ÖSTERREICH: Doskozil übernimmt SPÖ-Mitarbeiter - „Kündigen perE-Mail geht nicht“

Burgenlands LH im Interview: „Können den einen oder anderen beschäftigen“ - Androsch ortet „Chaos in der SPÖ“,„Wird demokratiepolitisches Problem“

Wien (OTS) - In ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) übt Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozi scharfe Kritik an den Vorgängen innerhalb der SPÖ. Zu den „Kündigungen“ per E-Mail sagt Doskozil:
„Das geht nicht. Ich habe persönlich Druck gemacht, dass es für jeden einzelnen eine Lösung geben muss, mit der der Betroffene gut leben kann. Wir können auch den einen oder anderen im Burgenland beschäftigen.“ Ob seine Landespartei also einen Teil der Mitarbeiter auffange? „Ja“.

Personaldebatten lehnt Doskozil übrigens ab: „Wir sollten in der SPÖ nicht schon wieder denselben Fehler machen und glauben, dass nur wenn man eine Person austauscht, alle grundlegenden Probleme der SPÖ verschwinden. Wir müssen endlich unsere inhaltliche Schwäche und unsere inhaltlichen Differenzen klären.“

Wohin der Zug inhaltlich fahren soll, etwa bei der Migration? Doskozil: „Integration vor Zuzug. Da gibt es eine klare definierte Positionierung, die ich gemeinsam mit Peter Kaiser erarbeitet habe. Es gibt rechtliche Rahmenbedingungen und die müssen konsequent umgesetzt werden.“ Andere Schwerpunkte seien: „Faire Einkommen. Das heißt 10 € netto die Stunde ist jede ordentliche Arbeit wert. Da werden wir weiter Druck machen.“

Ex-Finanzminister Hannes Androsch sieht jedenfalls ein „Chaos“ in der SPÖ: „Es ist ein inhaltliches Chaos, das da herrscht, und es ist ein organisatorisches Chaos. Das Ganze ist ja schon ein demokratiepolitisches Problem. Mir sagen viele Bürgerliche: „Ich habe die SPÖ nicht gewählt, aber es ist nicht gut, wenn sie als staatstragendes Element wegbricht.“

Er macht aber SPÖ-Chefetagen angefangen von Franz Vranitzky für die Misere verantwortlich: „Es braucht eine inhaltliche Klärung. Es braucht eine bessere Ausbildung des Nachwuchses. Aber was wollen Sie von einer Partei, bei der der Vorsitzende vor 25 Jahren mit dem Privatjet zum Golfspielen fliegt – da kommt Jahrzehnte später so etwas heraus.“ In der SPÖ sieht zu viele „Bobos“: „Zu viele Leute, die nur Karriere machen wollen.“

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