebiet Österreich, Bayern und Westschweiz mit einer
Umsatzverantwortung von zuletzt 9 Millionen US-Dollar verantwortlich
für: Key-Account-Management, Verkauf, Beratung, Betreuung bei
Forschungsprojekten und klinischen Routinefragestellungen,
Vorausschau und Bericht der aktuellen und zu erwartenden
Verkaufszahlen, Vortragstätigkeiten, Einschulung der KundInnen.

Das war in 40 Stunden in der Woche nicht zu schaffen. Der
Arbeitnehmer verlangte immer wieder Geld für seine Überstunden, weil
er sich auch nicht wie vereinbart Zeitausgleich nehmen konnte –
vergeblich. Das Arbeits- und Sozialgericht sprach ihm trotz ungenauer
Arbeitszeitaufzeichnungen immerhin 11.000 Euro zu.

AK Juristin Karmen Riedl: „Die Überstunden waren zwar nicht direkt
angeordnet, aber notwendig aufgrund der Aufgaben, die der
Arbeitnehmer zu erfüllen hatte." Das Urteil ist richtungsweisend,
sagt AK Präsidentin Renate Anderl: "Es kann sich jetzt kein
Arbeitgeber mehr damit herausreden, dass sich die MitarbeiterInnen
ihre Zeit eh selber einteilen können und selber schuld sind, wenn sie
Überstunden leisten müssen, um ihre Arbeit erledigen zu können.“

HEUTE AK-ÖGB-Aktion #NoPayDay

 mit AK Präsidentin Renate ANDERL
 
 Seit 31. Oktober heißt es statistisch gesehen bei Mehr- und
 Überstunden: No Pay Day. Denn von 255 Millionen Mehr- und
 Überstunden im vergangenen Jahr wurden 43 Millionen nicht
 abgegolten, weder in Geld noch in Zeitausgleich. AK und ÖGB fordern:
 Überstunden gehören bezahlt, soviel Respekt muss sein! AK
 Präsidentin Renate Anderl plädiert: „Notieren Sie sich Ihre
 Überstunden, damit Sie nicht um Ihr sauer verdientes Geld umfallen.
 Darum verteilen wir den AK Arbeitszeitkalender.“

 Datum:   3.12.2019, 15:00 - 16:00 Uhr
 Ort:     Platz der Menschenrechte
          Mariahilfer Straße 1, 1070 Wien

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